08 Januar 2019 | Natur & Umwelt

Fracht ist auf dem Hafengelände

Südafrikanische Manganerz-Fracht nicht beschlagnahmt - nur umdirigiert

Die acht Manganerz-Frachten, die am vergangenen Freitag in Lüderitzbucht eintrafen, sind nicht laut einem Gerichtsbeschluss beschlagnahmt worden. Die Polizei war lediglich der Aufforderung des Umweltkommissars gefolgt und hatte das Abladen vor der Stadt verboten. Neun vorige Frachten müssen binnen fünf Tagen verschoben werden.

Von C. Sasmann & F. Steffen, Lüderitzbucht/Windhoek

„Wenn von ‚beschlagnahmten Fahrzeugen‘ die Rede ist, stimmt das nicht, denn es hat ja bisher weder einen dringenden Antrag irgendeines Klägers noch einen entsprechenden Gerichtsbeschluss gegeben“, meinte eine anonyme Einwohnerin des Küstenorts Lüderitzbucht gestern in einem Gespräch mit der AZ und verwies damit auf die elektronischen Medienberichte, laut denen die Polizei am vergangenen Freitagmorgen acht Lastkraftwagen „impounded“ haben soll.

Immerhin sei beim Gerangel um den geplanten Manganerz-Export über den Lüderitzbuchter Hafen vorerst Ruhe eingekehrt meinte die besagte Lüderitzbuchterin. Laut ihr könne es selbst zu einer weiteren Gesprächsrunde kommen mit dem Ziel den Vorgaben des Umweltgesetzes gerecht zu werden. „Denn die Umsetzung des Projektes scheint prädestiniert. Teilweise sind die Angestellten dieser Firmen dabei - darunter namibische Bürger -, sich nach Wohnungen umzusehen. Sie müssen also ziemlich überzeugt davon sein, hier bleiben zu können“, erklärte sie.

Einer der Einwohner der Küstenstadt, Crispin Clay hatte bereits am vergangenen Freitag berichtet, dass der namibische Umweltkommissar Teofilus Nghitila die Polizei eingespannt habe, nachdem der Kommissar dem Projekt einen sofortigen Einhalt geboten hatte. Dies war ein erster Schritt nachdem feststand, dass die beiden südafrikanischen Firmen TradePort Namibia und Pektranam den Export von Manganerz aus den Minen unweit von Kuruman im Nordost-Kap über den Lüderitzbuchter Hafen abwickeln wollten, ohne vorher eine Umweltverträglichkeitsstudie vorgenommen zu haben und dadurch in den Besitz einer Unbedenklichkeitsbescheinigung gelangt zu sein (AZ berichtete). Außerdem wurden zwei Beamte des Umweltministeriums (MET)zur Küstenstadt geschickt, damit das Verbot durchgesetzt werde.

Am Wochenende wurde wiederholt über die Beschlagnahmung von acht Lkws mitsamt Fracht berichtet, die am Freitag in Lüderitzbucht eingetroffen waren. Die lokale Polizei hatte das Löschen der Fracht verboten. Bereits am 1. Januar 2019 waren die ersten neun Lieferungen von TradePort auf einem Gelände der Bahngesellschaft Transnamib außerhalb der Stadt abgeliefert worden und nun schaltete sich angeblich Transnamib ein, die von TradePort die Räumung des Geländes verlangt haben soll. Auch die beiden MET-Beamten haben der Firma TradePort fünf Tage Zeit eingeräumt, das bereits benutzte, offene Lager zu reinigen und zu rehabilitieren.

Nach einem Gespräch zwischen dem örtlichen Polizeichef und dem lokalen NamPort-Vertreter sowie den Lkw-Fahrern durften immerhin die acht neuen Lieferungen in einem geschlossenen Schuppen auf dem Hafengelände untergebracht werden, der bisher von der Skorpion-Mine in Rosh Pinah genutzt worden war.

