09 September 2019 | Politik

Generationswechsel bleibt aus

Kandidatenkür: SWAPO setzt auf Beständigkeit und Parteigranden

Die SWAPO hat bei einem Wahlparteitag am Wochenende ihre 96 Kandidaten für die Parlamentswahl am 27. November bestimmt. Dabei hat sich die bewährte SWAPO-Prominenz mit wenigen Ausnahmen erneut durchgesetzt und ist die von vielen erhoffte Verjüngung der Partei ausgeblieben.

Von Marc Springer

Windhoek

Mit einigen wenigen Ausnahmen haben sämtliche altgedienten Minister der SWAPO einen derart hohen Listenplatz errungen, dass ihnen der Wiedereinzug in die Nationalversammlung praktisch sicher ist. Zu den 96 Kandidaten zählen auch zehn Anwärter, die Parteipräsident Hage Geingob nachträglich nominieren wird und deren Namen gestern noch nicht bekannt waren. Darüber hinaus ist Geingob befugt, acht Angeordnete direkt in die Nationalversammlung zu berufen, wo sie allerdings kein Stimmrecht haben werden.

Die Vizepräsidenten und Generalsekretärin der SWAPO, Netumbo Nandi-Ndaitwah und Sophia Shaningwa führen die Kandidatenliste dank ihrer Funktion innerhalb der regierenden Partei an. An dritter Stelle rangiert der Minister für Umwelt und Tourismus, Pohamba Shifeta, gefolgt von der Vizeministerin für Industrialisierung, Handel und Kleingewerbe, Lucia Iipumbu, dem Minister für Bergbau und Energie, Tom Alweendo und Premierministerin Saara Kuugongelwa-Amadhila. Auf der Strecke geblieben sind hingegen einige wenige Ex-Minister und Abgeordnete wie Charles Namoloh, Jerry Ekandjo und Tommy Nambahu.

Zum Abschluss des zweitägigen Treffens betonte Geingob in der Nacht auf Sonntag, die Einheit und Geschlossenheit innerhalb der SWAPO dürfe nicht durch den Wettkampf um Listenplätze beeinträchtigt werden. Gleichzeitig versuchte er jene Genossen zu trösten, die es nicht auf einen der 96 Plätze geschafft hatten. Diese sollten ihre Niederlage im Geiste der Kameradschaft akzeptieren und vor der nächsten Parlamentswahl einen weiteren Anlauf machen.

Die erfolgreichen Kandidaten hingegen ermahnte er, dass sie sich nicht auf ihrem Erfolg ausruhen dürften, sondern an ihrer künftigen Arbeit in der Nationalversammlung gemessen werden würden. Sollten sie dort versagen, müssten sie damit rechnen, dass ihnen die Parteikollegen das Vertrauen entziehen und sie bei dem nächsten Wahlparteitag ihre Listenplätze verlieren würden.

Bereits bei der Eröffnung der Tagung hatte Geingob die Delegierten ermahnt, dass sie im Falle eines Einzugs ins Parlament ihr Mandat vor allem der SWAPO verdanken würden. Schließlich würden die Wähler der Partei ihr Vertrauen schenken und jene darüber entscheiden, wen sie in die Nationalversammlung entsenden wolle. Die künftigen Abgeordneten sollten also nicht glauben, dass sie von den Stimmberechtigten direkt gewählt worden seien und der SWAPO keine Rechenschaft schuldig seien oder deren Regeln missachten könnten. Vielmehr müssten sie sich stets ihrer großen Verantwortung bewusst bleiben und sich diszipliniert auf den bevorstehenden Wahlkampf vorbereiten um der SWAPO einen weiteren Sieg bei der Stimmabgabe zu sichern.

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