28 Oktober 2020 | Polizei & Gericht

Frauenhäuser Mangelware in Namibia

Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt haben oft keinen Zufluchtsort

Ein landesweiter Mangel an Frauenhäusern und Sozialarbeitern ist laut Aussagen der Behörden eine der größten Herausforderungen im Kampf gegen die nicht abreißende Gewalt gegen Frauen und Kinder in Namibia.

Von Henriette Lamprecht und Steffi Balzar, Windhoek

Nach Angaben der Ministerin für Geschlechtergleichheit, Doreen Sioka, verfügt der Staat insgesamt über acht staatliche Notunterkünfte für Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt, die jedoch aufgrund von Personalmangel immer noch nicht in Betrieb genommen werden können.

Das derzeit landesweit einzig privat geführte Frauenhaus, Friendly Haven in Windhoek, kann 21 Frauen und ihre Kinder beherbergen und versorgt diese mit Mahlzeiten und bietet auch eine seelische Betreuung an. Friendly Haven erhält vom Staat einen monatlichen Zuschuss von 26 000 Namibia-Dollar. Laut Grotzinger betragen die Kosten pro hier untergebrachter Person etwa 438 Namibia-Dollar pro Tag. Bei einer vollen Auslastung entspricht dies circa 285 138 Namibia-Dollar pro Monat. Ein Teil der Unterhaltungskosten wird durch Spenden gedeckt, manchmal müssten die Vorstandsmitglieder jedoch selbst finanziell aushelfen.

Laut Elsabe Grotzinger, einem Vorstandsmitglied von Friendly Haven, gibt es keine weiteren Unterbringungsmöglichkeiten für Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt, sollte das Frauenhaus voll belegt sein. „Wir befinden uns seit zehn Jahren in Gesprächen mit der Regierung. Wir haben angeboten, Frauenhäuser im Auftrag des Staates zu verwalten. Die Regierung wäre dann nur für die Kostendeckung dieser zuständig, “ gab Grotzinger an.

Die Ministerin gab zuvor an, dass es in ihrer Abteilung einen Personalmangel auf regionaler und kommunaler Ebene gebe, was eine Herausforderung für die effektive Verwaltung von Programmen darstelle. „Zu wenige Sozialarbeiter, die sich auf GBV konzentrieren, bedeutet beispielsweise, dass ein einziger Sozialarbeiter für 11 000 Kinder verantwortlich ist“, so die Ministerin. Aufgrund der enormen Belastung seien diese Sozialarbeiter überarbeitet gewesen und hätten daraufhin Stellen in anderen Institutionen angenommen.

Teil des Nationalen Aktionsplans des Ministeriums (2019 - 2023) gegen geschlechtsspezifische Gewalt sind Standardverfahren für Frauenhäuser im Land, die festlegen, wie dieser verwaltet werden, um die Sicherheit und das Wohlergehen der Opfer zu gewährleisten. Der Plan sieht vor, dass in jeder Region des Landes Frauenhäuser eingerichtet werden, „damit niemand alleingelassen wird.“

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