11 August 2020 | Angeln

Fisch wird jetzt versteigert

Entgegen Versprechen, werden Lokalfischereien limitiert beachtet

Der namibische Fischereiminister Albert Kawana hat wiederholt das Versprechen seines Vorgängers Bernhard Esau wiederholt, künftig die Lokalwirtschaft bevorzugen- und einen maßgeblichen Anteil der Fischquoten an Unternehmen mit lokaler Beteiligung vergeben zu wollen. Diese Bevorzugung schlägt sich nun in 40 Prozent nieder.

Von Frank Steffen, Windhoek

Auf Nachfrage des Vorsitzenden des Dachverbandes der Namibischen Fischereiverbände (Confederation of Namibian Fishing Associations, CNFA), Matti Amukwa, gab der namibische Fischereiminister, Albert Kawana, bekannt, dass „die Regierung momentan damit beschäftigt ist, Quoten, die dem Staat als Optionen zustehen, an den höchsten Bieter zu versteigern.“ Dies entspreche der letzten Absprache zwischen dem Fischereisektor und dem Staat am 27. Juli 2020, denn der Staat müsse dringend in den Besitz von Devisen gelangen, damit er teure Medikamente im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie beschaffen und einsetzen könne.

Nach dem Fishrot-Skandal in dem der vorige Fischereiminister sowie der ehemalige Justizminister verstrickt sind, führt diese Nachricht mancherorts zu Befremden. Das Ministerium für Fischerei war in den vergangenen Monaten peinlichst bemüht, alle Quotenunterhandlungen transparent zu gestalten, doch scheint diese Entwicklung weitgehend unbekannt gewesen zu sein. An die Medien ging beispielsweise diesmal keine Nachricht - das Antwortschreiben des Ministers wurde ihnen aber von Drittparteien zugespielt. Die Regierung hat sich demnach entschlossen, 40 Prozent aller Quoten für Kap-Bastardmakrelen (Horse Mackerel) und Kap-Seehecht (Hake) an Unternehmen zu vergeben, die bereits aktiv an der namibischen Fischereiindustrie beteiligt sind. Dies entspreche einem Antrag seitens der Fischereiverbände.

Genauer gab Kawana an, dass jeweils 40 Prozent der ausgeschrieben Quoten für 72000 metrische Tonnen Kap-Bastardmakrele, 11000 metrische Tonnen Hecht und 392 metrische Tonnen Atlantischer Seeteufel (Monk) an Lokalunternehmen vergeben werden sollen. 70 Prozent dieser Fänge dürften aufgrund der viel kürzeren Fangzeit verarbeitet und gefroren an Land gebracht werden, und nur 30 Prozent als Frischfisch zu Land verarbeitet werden.

Die Erklärung erntet in der Öffentlichkeit Kritik nachdem der Staat wiederholt versprochen hatte, die Fischquoten künftig vor allem solchen Unternehmen anbieten zu wollen, die eine starke Lokalbeteiligung belegen können. Im Fischereisektor befürchten einige Teilnehmer, dass die Regierung auf diese Weise außerdem erneut internationalen Fischereiunternehmen Tor und Tür öffnet und somit kaum von ihrer bisherigen und vielmals umstrittenen Verfahrensweise abweicht.

Gleiche Nachricht

 

Quoten-Auktion generiert ein Vermögen

vor 2 wochen - 31 August 2020 | Angeln

Swakopmund/Windhoek (er) - Die Regierung hat bei der kontroversen Versteigerung von Fischfangquoten knapp 630 Millionen Namibia-Dollar eingenommen - dieser Betrag ist fast doppelt so hoch,...

Minister erklärt Quoten-Auktion

vor 3 wochen - 24 August 2020 | Angeln

Windhoek (cev) – Die Fischfangquoten werden nicht nur versteigert, um Medizin und Gesundheitsprogramme zu finanzieren, sondern um allgemein die Regierung im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie...

Fisch wird jetzt versteigert

vor 1 monat - 11 August 2020 | Angeln

Von Frank Steffen, Windhoek Auf Nachfrage des Vorsitzenden des Dachverbandes der Namibischen Fischereiverbände (Confederation of Namibian Fishing Associations, CNFA), Matti Amukwa, gab der namibische Fischereiminister,...

Bedenken über Crew-Wechsel

vor 2 monaten - 14 Juli 2020 | Angeln

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Walvis Bay „Liebe Walvis Bayer. Wir sind auf uns allein gestellt. Das Regime kümmert sich nicht um uns, weil ihr finanzielles Interesse...

Kawana will Fischbestände neu erfassen

vor 2 monaten - 25 Juni 2020 | Angeln

Windhoek (ste) - Der namibische Fischereiminister Albert Kawana tritt ein schweres Erbe an, nachdem er den der Korruption bezichtigten Bernhard Esau ab dem 13. November...

Großfang von Galjoen löst Kritik aus

vor 2 monaten - 22 Juni 2020 | Angeln

Swakopmund/Henties Bay (NMH/er) - Ein Foto von hunderten Galjoen, die von Mitgliedern des Hanganeni Fischereiverbandes für Freischafende (Hanganeni Artisanal Fishing Association, AFA) gefangen wurden und...

Produktionsniveau reduziert

vor 3 monaten - 12 Juni 2020 | Angeln

Von Erwin Leuschner Swakopmund/Walvis BayVor wenigen Monaten wurde in der Fischereiindustrie die Produktion komplett gestoppt, nun liegt der Unternehmensdurchsatz bei nur noch 66 Prozent des...

Fischer-Demo wird verboten

vor 4 monaten - 27 April 2020 | Angeln

Swakopmund/Walvis Bay (er) • Am Freitagmorgen wurde in Walvis Bay eine Demonstration von Brandungsanglern von der Polizei aufgelöst. Etwa 30 Angler hatten sich vor dem...

Chinesische Trawler dürfen abfahren

vor 5 monaten - 01 April 2020 | Angeln

Von Erwin Leuschner, SwakopmundEs hat weder eine Festnahme gegeben, noch wurde Anklage gegen eine Person auf den sechs chinesischen Fischtrawlern erhoben, die am vergangenen Freitag...

Bergung von Kapitän nahezu unmöglich

vor 6 monaten - 06 März 2020 | Angeln

Von Erwin Leuschner, Swakopmund Das Unternehmen Hangana Seafood, eine Tochterfirma der Ohlthaver & List-Gruppe (O&L), hat die Suche nach Carlo Gordon bzw. die Bergung der...