19 März 2019 | Natur & Umwelt

Forstwirtschaft erreicht Scheideweg

Shifeta: Kahlschlag bedroht letzte Waldgebiete – Moratorium gegen Raubbau hält

Namibia könnte binnen 20 Jahren der Verlust seiner Rosenholz-Wälder drohen, wenn das Fällen von Bäumen in früherem Ausmaß andauern würde. Davor hat Umweltminister Pohamba Shifeta gewarnt und damit auch sein Moratorium gegen den Kahlschlag verteidigt.

Von Marc Springer

Windhoek

Wie der Minister vergangene Woche auf Fragen des PDM-Abgeordneten Nico Smit, in der Nationalversammlung mitteilte, finde „kein kommerzielles Ernten von Nutzhölzern“ in Namibia statt, seitdem er im November ein vorläufiges Verbot gegen die Vergabe dafür notwendiger Lizenzen verhängt habe. Ferner betonte er, das Gegenteil werde nicht durch die Vielzahl mit Holz beladener Lastwagen belegt, die in der Regel aus Nachbarländern wie Angola, Sambia und der Demokratischen Republik Kongo stammen und ihre Fracht lediglich durch Namibia transportierten.

Gleichzeitig räumte er unter Berufung auf eine von ihm unternommene Forschungsreise ein, dass vor dem Moratorium vor allem in Kavango-Ost ein Raubbau an den dort vorhandenen Wäldern stattgefunden habe und ohne eine dafür erforderliche Unbedenklichkeitsbescheinigung rund 390 Lizenzen zum Holzfällen vorgeben worden seien. Auf Grundlage dieser irregulären Lizenzen seien vor Erlass des Moratoriums schätzungsweise 68000 Bäume illegal gefällt und über Walvis Bay, Buitepos und Ngoma ins Ausland verfrachtet worden.

Hätte er kein Moratorium verhängt und das Abholzen von Bäumen in diesem Ausmaß angedauert, wären wissenschaftlichen Prognosen zufolge die einzigen Waldgebiete in den Regionen Kavango und Sambesi binnen 20 Jahren verschwunden, erklärte Shifeta. Dies wäre besonders bedauerlich, weil Namibia ein arides Land und eine Wiederaufforstung deshalb anders als in subtropischen Gebieten kaum möglich sei. Darüber hinaus handele es sich bei vielen geschützten und illegal gefällten Bäumen um seltene Edelhölzer, die erst nach rund 100 Jahren nachwachsen und deshalb nicht kurzfristig ersetzt werden könnten.

Es dürfe also nicht zugelassen werden, dass einzelne Farmer in Waldgebieten aus kurzfristigem Profitstreben die letzten Waldgebiete des Landes aufs Spiel setzten. Gleichzeitig räumte er ein, dass das Landwirtschaftsministerium nicht genügend Kontrolle über die Holznutzung im Lande ausübe. Dies sei jedoch schwierig, weil es dem dafür zuständigen Direktorat für Forstwirtschaft an Personal fehle, die große Anzahl mit Holz beladener Lastwagen zu überprüfen bzw. den Export des Rohstoffes ins Ausland zu überwachen.

Eine derartige Aufsicht werde ferner dadurch erschwert, das Bäume häufig nachts gefällt würden und sich kaum rekonstruieren lasse, woher das auf Lastwagen transportierte Holz stamme. Darüber hinaus lasse sich nachträglich kaum klären, ob Holzstücke mit geringem Umfang, lediglich Äste größerer Bäume seien, oder von jungen Bäumen stammten, die nicht hätten gefällt werden dürfen.

Grundsätzlich würde das Ministerium eine „Abholzung in großem Stil nicht unterstützen“, vor allem dann nicht, wenn dieses Holz nicht lokal verarbeitet werde und folglich keine nationale Wertschöpfung stattfinde. Dementsprechend kündigte der Minister an, man werde mit allen gesetzlichen Möglichkeiten gegen das illegale Abholzen vorgehen und dabei auch keine Rücksicht auf Personen nehmen, die sich auf angebliche Unkenntnis geltender Bestimmungen berufen würden.

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