22 Juni 2021 | Afrika

Friedenspreis für Autorin Tsitsi Dangarembga aus Simbabwe

Frankfurt/Main (dpa) - Die simbabwische Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2021. Das teilte der Stiftungsrat am Montag in Frankfurt am Main mit. Die 62-Jährige verbinde in ihrem künstlerischen Werk ein einzigartiges Erzählen mit einem universellen Blick und sei deshalb „nicht nur eine der wichtigsten Künstlerinnen ihres Landes, sondern auch eine weithin hörbare Stimme Afrikas in der Gegenwartsliteratur“.

Die angesehene Auszeichnung ist mit 25 000 Euro dotiert. Geehrt werden Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben. Der Börsenverein vergibt den Friedenspreis seit 1950. Überreicht wird die Auszeichnung traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche - in diesem Jahr ist das der 24. Oktober.

In ihrer Romantrilogie beschreibt Tsitsi Dangarembga am Beispiel einer heranwachsenden Frau den Kampf um das Recht auf ein menschenwürdiges Leben und weibliche Selbstbestimmung in Simbabwe. „Dabei zeigt sie soziale und moralische Konflikte auf, die weit über den regionalen Bezug hinausgehen und Resonanzräume für globale Gerechtigkeitsfragen eröffnen“, schreibt die Jury.

In ihren Filmen thematisiert sie Probleme, die durch das Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne entstehen. Begleitet wird ihr künstlerisches Schaffen vom Engagement, die Kultur in ihrem Land zu fördern - und sie insbesondere für Frauen zu öffnen. Gleichzeitig kämpft sie für Freiheitsrechte. Nachdem sie 2020 zur Teilnahme an einer Anti-Korruptions-Demo aufgerufen hatte, wurde sie für kurze Zeit inhaftiert und auf Bewährung wieder freigelassen.

Tsitsi Dangarembga wurde am 14. Februar 1959 in Mutoko im damaligen Rhodesien, dem heutigen Simbabwe geboren. Sie studierte in ihrem Heimatland Psychologie und schrieb erste Theaterstücke. 1988 erschien ihr Debüt-Roman „Nervous Conditions“ - die deutsche Übersetzung („Aufbrechen“) kam erst 2019 in die Buchhandlungen. Anfang der 1990er Jahre studierte sie in Berlin Filmregie und gründetet in Harare eine Filmproduktionsfirma. 2000 kehrte sie endgültig nach Afrika zurück.

2020 war der indische Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Wegen der Corona-Pandemie konnte er nicht nach Frankfurt reisen. In diesem Jahr soll den Preis „unter den zu diesem Zeitpunkt geltenden Gesundheitsbestimmungen“ in der Frankfurter Paulskirche persönlich überreicht werden.

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