26 November 2018 | Natur & Umwelt

Genehmigungen widerrufen

Rodung der Wälder war Minister unbekannt - Moratorium als eventuelle Folge

Umweltminister Pohamba Shifeta verurteilt den unüberlegten Raubbau in den Forstgebieten der Kavango-Regionen und schließt dabei eine kriminelle Verfolgung der betroffenen Beamten nicht aus. Er zeigt sich über die Einstellung der Neufarmer und Beamten in den Kommunalgebieten besorgt, die sich nicht um die Nachhaltigkeit scheren.

Von C. Sasman & F. Steffen, Windhoek

Am vergangenen Freitag hatte sich der Minister für Umwelt und Tourismus, Pohamba Shifeta, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der nördlichen Filiale der namibischen Handelskammer NCCI über den unkontrollierten und teilweise illegalen Sandabbau in den nördlichen Regionen Namibia äußern wollen. Sobald Shifeta auf die unrechtmäßige Ausstellung von Genehmigungen seitens einiger Staatsbeamter zu sprechen kam, offenbarte sich sein voller Ärger und somit wurde der in der vergangenen Woche von den Medien angeprangerte Kahlschlag im Kavango zum Hautthema.

Genau wie im Falle des Sandabbaus, sei keines der Holzfäller-Permits im Kavango legal, denn es fehle immer die Unbedenklichkeitsbescheinigung, erklärte Shifeta. Er wisse nur von zwei legal ausgestellten Erlaubnisscheinen für eine Entwaldung: beide hätten Bezug auf die Sambesi-Region und nicht die Kavango-Regionen. „Das unkontrollierte Fällen einheimischer Bäume ist ein eigensüchtiger Schritt in die verkehrte Richtung. Bei diesem Raubbau brauchen wir keine fünf Jahre um unser Erbe in dieser Gegend vollständig zu vernichten. Dies ist keine nachhaltige Forstwirtschaft und daher erhalten wir das Land weder unseren Kindern noch uns selbst!“ ärgerte sich der Minister und betonte, dass sich die betroffenen Beamten nicht hinter einer angeblichen Unkenntnis verstecken dürften.

Er wies ausdrücklich darauf hin, dass er bereits im Oktober 2016 einen deutlichen Auftrag vergeben hatte, dass das Holzfällen im Norden Namibias nur dann stattfinden dürfe, wenn eine professionell ausgeführte Umweltstudie vorliege, die im Sinne der nachhaltigen Forstwirtschaft einem geordneten Abbau zustimme. Beamten hätten jetzt ohne die verlangte Unbedenklichkeitsbescheinigung Genehmigungen an Neu-Farmer ausgestellt. Diese erlaube Letztgenannten das Abholzen seltener Bäume und das sei „kriminell“. Der Minister und die Führungsebene des Ministeriums für Umwelt und Tourismus (MET) hätten nichts von diesen Permits gewusst. Die entsprechenden Anträge seien von Beamten des Ministeriums für Landwirtschaft, Wasserbau und Forstwirtschaft bearbeitet worden.

Der Staatssekretär des Landwirtschaftsministeriums, Percy Misika, hatte noch zuvor auf eine Nachfrage seitens NMH-Journalistin Cathrin Sasman geantwortet, dass sich das Landwirtschaftsministerium nicht in das Geschehen auf Privatfarmen einmischen dürfe. Shifeta stimmt dem nicht zu: „Es handelt sich hier um natürliche Ressourcen, die dem namibischen Staat gehören. Der namibische Staat ist ‚die namibische Bevölkerung‘ und somit liegt es nicht an einem einzelnen Beamten oder Farmer, diese Ressource für sich allein zu beanspruchen und kommerziell auszunutzen in einem Maße, dass nichts davon für künftige Generationen überbleibt. Und schon gar nicht auf Farmen, die den Leuten für 99 Jahre verpachtet werden, denn sie bleiben letztendlich Staatsgrund, genau wie alle Kommunalgebiete letztendlich der Staatskontrolle unterliegen.“

Arbeitsweise untersucht

Wenngleich die Kommunalgebiete durch Kommunalräte und Volksoberhäupter verwaltet würden, könnten sich weder die Führungsspitze noch die Kommunen insgesamt, über namibische Vorschriften, Verordnungen und Gesetze hinwegsetzen. Auf eine Frage der AZ erklärte der Minister: „Der Umweltkommissar und seine Beamten untersuchen diesen Fall. Ich will nicht dem Befund vorauseilen, aber eines ist sicher: sollten sich Beamte einer nachlässigen oder gar kriminellen Arbeitsweise schuldig gemacht haben, muss es Folgen geben.“

Um Ordnung und Ruhe zu schaffen, überlege man nun, ob nicht ein vorläufiges Moratorium auf das Fällen von Bäumen verhängt werden sollte. Damit geht Shifeta erstmals auf einen Vorschlag ein, den Dr. Chris Brown, Geschäftsführer der Umweltschutzkammer NCE bereits im Oktober 2018 an das Landwirtschaftsministerium gerichtet hatte.

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