31 Juli 2003 | Kommentar

Funkelnder Grund

Die Natur hat Namibia unter der Erde und am Meeresboden mit sonderbarem Reichtum ausgestattet.

Es gehört zur Ironie der Geschichte, dass just die stürmische Küste mit dem kalten Benguelastrom den Namensstifter von Lüderitzbucht, den Kaufmann Adolf Lüderitz, als Opfer gefordert hat, dass jedoch die nachfolgenden Generationen Namibias sowohl aus dem Fischreichtum und vom diamanthaltigen Boden noch lange aus dem Vollen schöpfen können, wenn sie mit diesem natürlichen Vermögen klug umgehen.


Beim Abbau der Diamanten vom Meeresgrund, nachdem der Sand am Land schon millionenfach ausgesiebt worden ist, setzen die kleinen Gesellschaften mit ihren Tauchern die Gesundheit aufs Spiel, derweil die großen Unternehmen mit über 100 Jahren Diamanterfahrung alle Kniffe der Technik dransetzen, den funkelnden Edelsteinen nachzustellen. Die Ironie dieses Reichtums liegt auch darin, dass es sich um reinen Luxus handelt, den der Mensch "eigentlich nicht" braucht. Und dennoch gehören das geschmackvolle Bild an der Wand und der gut gefasste Brillant an der Halskette oder am Finger zur unentbehrlichen Kultur und zur Lebensqualität.


Bei jedem Edelstein, den Debmarine aus dem Meer holt und der Hauptgesellschaft Namdeb zum Sortieren nach Windhoek liefert, müssen die Begünstigten - hauptsächlich der Fiskus und die Angestellten - daran erinnert werden, dass Mineralien und Edelsteine terminale Elemente sind, die nach ihrem Abbau und Verbrauch nie wiederkehren.

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