27 August 2015 | Glosse

Für alle Fälle unterwegs gewappnet sein

Wenn Staat und Beamtentum in Anonymität verfallen und wenn schon die kleinste telefonische Nachfrage von einer Stelle an die nächste weitergeleitet wird, weil am anderen Ende der Telefonleitung niemand Bescheid weiß, wer eigentlich zu einer sachlichen Antwort imstande sein könnte – wenn denn der Anruf überhaupt angenommen wurde… Jesslaik, so´n Bandwurmsatz muss sowahr sommer xhou-xhou abgebrochen werden, denn bei genau diesem Versuch, Umgang und Frust mit Instanzen – eigentlich unnötig – schildern zu wollen, werden wir in den Sog des bürokratischen Wirrwarrs und in die Grauzone der Unwägbarkeit hineingezogen. Das schlängelt sich ermüdend in die Länge. Das schlägt sich in der Sprache nieder. Aber im Rahmen des Heldenpathos der Tage müssen wir dennoch auf Staatsbedienstete und auf Mann und Frau auf der Straße zurückkommen. Wenn´s gut geht, ham beide Seiten Arbeit, die Frage is aber immer, ob se die auch verrichten. Bei uns isses üblich, dass viele Leut ´n Job ham und dafür am Monatsende Ovimariva kriegen, ohne was dafür zu tun. Das wär´ eigentlich zu vertragen, wenn für die Nixtuer Heinzelmännchen einsprängen, aber jeder weiß, dass die aus den Bilderbuchseiten nich heraussteigen. Also, ´s geht hier um Heldentum und sein Gegenteil, Feigheit vor normaler Pflicht. Von den Heroen verlangen wir keine Supermann-Tat. Wir verlangen bleddy-well nur, dass jeder seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit tut. Im Etoscha-Nationalpark bedeutet das, dass Wildhüter und sonstiges Personal nich nur die Viecher mit Loch im Pelz vor Wilddieben schützen, sondern, dass die auch die Einrichtungen der Nation zu pflegen wissen. Die Buschlatrinen, die schon huka im Park und in sinnvoll bestimmter Entfernung voneinander errichtet wurden, sind Einrichtungen der Nation. Nenn sie wie Du willst, Buschklo, Abort, Sch-Haus, Lokus, Etoscha-Toilette, Wildnis-Kloake, Häuschen – das is alles völlig egal, solange die Fässilitie funktioniert und reingehalten wird. Aber da kannste heut´ was erleben, die Kehrseite der Nation, um´s milde zu sagen. Als Meme Maria Kapere Staatssekretärin des Ressorts Umwelt und Tourismus war, so um 2001 rum, ham wir ihr aus erster Hand mit Fragen eine komplette Schittstorm-Dokumentation geliefert. Nach drei Monaten und mehreren Nachfragen hat Meme dann geantwortet. Es ging darum, dass ihre Wildwarte und sonstige Staatsangestellte des Etoscha-Parks die Touristen zwangen, ihr Geschäft nich in der abgeschirmten Wildnis-Kloake, sondern bei geringer Sichtdeckung sommer so im freien Gelände verrichten. Und das, obwohl jeder Besucher beim Parkeintritt einen Denkzettel erhält, welche Regeln zu beachten sind. Nämlich, dass bei einer Not des Stoffwechsels der Mensch nich sommer so in den Busch geht und scheint die Sonne noch so heiß…, sondern den strategisch eingerichteten Abort benutzt. 2001 wie heute sind diese Einrichtungen verdreckt, verschissen, vernachlässigt, so dass die Leut wieder Landminen im Umkreis der Fässilities des Tourismus-Ministeriums pflanzen… So lebt das Anti-Heldentum im Lande der Braven und Bravourösen lustig weiter. Und der Mensch und Besucher wird von den Angestellten gezwungen, die Parkregeln zu brechen. Deshalb empfehlen wir als unentbehrliche Reiseausrüstung den Soldatenspaten und Ombampira. Auch ein Kettie dazu, um Löwen und Beamte zu verscheuchen, die den Touristen beim Geschäft stören könnten.

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