11 September 2017 | Lokales

Flughafen-Chaos dauert an

Verspäteter Abflug durch Wartezeiten - Lob und Tadel für Scanner

Nach der Einführung der biometrischen Erfassung am Hosea-Kutako-Flughafen bei Windhoek hat das Chaos am Wochenende angedauert. Bei der Ausreise haben die langen Wartezeiten sogar dazu geführt, dass die Abflugzeit nicht eingehalten wurde. Zu den Scannern selbst gibt es geteilte Meinungen.

Von Stefan Fischer, Windhoek

Passagiere der KLM, die Samstag nach Amsterdam flog, haben vom Einchecken bis zum Einsteigen in den Flieger etwa 2,5 Stunden gebraucht. „Der Flug wurde schon zum Einsteigen aufgerufen, als wir noch in der Schlange zum Scannen standen“, berichtet eine Passagierin aus Deutschland der AZ. Und: „Alles in allem echt eine Katastrophe.“ Der Flieger sei aber pünktlich gestartet.

Nicht so die Air-Namibia-Maschine, die gestern um 16 Uhr nach Kapstadt abheben sollte. Bei der Passkontrolle habe es einen Menschenstau von rund 200 Passagieren gegeben, manche seien aber ohne den Scanprozess durchgewinkt worden, berichtete ein Namibier der AZ und sprach von sehr frustrierten Fluggästen.

Vergangene Woche waren zunächst Probleme bei ankommenden Passagieren bekannt geworden. Zwei Stunden und 15 Minuten nach Landung der Eurowings-Maschine habe Ernst Wallner, Inhaber von Namibian Life Travel, am vergangenen Donnerstag warten müssen, bis seine Gäste mit Gepäck in die Ankunftshalle gekommen seien. „Sie haben gesagt, dass das Scannen und die Warterei sehr nervig war“, sagte Wallner im AZ-Gespräch. Auch er sei sauer gewesen, habe außerdem noch 40 N$ Parkgebühren zahlen müssen. „Ich habe von dem neuen System nichts gewusst“, sagte er, und: „Jetzt habe ich all meine Kunden informiert, dass sie sich auf längere Wartezeiten einstellen müssen.“ Der Unternehmer gibt zu bedenken: „Laut Erfahrung dauert die Erfassung mindestens zehn Minuten pro Passagier. Am Dienstag landen binnen einer Viertelstunde zwei große Flieger: von Ethiopian Airlines und von Qatar Airways. Wenn dann 700 Fluggäste in die Einreisehalle strömen, kann man sich das Chaos vorstellen.“

Für Carsten Möhle, Inhaber von Bwana Tucke-Tucke, ist eine biometrische Erfassung nach eigenen Aussagen „normal“. Er kenne solche Systeme vom Flughafen Johannesburg sowie von Grenzübergängen Sambia/Mosambik und Sambia/Tansania, sagte er auf AZ-Nachfrage und schätzte mit Bezug zu Namibia ein: „Das Problem ist das Volumen; seit weitere Fluggesellschaften Windhoek anfliegen, sind es einfach zu viele Passagiere.“ Zwar stünden seine Abholer jetzt etwa eine Stunde länger in der Ankunftshalle und habe er schon Stadtrundfahren absagen müssen, weil die Gäste nicht rechtzeitig aus dem Flughafen gekommen seien, räumte Möhle ein, gab sich aber optimistisch: „Jetzt muss Routine reinkommen, das wird sich in den nächsten sechs Wochen normalisieren.“

Am Donnerstag in der Warteschlange gestanden hat auch Vera Kotrschal. „Bei mir hat das Scannen der Fingerabdrücke nicht funktioniert, nach dem 10. Versuch hat man mich durchgewinkt“, berichtete die Mitarbeiterin der EU-Delegation in Windhoek. Ihren Angaben zufolge waren nicht alle Schalter besetzt. Die Erfassung von biometrischen Daten sei ihr nicht neu, sie kenne das System aus Accra/Ghana, wo es ca. 2014 eingeführt worden sei. Dort habe es zunächst ähnliche Probleme gegeben wie jetzt in Windhoek. „Daraufhin wurden der Flughafen umgebaut und erweitert sowie weitere Schalter eingerichtet“, so Kotrschal. Generell begrüße sie diese Methode, denn: In Ländern mit geringen Sicherheitsvorkehrungen könne Kriminalität besser gedeihen, sagte sie.

Das verantwortliche Innenministerium schweigt zu der Situation.

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