01 März 2010 | Afrika

Geht der Euro jetzt in die Knie?

Die Börsen wurden auch in der vergangenen Woche weltweit maßgeblich von Entwicklungen an den Devisenmärkten beeinflusst. Besonders die Probleme in der Eurozone stützen den Kurs des amerikanischen Dollar und drücken die Stimmung vieler Aktienanleger.

Einige der weltgrößten Hedge-Fonds haben laut Medienberichten eine Kampagne gegen Euro und britisches Pfund begonnen. Das "Wall Street Journal" berichtet, dass sich Vertreter mehrerer kapitalstarker Hedge-Fonds Anfang des Monates in New York zu einem "Ideenaustausch" getroffen hätten, um über die Lage des Euro zu sprechen. Dazu gehörten das Soros Fund Management LLC, SAC Capital Advisors LP, Brigade Capital, Greenlight Capital und andere Spekulanten. An dem Abend wurde angeblich darüber gesprochen, ob und wann der Euro auf Parität zum Dollar fallen könnte.

George Soros hat vergangene Woche öffentlich betont, dass wenn die Währungsunion ihre Finanzprobleme nicht in den Griff bekommen sollte, sie zerbrechen könnte. Angesichts massiver Spekulationen an den Devisenmärkten und der Sorge um die griechische Schuldenkrise hat der Euro schon von 1,51 US-Dollar im Dezember auf derzeit 1,35 Dollar abgewertet.

Solch eine Entwicklung hätte große Folgen für die regionalen Märkte, da der Wechselkurs des US-Dollar weiter Auftrieb bekommen könnte. Dies wiederum wäre negativ für die Rohstoffpreise, die sich traditionell in entgegengesetzter Richtung zum Greenback entwickeln. Fallende Rohstoffpreise sind Gift für die Bergbauaktien, die einen Großteil der Marktkapitalisierung an den regionalen Börsen ausmachen. Der Dollar als einzige Weltreservewährung profitiert auch von wachsender Risikoscheu internationaler Anleger. Und die hat zuletzt, unter anderem wegen dem Griechenland-Debakel sowie zwiespältiger internationaler Konjunkturdaten, deutlich zugenommen.

Bemerkenswerterweise konnte sich der Wechselkurs des Rand, der in der Regel besonders anfällig in Zeiten wachsender Risikoscheu ist, bislang gut behaupten. "Das Augenmerk der Spekulanten ist derzeit auf den Euro gerichtet. Die traditionelle Korrelation zwischen unserem Wechselkurs und dem der Gemeinschaftswährung scheint bislang nicht zu greifen. Dies könnte an der vorteilhaften Zinsdifferenz des Rand gegenüber den meisten anderen wichtigen Währungen liegen", meinte ein lokaler Kommentator. So ist der Wechselkurs des Rand selbst gegenüber dem US-Dollar, der in jüngster Zeit wieder verstärkt als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten in das Augenmerk von Spekulanten gerückt ist, kaum gefallen. Er behauptet sich derzeit hartnäckig unter 7,70 Rand/US-Dollar. Gegenüber dem Euro ist der Rand/Namibia-Dollar in der vergangenen Woche bis auf 10,40 gestiegen.

Stichwort Risikoscheu. In London hat der ehemalige Partner von Soros, Jim Rogers, gemeinsam mit den weltbekannten Spekulanten Marc Faber und Vince Stanzione laut FAZ gewarnt, "dass Ende des Jahres die wirklich schwere Rezession mit Zusammenbrüchen wie Lehman Brothers beginnen wird". Rogers hatte 1973 mit George Soros den Quantum-Fonds gegründet. Soros wurde im Jahr 1992 berühmt, als er gegen die britische Währung spekulierte und das Pfund schließlich das Europäische Wechselkurssystem (EWS) verlassen sowie abwerten musste. Soros und sein Fonds kassierten damals dem Vernehmen nach mehr als eine Milliarde US-Dollar Gewinn. Rogers, der heute in Singapur wohnt, sagt nun wieder einen "Währungscrash" voraus.

Soweit ist es allerdings noch nicht. So sind die US-Börsen am Freitag, gestützt durch einen leicht schwächeren US-Dollar, mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Marktteilnehmer begründeten die Kursverluste des Dollar mit einem Medienbericht, wonach die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau in einer Notmaßnahme Anleihen des hoch verschuldeten griechischen Staates aufkaufen und dem Land damit finanziell unter die Arme greifen könnte. Eine Entscheidung hierzu sei aber noch nicht gefallen.

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