19 November 2021 | Natur & Umwelt

„Feine Balance“ verlangt

Meeresraumplanung gewinnt an Fahrt - Neuer Bericht vorgestellt

Wie kann man den Schutz und die Nutzung eines gleichwertigen Meresgebietes in Einklang bringen? Eine Herausforderung, die viele Länder konfrontiert. Namibia will dies mit einer sogenannten maritimen Raumordnung (MSP) ansprechen – ein neuer Zwischenstandbericht wurde gestern offiziell veröffentlicht.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund

Die vielfältige und steigende Anzahl menschlicher Aktivitäten und Interessen im Ozean erfordert eine sorgfältige Koordination und Zusammenarbeit bei der Nutzung. Aus diesem Grund ist eine maritime Raumordnung (Marine Spatial Planning, MSP) erforderlich, um den Einklang zwischen Schutz und Nutzung zu herzustellen, stellte Fischereiminister Derek Klazen gestern fest. „Die Meeresraumplanung stellt den Beginn eines Transformationsprozesses dar, um unseren Ozean wirksam zu schützen, die Erzeugung nachhaltiger Produkte zu ermöglichen und gewährleisten, dass der Reichtum des Ozeans auf gerechte Weise genutzt wird“, sagte er in Swakopmund und fügte hinzu, dass ein MS-Plan das „nachhaltige blaue Wachstum fördern“ werde.

Laut Dr. Anja Kreiner, Vorsitzende der MSP-Arbeitsgruppe, ist es entscheidend, dass es eine Gesetzgebung gibt, um einen MSP auch durchzusetzen – dies gibt es in Namibia noch nicht. „Der Ozean verlangt ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen sozioökonomischer Entwicklung und ökologischer Nachhaltigkeit“, so Kreiner.

Der gestern veröffentlichte Zwischenbericht wird als eine Wissensgrundlage bezeichnet, die einen wichtigen Teil bei der Planung des MSP darstellt. Auf den über 180 Seiten werden alle aktuellen und geplanten Aktivitäten vor Namibias Küste mit Daten analysiert, zusammengefasst und schließlich mögliche Ko-Existenzen oder Konflikte zwischen den unterschiedlichen Aktivitäten aufgezählt.

So wurde beispielweise eine „potenziell für beide Seiten vorteilhafte Beziehung“ zwischen dem Artenschutz und Katamaranfahrten sowie Kajak-Touren identifiziert. Außerdem wurde eine Synergie zwischen dem Bergbau (im Meer) und der Gezeitenenergie (Zukunftsoption) festgestellt. Zudem könnten künftig verlassene Küstendiamantengebiete für Tourismusaktivitäten oder mögliche Marikultur-Entwicklungen benutzt werden.

Es werden aber auch zahlreiche branchenübergreifende „Konflikte“ aufgezählt. „Das offensichtlichste Beispiel sind seismische Messungen und die Ausbeutung geologischer Ressourcen, die sich angesichts des Einflusses auf die Umwelt mit den meisten anderen Aktivitäten nicht vertragen“, heißt es. Seismische Messungen werden als schädlich für Fische und Säugetiere bezeichnet, weshalb dies nicht gleichzeitig mit der Schleppnetz- oder Grundleinenfischerei stattfinden sollte. „Seismische Messungen sollten während der Brutsaison des Südlichen Glattwals, während Zeiten der Walwanderungen oder der Laichzeit des Kap-Seehechts vermieden werden“, heißt es. Als weiterer Konflikt werden Schifffahrtswege genannt, die einen negativen Einfluss auf Säugetiere haben könnten, sollte der Seeverkehr deutlich zunehmen.

Gleiche Nachricht

 

Viele Buckelwale verendet

vor 9 stunden | Natur & Umwelt

Swakopmund/Walvis Bay (er) - Knapp zehn Wale sind in den vergangenen drei Monaten entlang Namibias zentraler Westküste gestrandet. „Das sind die Tiere von denen wir...

Doktoranden für die Weltklimapolitik

vor 1 tag - 30 November 2021 | Natur & Umwelt

Von Kevin Santy WINDHOEK„Multilaterale Umweltverträge waren noch nie so wichtig wie jetzt, wo die Weltgemeinschaft zusammenarbeitet um Herausforderungen wie Klimawandel, Bodendegradation und den Verlust der...

Toter Buckelwal nahe der Mole gestrandet

vor 2 tagen - 29 November 2021 | Natur & Umwelt

Ein junger Buckelwal ist am Samstag in Swakopmund tot an Land gespült. Der Kadaver des Tieres liegt am Strand nahe dem gelben Imbisswagen Fork ’n...

Elefantenmutter lehnt junges Kalb ab

vor 2 tagen - 29 November 2021 | Natur & Umwelt

Swakopmund/Omshila-Gondjimba (er) - Ein zwei Wochen altes Elefantenkalb hat bei der Okutala-Lodge südlich von Okaukuejo bzw. dem Etoscha-Nationalpark ein neues Zuhause gefunden, nachdem die Elefantenmutter...

ReconAfrica erneut unter Beschuss

vor 5 tagen - 26 November 2021 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek In dieser Woche fand eine Versammlung der Mitglieder des George-Mukoya-Hegegebiets oberhalb des Khaudum-Nationalparks statt. Das kanadische Gas- und Ölexplorationsunternehmen Reconnaissance Energy...

Skelettküsten-Nationalpark wird aufgeräumt

vor 5 tagen - 26 November 2021 | Natur & Umwelt

Umweltminister Pohamba Shifeta (M.) hat am Mittwoch eine Aufräumkampagne im Skelettküsten-Nationalpark gestartet. Bei der offiziellen Feierlichkeit bei Terrace Bay war auch Altpräsident Sam Nujoma (vorn...

Spende wiederholt gefeiert

1 woche her - 24 November 2021 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek Vor etlichen Monaten war ReconAfrica in internationalen Medien und vor allem vom ReconAfrica-Kritiker und Leerverkäufer Viceroy dafür kritisiert worden, dass es...

Simson Uri-Khob vom SRT für sein Lebenswerk ausgezeichnet

1 woche her - 24 November 2021 | Natur & Umwelt

Als Simson Uri-Khob Anfang der 1990er Jahre dem Save the Rhino Trust (SRT) beitrat, war Namibias Spitzmaulnashornpopulation, die einzige weltweit, nach einer schrecklichen Dürre sowie...

Der Herr der Bäume

1 woche her - 22 November 2021 | Natur & Umwelt

Lea Dillmann Windhoek„Siehst du diesen groß gewachsenen Baum dort drüben?“, fragt Jaco Fourie und zeigt in Richtung eines rund 30 Meter hohen Baumes mit dicken...

#aznamnews: MEFT sucht das Gespräch mit Tourismus-Industrie

1 woche her - 20 November 2021 | Natur & Umwelt

Das Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus (MEFT) will sich im ganzen Land mit Interessenträgern der Tourismus-Industrie treffen. Es geht um die Wiederbelebung dieses Sektors,...