16 Februar 2018 | Kultur & Unterhaltung

Future African Visions in Time - Die Ausstellung

Was kann die Zukunft sein, was hätte die Zukunft einmal sein können? Kann eine Antwort auf eine der Fragen die Antwort auf die andere beeinflussen? Solche Fragen stellt die Ausstellung zum Kunstprojekt Future African Visions in Time. Diese wird derzeit im Goethe-Institut in Windhoek gezeigt und gibt dem Besucher einige intellektuelle Herausforderungen mit auf den Weg.

Ein Exponat besteht aus Fotos. Schwarz-Weiß Fotos, die zeigen, wie unterschiedlich Kriegsgefangene behandelt wurden. Einmal Bilder von Soldaten aus den französischen Kolonien in einem deutschen Camp, einmal Bilder von deutschen Zivilisten in einem Camp in Mosambik. Während die schwarzen Gesichter durch die harte Arbeit, die mangelhafte Verpflegung und traurige Unterkunft gezeichnet sind, sieht man die Deutschen in einer komfortablen Villa sitzen. Sie lesen Zeitung, sind gut gekleidet und rund um das Anwesen liegen weitläufige grüne Gärten. Der Zukunft gedenken durch die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg, so wird das Konzept dahinter beschrieben. Trotz Krieges leben Europäer in Afrika besser als Afrikaner in Deutschland. Bezeichnend und nicht irrelevant sowohl für die Zeit, die auf den Ersten Weltkrieg folgen sollte, als auch für die Zeit, die nach dem Heute kommen wird.

Ein anderes Projekt ist ein Kaffeekränzchen. Ein kleiner Raum, durch Stellwände abgetrennt vom restlichen Ausstellungsraum, in dem in Blümchentapete und warmen Licht von einer altmodischen Wohnzimmerstehlampe , Kaffeetassen von der Decke hängen. Aus einigen kommt Sprache. Frauen verschiedener Generationen, der Sprache und dem Akzent nach aus Deutschland und Namibia erzählen aus ihrem Leben. Welche Wünsche haben sie, welche Wünsche hatten sie. Woran ist die Erfüllung der Wünsche gescheitert? Schnell wird klar: Die älteren Frauen aus Deutschland haben mehr mit den jungen Frauen aus Namibia gemeinsam als mit den jungen Deutschen. Selbstbestimmung kannten Frauen früher in Deutschland genauso wenig wie die meisten Frauen in Namibia heute. Wird sich die Situation der Frauen in Namibia eines Tages an die der heutigen deutschen Frauen anpassen? Können wir durch die deutsche Vergangenheit etwas über die namibische Zukunft lernen? Ein feministisches Projekt, gleichzeitig weltoffen und versöhnlich. So stellt sich die gesamte Ausstellung dar. Nur, das sei gesagt, ist sie keine leichte Kost - wer nicht mitdenken mag, sollte sich das nicht antun. Alle anderen erfahren Denkanstöße und eine neue Perspektive auf das deutsch-namibische Verhältnis, auf die Zukunft des Landes und womöglich des Kontinents.

Robert Hofmann

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