03 März 2017 | Natur & Umwelt

Fortschritte im Tierkonflikt

Umweltministerium und Interessenvertreter planen nächste Schritte

Mehr als 50 Menschen sind in den vergangenen fünf Jahren durch Zwischenfälle mit Wildtieren umgekommen, hinzu kommen Nutztierverluste. Im Rahmen der Konferenz zum Mensch-Tier-Konflikt wurden diese Woche konkrete Maßnahmen besprochen, die dem entgegenwirken sollen.

Von Annika Brohm, Windhoek

Die Entwicklung und Installation von Frühwarnsystemen standen im Fokus vieler Lösungsansätze, die Experten am gestrigen zweiten Tag der Konferenz in Windhoek vorgestellt haben. „Wir müssen die Gefahren durch Wildtiere frühzeitig erkennen, so dass wir entsprechend reagieren können“, erklärte Kenneth Uiseb vom Umweltministerium. Sein Vorschlag: Die Nutzung von Bewegungssensoren und GPS-Ortungshalsbändern soll es ermöglichen, die Verhaltensmuster von Tieren zu analysieren und dementsprechend darauf zu reagieren.

Ähnliche Projekte werden bereits in zentralen Teilen des Landes umgesetzt, um Konflikten mit Leoparden und Geparden entgegenzuwirken; auch in der Gegend rund um die „Elefantenhochburg“ Kamanjab wurden kürzlich 200 Dickhäuter mit Ortungssensoren ausgestattet. „Solche Maßnahmen müssen überall angewendet werden können“, so Uiseb. „Dafür muss allerdings zunächst die nötige Wissensgrundlage geschaffen werden. Wenn das gelingt, können Frühwarnsysteme maßgeblich zu einem besseren Miteinander von Mensch und Tier beitragen.“

Auch im Umgang mit Wüstenlöwen konnten bereits Erfolge mit dem Einsatz von GPS-Ortungshalsbändern erzielt werden, wie Löwenforscher Dr. Philip Stander erzählte. „Die Ortung der Tiere muss allerdings langfristig durchgeführt werden, mit kurzfristigen Maßnahmen können wir nichts erreichen“, so Stander. Und auch Uiseb betonte trotz aller Erfolge, dass Frühwarn- und Ortungssysteme nicht allein die Lösung des Konfliktes zwischen Mensch und Tier darstellen können. „Dieser Ansatz muss mit anderen Maßnahmen kombiniert werden, alles andere wäre nutzlos. Fest steht, dass wir nicht so weitermachen dürfen wie bisher“, erklärte er.

Das Umweltministerium hat mit der Überarbeitung der Richtlinien zum Mensch-Tier-Konflikt auf die aktuelle Entwicklung reagiert, der Entwurf wurde gestern im Plenum diskutiert. Neben der Verbreitung der vorgestellten Frühwarnsysteme sieht dieser unter anderem die Einrichtung eines staatlichen Versicherungssystems vor. Betroffene sollen demnach Entschädigungen für durch Wildtiere verursachte Verluste erhalten. Auch die Aufklärung der ländlichen Bevölkerung soll künftig verstärkt werden, so könnten vor allem im Norden des Landes weitere Konflikte vermieden werden. „Wir müssen eine Balance zwischen den Interessen der Bevölkerung und dem Erhalt der Wildtiere finden“, erklärte Umweltminister Pohamba Shifeta. „Trotz aller Schwierigkeiten müssen wir die Tiere weiterhin wertschätzen.“ Diese Botschaft soll am heutigen Tag des Artenschutzes nochmal betont werden; zum Abschluss der Konferenz wird auch Präsident Hage Geingob erwartet.

Gleiche Nachricht

 

„Namibia ist kein Müllplatz“

vor 1 tag - 15 Dezember 2017 | Natur & Umwelt

Ein verärgerter Einwohner von Wlotzkasbaken, Gert Heussen, schickte als „besorgter Caostodian“ einige Fotos an die AZ und drückte seinen Ärger aus über die fehlende Hygiene...

LAC kämpft für Wildtierschutz

vor 2 tagen - 14 Dezember 2017 | Natur & Umwelt

Von Nina Cerezo, WindhoekDas Zentrum für Rechtsbeistand (LAC) unterstützt gemeinsam mit dem Missionsleiter der US-Botschaft, Peter Lord, den Kampf gegen Wilderei mit Sachspenden im Gesamtwert...

Muscheln nicht essbar

vor 2 tagen - 13 Dezember 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek/Walvis Bay (ste) – Das Fischereiministerium warnt in einer Pressemetteilung die Öffentlichkeit vor dem Verzehr von Muscheln, die aus dem als Aquakulturgebiet Nr.1 bekannten Meeresteil...

LAC engagiert sich für Anti-Wilderei

vor 3 tagen - 13 Dezember 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek (nic) – Das Zentrum für Rechtsbeistand (LAC) unterstützt gemeinsam mit dem Missionsleiter der US-Botschaft Peter Lord den Kampf gegen Wilderei mit Sachspenden im Gesamtwert...

Umweltjournal publiziert

vor 3 tagen - 13 Dezember 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek (ste) - Die renommierte namibische Umweltkammer NCE hat die erste Veröffentlichung des „Namibian Journal of Environment“ (JNE) angekündigt. Laut einer Mitteilung des NCE-Leiters Dr....

„Namibia ist kein Müllplatz“

vor 4 tagen - 12 Dezember 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek/ Wlotzkasbaken (ste) – Ein verärgerter Einwohner von Wlotzkasbaken, Gert Heussen, schickte als „besorgter Caostodian“ einige Fotos an die AZ und drückte seinen Ärger aus...

Studie bündelt Kritik an MET

1 woche her - 05 Dezember 2017 | Natur & Umwelt

Von Marc Springer, WindhoekIn einem vor kurzem veröffentlichten Bericht seines ständigen Ausschusses für Habitat-Fragen weist der Nationalrat unter Berufung auf öffentliche Anhörungen in einigen nördlichen...

Walskelett kommt ins Museum

1 woche her - 05 Dezember 2017 | Natur & Umwelt

Windhoek/Swakopmund (Nampa/nic) – Mit dem Skelett des kürzlich in Swakopmund gestrandeten Wals hat Namibia weltweit ein Einzelstück. So ist es der erste vollständige Knochenbau der...

Spende soll Mensch-Tier-Konflikt entschärfen

1 woche her - 05 Dezember 2017 | Natur & Umwelt

Der namibische Tour- und Safari-Verband TASA will das das Programm für den Mensch-Tierkonflikt (HWC) unterstützen. Das teilte die Organisation vergangene Woche mit. Dazu erhält die...

Studie untersucht Reizthema

1 woche her - 04 Dezember 2017 | Natur & Umwelt

Von Marc Springer, WindhoekDer Abschlussbericht basiert auf öffentlichen Anhörungen in den Regionen Sambesi, Oshikoto, Oshana, Ohangwena, Omusati, Kunene, Kavango und Erongo, wo Konflikte zwischen ländlichen...