08 Januar 2020 | Verkehr & Transport

Geschäftsmodel ist defekt

Minister Jooste äußert sich über Air Namibias Verluste

Laut dem Minister für Staatsbetriebe, Leon Jooste, versucht Air Namibia ein gescheitertes Geschäftsmodell zum Funktionieren zu bringen. Wenn der Fluggesellschaft eine Chance auf ein Überleben eingeräumt werden soll, muss sich die Art, wie das Unternehmen geführt und betrieben wird, dringend ändern.

Von Ogone Tlhage & Frank Steffen, Windhoek

Der namibische Staat hat der staatlichen Fluggesellschaft Air Namibia im Laufe der Jahre wiederholt günstige Rettungspakete zugestanden, obwohl der Betrieb nie Gewinne eingefahren hat. Laut dem Minister für Staatsbetriebe (MPE), Leon Jooste, kann das jetzige Status Quo nicht unbefristet andauern. Es sei an der Zeit, das Geschäftsmodell der Fluggesellschaft zu ändern oder sie untergehen zu lassen. Diese Feststellung folgt einem Finanzierungsantrag seitens der Air Namibia unlängst.

„Air Namibia hat versucht, ein gescheitertes Geschäftsmodell zum Funktionieren zu bringen, ohne das Kernproblem anzugehen. Ein kostentragendes oder gewinnbringendes Air Namibia muss einem ganz anderen Geschäftsmodell mit einer veränderten Flottenzusammensetzung folgen. Es muss sorgen, dass geeignete Flugzeuge mit besserer Effizienz auf sorgfältig ausgewählten Strecken eingesetzt werden, damit die Rentabilität dieser Strecken erhöht werden können“, meinte der Minister.

Finanzminister Calle Schlettwein hatte im vergangenen Jahr dem Kabinett berichtet, dass sich momentan nur die Strecken Windhoek-Victoria Falls und Windhoek-Gaborone-Durban rentieren, während die restlichen Flugstrecken des Unternehmens weit hinter den Erwartungen zurückblieben.

Die Auswahl der Anflugziele allein, mache eine Fluggesellschaft allerdings nicht rentabel, so Jooste: „Die Routen sind von entscheidender Bedeutung, aber um die Profitabilität der Route zu gewährleisten, muss die Flotte entsprechend ausgerichtet sein.“ Die Struktur der Air-Namibia-Flotte habe alles verschlimmert: sie nutzt derzeit zwei Airbus A330 auf der Strecke Windhoek-Frankfurt, einige Airbus 319 für die Regionalflüge und einige Embraer ERJ 135 für die Inlandsflüge.

Jooste hatte im vergangenen Jahr versucht die Leasingverträge für die großen Airbus-Flugzeuge aufzukündigen. Die Fluggesellschaft zahlt angeblich 15 Millionen N$ pro Monat für die Nutzung der Airbus A330 und kann die Vereinbarungen erst nach Ablauf des Jahres 2025 kündigen. „Das ist eine große Herausforderung, denn die derzeitige Flotte und das Flugnetz machen einen wesentlichen Teil des Geschäftsmodells aus. Nur eine der derzeitigen Routen kann dauerhaft und rentabel durch eine alternative Route ersetzt werden - zumindest hat diese das Potenzial dafür“, urteilt der Minister.

Die Flugzeugauslastung sei außerdem unzulänglich, denn derzeit verbrächten die Flugzeuge mehr Zeit am Boden als in der Luft, wo sie ihr Geld zu verdienen hätten. Verlustbringende Routen sollten schleunigst überdacht werden, es sei denn, sie könnten innerhalb eines akzeptablen Zeitraums rentabel werden. Erhebliche Kosteneinsparungen und Umstrukturierungen seien indessen unumgänglich für die Beseitigung von Ineffizienzen.

Jooste hält fest an seiner oft wiederholten Forderung, dass die Aufsichtsräte der Staatsbetriebe unbedingt mit gut qualifizierten Kräften besetzt werden müssen. Darum sei es auch im Falle der Air Namibia äußerst wichtig, dass ein entsprechend qualifiziertes Managementteam die Fluggesellschaft führe, wolle man den Erfolg sicherstellen. Selbst wenn die genannten Maßnahmen ergriffen würden, gebe es keine Garantie einer wirtschaftlichen Rentabilität, so Jooste. Darum sei es sehr wichtig eine Führungskraft mit Weltklasseformat zu finden, die der Air Namibia die bestmögliche Chance für einen finanziellen Erfolg einräume. Derzeit beschäftigt der Betrieb keinen Hauptgeschäftsführer.

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