05 Juli 2019 | International

Frühes Wimbledon-Aus für Kerber

London (dpa) - Mit traurigen Augen nahm Vorjahressiegerin Angelique Kerber nach ihrem Wimbledon-Debakel Platz. Sie verschränkte die Arme auf dem Tisch, beugte sich nach vorn. Und versuchte zu erklären, warum sie sich ein Jahr nach ihrem Titel-Coup vom Ort ihres größten Triumphes schon nach der zweiten Runde verabschieden musste. „Es war überhaupt nicht mein Tag“, gab die 31-Jährige zu. „Die Energie war nicht da, ich weiß nicht, warum.“

Die Titelkandidatin hatte sich mit einer enttäuschenden Vorstellung blamiert und war an einer angeschlagenen Außenseiterin gescheitert. In skurrilen 1:54 Stunden an der Londoner Church Road wehrte sich die Kielerin viel zu wenig und schien sich beim 6:2, 2:6, 1:6 gegen die Weltranglisten-95. Lauren Davis in ihr Schicksal zu ergeben. An einem warmen Sommertag schied damit drei Tage nach dem desaströsen Erstrunden-Aus von Alexander Zverev auch die dreimalige Grand-Slam-Siegerin unerwartet früh aus.
„Ich bin natürlich traurig und enttäuscht und habe nicht die Leistung gebracht, die ich erwartet habe“, räumte die 31-Jährige ein. An gleicher Stelle hatte sich Kerber vor 12 Monaten mit ihrem Sieg über die US-Amerikanerin Serena Williams zur ersten deutschen Wimbledonsiegerin seit Steffi Graf 1996 gekürt.

Zunächst hatte es noch ausgesehen, als würde für Kerber alles seinen erhofften Gang nehmen, auch ohne dass sie überzeugend begann. In den ersten vier Spielen reihten sich die Breaks aneinander, dann gab die Vorjahressiegerin bis zum ersten Satzgewinn zunächst kein Spiel mehr ab. Beim 2:2 im ersten Satz rutschte die 25-jährige Davis auf dem Rasen weg und ließ sich nach dem ersten Satz auch noch den linken Fuß verbinden. Ohnehin war die 1,57 Meter große Athletin schon am linken Knie bandagiert und hatte Tapestreifen auf der rechten Schulter. „Sie hat sich auch weiterhin gut bewegt“, sagte Kerber. „Sie hat gut gespielt, sie hat alles getroffen.“ Kerber leistete sich 31 leichtere Fehler, bei nur 13 Gewinnschlägen.

An dem Tag des Kerber-Ausscheidens wurde es zur Nebensache, dass Jan-Lennard Struff und Julia Görges in die dritte Runde einzogen. Görges und Struff spielen als einzige von anfangs 14 deutschen Teilnehmern ums Achtelfinale, weil auch für Laura Siegemund und Debütant Dominik Köpfer in der zweiten Runde Schluss war. Der 29-jährige Struff zeigte beim 6:4, 6:3, 5:7, 7:6 (7:2) gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz phasenweise eine glänzende Vorstellung.

Mit einem weiteren Sieg am Samstag würde der Paris-Achtelfinalist auch in Wimbledon erstmals die zweite Woche erreichen. 2018 war der Warsteiner in der dritten Runde gegen den Schweizer Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer ausgeschieden. Diesmal sind die Chancen gegen den Kasachen Michail Kukuschkin realistischer. Foto: dpa

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