24 Mai 2019 | Natur & Umwelt

Freiwillige Gebühr für Plastiktüten

In Swakopmund ist der Verbrauch um 80% zurückgegangen

Sämtliche Supermärkte, Geschäfte und Läden an der zentralen Küste - nun auch in Henties Bay und Walvis Bay - verlangen seit dem 1. Mai 2019 eine Gebühr für Einweg-Plastiktüten. Dabei beruht die Einführung der Gebühr momentan auf freiem Willen und ist nicht gesetzliche Pflicht.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund

Wenn es um den Verbrauch von und die Kontrolle über Einwegplastiktüten in Namibia geht, sind die drei Orte an der zentralen Küste dem Rest des Landes weit voraus. Dies ist der Otto-Herrigel-Umwelttreuhandgesellschaft (OHET) zu verdanken. „Die Treuhandgesellschaft leistet gute Arbeit und hat den Weg für den Rest des Landes geebnet“, erzählte Clive Lawrence, zuständiger Leiter der Swakopmunder Gesundheitsabteilung, der AZ.

Sämtliche Swakopmunder Supermärkte verlangen seit Dezember 2018 eine geringe Gebühr für eine Plastiktüte an der Kasse. „Rund drei Monaten nach Einführung dieser Initiative wurden bei den meisten Supermärkten bereits 80 Prozent weniger Plastiksäcke verbraucht“, teilte OHET jetzt mit. Aufgrund des Erfolges in Swakopmund, wurden sämtliche Läden der Nachbarorte Henties Bay und Walvis Bay aufgefordert, ebenfalls eine Gebühr einzuführen. Und nun ist diese Gebühr bereits seit dem 1. Mai auch dort fällig.

Allerdings moniert Lawrence die Tatsache, dass momentan keine Kontrolle über das Geld besteht, welches durch den Verkauf der Einwegplastiktüten eingenommen wird. Die Swakopmunder Stadtverwaltung hatte eine städtische Verordnung verfasst, wonach die Einnahmen in ein eigens dafür eingerichtetes Umweltkonto eingezahlt werden sollten. „Aktuell wird aber an einer landesweiten Gesetzgebung zum Thema Plastiktüten gefeilt und daher befindet sich die Umsetzung unserer Verordnung nun in einer Warteschleife“, erklärte Lawrence.

Aus diesem Grunde beruht die Einführung der Gebühren auf Plastiktüten weiterhin auf freiem Willen. „Manche Supermärkte geben das Geld weiter an Wohlfahrtsorganisationen. Das war eigentlich nicht die Idee - wir wollten das Geld nur für Umweltprojekte einsetzen“, sagte Lawrence weiter. Dies werde aber durch die anstehende landesweite Gesetzgebung korrigiert, über das momentan noch ein Forum verhandelt. Das Forum bestehe aus allen Interessenträgern, doch wann die landesweite Gesetzgebung in Kraft treten soll, ist bisher nicht bekannt.

Inzwischen ruft der Treuhandfonds alle Geschäftsinhaber landesweit auf, einen Namibia-Dollar für jede Plastiktüte zu verlangen. „Jeder Geschäftsinhaber hat das Recht, eine Gebühr zu erheben. Es ist allein Ihre Entscheidung“, teilte der Fonds jetzt mit. Dies wäre ein großer Schritt nach vorn für Namibias Umwelt. Außerdem würde die Bevölkerung auf Dauer von den Spenden profitieren.

Gleiche Nachricht

 

Aufruf zur Säuberungskampagne am Samstag

vor 7 stunden | Natur & Umwelt

Das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) hat alle Namibier aufgefordert, an der für den 21. September angesetzten, nationalen Aufräumaktion teilzunehmen, auch wenn der Schwerpunkt...

N?aJaqna-Hegegebiet investiert selbst

vor 7 stunden | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek/Tsumkwe Gerade hatte sich der N?aJaqna-Clan erfolgreich gegen die Entwicklung und Aufteilung ihres Kommunalgebiets gewehrt, weil dies nicht ihren Vorstellungen entsprach (AZ...

Plastikgebühr ab Oktober in Kraft

vor 1 tag - 19 September 2019 | Natur & Umwelt

Windhoek (cev) – Ab kommenden Monat wird auf jede Einkaufstüte eine staatliche Abgabe in Höhe von 0,50 Namibia-Dollar fällig sein. Das bestätigte gestern das Finanzministerium...

Hegegebiet neu überdacht

vor 2 tagen - 18 September 2019 | Natur & Umwelt

Von Catherine Sasman & Frank Steffen, Windhoek Das Ministerium für Landreform (MLR) hat den Plan, neun Landwirtschaftseinheiten im Schutzgebiet der NǂaJaqna, in dem Bezirk...

Phosphat-Gegner gewinnen Zeit

1 woche her - 11 September 2019 | Natur & Umwelt

Von Clemens von Alten, WindhoekIm Vorfeld der Verhandlung am Obergericht, machte der Gewerkschaftsdachverband NUNW (National Union of Namibian Workers) auch in Windhoek gegen den geplanten...

Meeresschildkröte in Walvis Bay gerettet

1 woche her - 11 September 2019 | Natur & Umwelt

Eine Meeresschildkröte wurde gestern Morgen an der Landungsbrücke vom Fischereiunternehmen Freddie Fish in Walvis Bay gefangen. „Sie war sehr erschöpft und ist am Auge verletzt“,...

Verendeter Elefant ohne Stoßzähne wird jetzt untersucht

1 woche her - 11 September 2019 | Natur & Umwelt

Swakopmund/Omaruru/Windhoek (er) • Auf einer Farm in der Erongo-Region wurde am Wochenende ein angeblich vergifteter Elefant entdeckt – seine Stoßzähne waren entfernt worden. „Wir untersuchen...

Massendemo gegen Phosphatabbau

1 woche her - 10 September 2019 | Natur & Umwelt

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Walvis Bay/Windhoek„Der Abbau von Phosphat vom Meeresboden, wird das Meer verunreinigen und das Leben im Wasser zerstören“, sagte Paulus Hango, Präsident des...

Namibias Vogelwelt

vor 2 wochen - 06 September 2019 | Natur & Umwelt

Haben Sie sich je gefragt, wie lange der Maskenweber braucht um ein Nest zu bauen oder was ein Strauß frisst? Oder wie viel ein Honigsauger...

Finanzhilfe gegen Klimawandel

vor 2 wochen - 05 September 2019 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek Der namibische Minister für Umwelt und Tourismus (MET), Pohamba Shifeta, kündigte gestern die Unterzeichnung einer Abmachung an, laut der ein...