21 August 2019 | Meinung & Kommentare

Öffentliche Meinung ist egal

Im Januar 2019 gingen die Einwohner der Hafenstadt Lüderitzbucht auf die Barrikaden, als das südafrikanische Logistikunternehmen TradePort massenweise in Südafrika abgebautes Mangan vor der Stadt abzuladen begann.

Wer den „Südwester“ erlebt hat, weiß mit welcher Wucht dieser, sowie die Winde aus den restlichen Himmelsrichtungen, Dreck in die Luft peitschen. Da wird leichter Staub, wie bspw. schwarzer Manganstaub, zwangsläufig in der Umgebung abgelagert. Nicht zuletzt in den maritimen Anlagen, die von Privatinvestoren unter schwierigsten Umständen in der Bucht entwickelt worden sind.

Die Regierung ruft wiederholt die Privatwirtschaft auf, Ansätze zu schaffen und zwecks Arbeitsbeschaffung in die Wirtschaft zu investieren, aber sobald sich die eigenen Interessen mit denen einer privatgeschaffenen Lokalwirtschaft schneiden, fällt der Staat diesen Betrieben scheinbar rücksichtslos in den Rücken!

Wie sonst ist zu erklären, dass sich die Beamten der Umwelt- und Transportministerien sowie das Personal von Staatsbetrieben wie der Bahngesellschaft TransNamib und der Hafenbehörde NamPort scheinbar so rücksichtslos über alle Umweltverordnungen und -Bestimmungen hinwegsetzen?

Im Januar schrieb die AZ in einem Kommentar: „In Südafrika meinte einer der Beamten (der nicht genannt werden wollte) gegenüber der NMH, dass an dem Mangan-Deal nicht zu rütteln ist, denn ‚die obersten Etagen' seien darin die Entscheidungsträger.“ Dabei soll es sich um politische Entscheidungen Südafrikas sowie Namibias gehandelt haben, die während des berüchtigten China-Gipfels „zugunsten Afrikas“ entstanden sein sollen.

Keine acht Monate später liegen Unbedenklichkeitsbescheinigungen und Genehmigungen vor, ohne dass die „Buchter”, die möglicherweise künftige Gesundheitsschäden werden tragen müssen, ordentlich zu Rate gezogen worden sind. Ob Phosphat, Holz oder Mangan, unser Staat muss immer mit dem Kopf durch die Wand, bevor ihn die Meinung der Öffentlichkeit interessiert!

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