05 August 2019 | Meinung & Kommentare

Fehlende Erklärung weckt Neugier

Die Tage sind vorbei als sich die Mehrheit des Landes einfach von der Meinung des einzelnen Politikers hat leiten lassen. Genügend Umfragen belegen mittlerweile, dass die Regierung einen maßgeblichen Teil des früher so selbstverständlichen Vertrauens seitens der Bevölkerung, eingebüßt hat. Und das hat weniger mit opportunistischen Oppositionspolitikern zu tun (denn die Mehrheit davon wacht nur alle vier Jahre kurz vor der Wahl auf), sondern eher mit der Tatsache, dass sich die namibischen Wähler zu oft hintergangen wähnen.

Grundsätzlich sollte man einem Staatsoberhaupt vertrauen dürfen, aber genauso wenig wie Amerikaner ihrem Präsidenten vertrauen, wenn er sich mit dem russischem Präsidenten zu einem Privatgespräch unter vier Augen trifft, so wenig trauen Namibier einem namibischen Präsidenten, der sich mit dem chinesischen Staatsoberhaupt hinter verschlossenen Türen trifft. Dasselbe Misstrauen setzt sich dann auch fort, wenn unsere Landesführung einem russischen Oligarchen Land verpachtet oder sich mit reichen Mexikanern trifft. Das sind wirkliche „politische Realitäten“, wie man es den Medien so gerne vorhält.

Ein Finanzminister, der im Namen der namibischen Regierung hinter einem kleinen Teil der chinesischen Hilfe an Afrika (60 Mrd. USD) hinterherhechtet und uns versichert, dass diese Hilfe keine Verpflichtungen nach sich zieht, darf nicht ein mögliches Hilfspaket in Höhe von 40 Milliarden Euro einfach abtun und behaupten, dass keiner so viel Geld hergibt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Denn selbst wenn es eine Erwartung geben sollte, gehört sie sich angehört - nicht weniger als wie bei der dann wohl doch zutreffenden Erwartung seitens China.

Die Regierung täte gut daran in einem Wahljahr alle Themen, die nur annähernd Fragen aufwerfen, sofort und unmissverständlich zu klären. Denn nichts weckt unsere Neugier so schnell wie die scheinbare Unwilligkeit seitens der Behörden, einfache Themen verständlich aus dem Weg zu räumen.

Von Frank Steffen

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