Die Einwohner hatten sich über parteipolitische Interessen hinweggesetzt und als geschlossene Front gegen diese Entwicklung gewehrt, die der lokalen Bevölkerung kaum Verdienst beschert, aber die erfolgreiche Aquakultur-Entwicklung gefährden könnte. Desto auffälliger war die Bemerkung zu diesem Thema seitens der Vize-Bürgermeisterin Brigitte Fredericks (die sich „Namaqueen“ nennt) auf der Lüderitzbuchter Facebook-Seite: „In Lüderitz ist kein Platz für Oppositionelle. Wir werden diese bereits am Willkommensschild zurückweisen. Swapo ist die einzige Partei, der wir trauen. Verschwenden Sie nicht ihr Geld an Treibstoff, indem Sie jetzt hierherkommen.“

Gleiche Nachricht

 

Forstwirtschaft erreicht Scheideweg

vor 2 tagen - 19 März 2019 | Natur & Umwelt

Von Marc SpringerWindhoekWie der Minister vergangene Woche auf Fragen des PDM-Abgeordneten Nico Smit, in der Nationalversammlung mitteilte, finde „kein kommerzielles Ernten von Nutzhölzern“ in Namibia...

Bei den Farmern macht sich Unmut breit

vor 6 tagen - 15 März 2019 | Natur & Umwelt

Von Marcel Nobis, Windhoek/Omatjete Die Meinung einiger Dorfbewohner war unmissverständlich: Die Elefanten müssen weg! Auf T-Shirts trugen sie diese Botschaft, als Umwelt- und Tourismusminister Pohamba...

Viehkraal bleibt ungenutzt

vor 6 tagen - 15 März 2019 | Natur & Umwelt

Von Nina Cerezo, Windhoek/MbakondjaEine durchaus große Zahl an Nutztieren könnte in dem kürzlich errichteten Kraal in der Siedlung Mbakondja nördlich von Palmwag Platz finden, wie...

Unkontrollierte Rodung der namibischen Rotholz-Wälder

1 woche her - 13 März 2019 | Natur & Umwelt

Eine typische Aufnahme aus der Luft von Stellen und Gebieten im Ost- und West-Kavango sowie der Sambesi-Region, an denen scheinbar unvermindert wertvolle Bäume abgeholzt werden....

Raubbau in Wäldern dauert an

1 woche her - 13 März 2019 | Natur & Umwelt

Von C. Sasman & F. Steffen, Windhoek Obwohl das namibische Umweltministerium am 26. November 2018 ein Moratorium gegen das Fällen und den Handel von Bäumen...

Erde bebt bei Karibib

vor 2 wochen - 06 März 2019 | Natur & Umwelt

Swakopmund/Karibib (er) • Eine gewaltige „Explosion“ wollen zahlreiche Bewohner im Erongo-Gebirge, vor allem in den Ortschaften Karibib, Omaruru und Usakos, in der Nacht von Samstag...

Shifeta kritisiert Abholzung

vor 2 wochen - 05 März 2019 | Natur & Umwelt

Windhoek/Omatjete (mno) - Bei Feierlichkeiten zum internationalen „Tag des Artenschutzes“ hat Umwelt- und Tourismusminister Pohamba Shifeta das Ministerium für Landwirtschaft, Wasser und Forstwirtschaft scharf angegriffen....

Jagdverband kritisiert Töten der Hyänen

vor 2 wochen - 05 März 2019 | Natur & Umwelt

Windhoek (nic) – Der namibische Berufsjagdverband (Napha) betrachtet die Entscheidung des Umweltministeriums, die Hyänen in der Garub-Ebene zu erlegen, mit „großer Sorge“. In einer schriftlichen...

Wohin mit den Tieren?

vor 2 wochen - 04 März 2019 | Natur & Umwelt

Von Nina Cerezo, WindhoekUmwelt- und Tourismusminister Pohamba Shifeta sprach immer wieder von einer „kurzfristigen Lösung“: Die Hyänen in der Garub-Ebene seien nach den fehlgeschlagenen Fangversuchen...

Fohlen der Wilden Pferde weiterhin wohl auf

vor 3 wochen - 26 Februar 2019 | Natur & Umwelt

Die Hoffnung bei den Wilden Pferden in der Garub-Ebene bei Aus dauert an – noch am Donnerstag wurde das von den Hyänen angegriffene Fohlen gesichtet,...