29 Juli 2020 | Politik

Geingob gibt sich kämpferisch

SWAPO am Scheideweg - Präsident appelliert an Gemeinschaftsgefühl

Der Staats-und SWAPO-Präsident Hage Geingob hat seine Zuversicht darüber ausgesprochen, dass die regierende Partei verlorenes Wählervertrauern zurückgewinnen werde. Eine dreitägige Bestandsaufnahme, bei der die Genossen eine kritische Ursachenforschung betrieben haben, sei bereits ein „Wendepunkt“.

Von Marc Springer, Windhoek

„In den vergangenen drei Tagen haben wir bewiesen, dass die SWAPO eine dynamische und innovative Partei ist“, erklärte Geingob am Montag zum Abschluss der Tagung, bei der Mitglieder und Funktionäre seiner Partei über das vergleichsweise schlechte Abschneiden der SWAPO bei der vergangenen Parlamentswahl beraten hat. Die Selbstanalyse soll Teil einer programmatischen Erneuerung sein und die verunsicherten Genossen aus der Sinnkrise führen.

Geingob zufolge habe die Nachbetrachtung deutlich gemacht, dass sich die SWAPO nicht nur veränderten Umständen anpassen, sondern auch auf die Erwartungen der Wähler reagieren könne. Die schonungslose Aufarbeitung eigener Fehler sei dabei Voraussetzung dafür, dass diese nicht in Zukunft wiederholt würden und sich die Partei enger an den Bedürfnissen ihrer Anhänger orientiere.

Dementsprechend gab sich Geingob zuversichtlich, dass die interne Standortsbestimmung nicht nur ein „monumentales Ereignis“ gewesen sei, sondern auch zum „Wendepunkt auf dem Weg zur Erneuerung unserer Partei werden wird“. Schließlich müsse sich die Partei neuen politischen Gegebenheiten anpassen und auf ungewohnte Herausforderungen reagieren.

Die Selbstanalyse der Partei habe gezeigt, dass die Genossen diese Herausforderung annehmen würden und sich gemeinsam für ein Wiedererstarken der Partei einsetzen wollten. Dabei nahm er auch lobend zur Kenntnis, dass die Teilnehmer der Selbstanalyse nicht mit konstruktiver Kritik gespart hätten und sich darüber bewusst seien, dass die regierende Partei an ihrer politischen Arbeit gemessen werde und in den Bereichen Wohnungsbau, Gesundheitsversorgung und Erziehung großer Nachholbedarf bestehe.

Ferner appellierte Geingob erneut an das Gemeinschaftsgefühl der Genossen und warnte sie davor, dass eine parteiinterne Lagerbildung für die Kohäsion der Partei ebenso schädlich sei, wie übertriebenes Stammesdenken. Vielmehr gelte es für einzelne Funktionäre und Amtsträger, sich für die Bedürfnisse der Bevölkerung einzusetzen, auf die politische Solidarität mit ihren Parteikollegen zu besinnen und persönliche Ambitionen hinten anzustellen.

Geingob zufolge werde er in den kommenden Wochen ein Treffen des Politbüros und Zentralkomitees einberufen, um die Empfehlungen der Bestandsaufnahme umzusetzen. Dem fügte er abschließend den Appell hinzu, die Genossen sollten zu alter Geschlossenheit zurückfinden und die Differenzen überwinden, die durch ihre Unterstützung unterschiedlicher Kandidaten bei dem Wahlparteitag der SWAPO entstanden seien.

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