08 April 2021 | Leserpost

Finanzamt Neubrandenburg

Finanzamt Neubrandenburg: Im März vergangenen Jahres fand ich in meinem Postfach in Eros überraschend einen Steuerbescheid vom Finanzamt Neubrandenburg. Dort sind seit ein paar Jahren alle deutschen Auslandsrentner zusammengefasst. Der Grund meines Leserbriefes ist der, dass viele von Ihnen wahrscheinlich auch solch ein Schreiben bekommen haben/werden.

Man forderte von mir als deutschem Rentner für die Jahre 2015-19 eine Nachzahlung von über 15000 Euro. Ich habe das erst für ein Versehen gehalten, habe ich doch mit Deutschland seit über einem Jahrzehnt rein gar nichts mehr zu tun. Ich sollte meine Steuern erklären, ansonsten drohe mir die Pfändung meiner DRV Rente.

Diese Steuererklärungen sollen ja per Software ganz einfach sein, aber auf meinen Fall passte da nichts. Ich habe dann hier in Namibia steueranwaltliche Hilfe gesucht und nicht gefunden. Die Vollstreckung drohte und dann stieß ich in meiner Not im Internet auf einen Anwalt in Freiburg, der auf Steuerrecht für Rentner im Ausland spezialisiert ist. Ich schrieb die Kanzlei an und man versicherte mir die Steuerforderungen auf ein paar Hundert Euro begrenzen zu können. Das Angebot war für die ersten zwei Jahre je 300 Euro und für jedes weitere 200 Euro.

Meine Familie und ich sind hier in Namibia bekannt, ich kriege hier keine Kommission oder dergleichen, mir geht es nur darum, anderen den Forderungen des Finanzamts Neubrandenburg einen Ausweg zu zeigen. Es bedurfte bemerkenswert weniger Unterlagen und binnen Tagen(!) hatte der Anwalt die Steuererklärungen fertig und eingereicht.

Das gefiel dem Finanzamt nicht. Ich wurde für Kindergeld veranschlagt, welches ich nie bezogen hatte und die Damen und Herren dort drüben gingen davon aus, dass hier jeder Mensch eine Staatsrente bekommt. Es bedurfte eines Ganges zum Abstempeln von EU-Formblättern hier beim Finanzamt (9h00 abgegeben, 14h00 fertig) und einer „Negativ-Bescheinigung“ von GIPF, die ich wundersamerweise entgegen allen Erwartungen binnen Minuten per E-Mail erhielt. Dann gab es ein langes Schweigen und dann das erlösende Schreiben: Die aktuellen Forderungen des Finanzamts Neubrandenburg gegen mich betragen null Euro.

Das waren wohl angelegte 1200 Euro für den Anwalt. Super! Der Name der Kanzlei ist Haberbosch & Straub. Das kann jeder selbst googeln. Ansonsten fragen Sie mich ruhig per E-Mail: [email protected]

Hendrik Ehlers

Windhoek

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