12 April 2021 | Politik

Farmverkauf nicht unlauter

Premierministerin unter Korruptionsverdacht - Schlettwein klärt auf

Premierministerin, Saara Kuugongelwa-Amadhila, wird vorgeworfen eine ihr vom Staat übertragene „Umsiedlungs-Farm” an diesen für teures Geld zurückverkauft zu haben. Die Farm soll sich zudem bereits in einem desolaten Zustand befunden haben. Der Landwirtschaftsminister verneint eine Bevorzugung der Premierministerin.

Von Steffi Balzar, Windhoek

Der Premierministerin, Saara Kuugongelwa-Amadhila, wurde vergangene Woche im Parlament von der Opposition vorgeworfen, eine ihr im Rahmen des Landumverteilungsprogramms des Staats zugeteilte „Umsiedlungs-Farm“ (resettlement farm) an diesen für einen horrenden Preis zurückverkauft zu haben. Ein Leser hatte der AZ zuvor Familienbilder der Farm Duwib vor dem Verkauf an Kuugongelwa-Amadhila übermittelt, mit denen er den scheinbaren Verfall der Farm dokumentiert. Ihm zufolge soll sich die Farm beim Verkauf 2012 in einem voll betriebsfähigen Zustand befunden haben, eine Tatsache, die sich in den vergangenen Jahren eindeutig geändert habe.

Der Landwirtschaftsminister, Calle Schlettwein gab indessen am Freitag in Windhoek bekannt, dass die Premierministerin dem Ministerium im Januar vergangenen Jahres die Farmen Duwib 1149 (circa 5008 Hektar) und den Teil Agenab der Farm Goab 760 (circa 2750 Hektar) zum Kauf angeboten habe. Beide der Farmen liegen in der Otjozondjupa-Region und befanden sich zum Zeitpunkt des Verkaufs laut Schlettwein in legalem Besitz der Firma „Seize the Moment Investment Fifty Six CC“. Diese gehört zu gleichen Teilen Kuugongelwa-Amadhila und ihrem Mann. „Die Farmen wurden von dem vorherigen Eigentümer, einem ehemalig bevorteiltem Namibier, an Seize the Moment Investment Fifty Six CC verkauft und am 28. Februar 2012 auf deren Namen überschrieben“, hieß es ferner. Die Farmen befanden sich somit in Privatbesitz und es handle sich dabei eindeutig nicht um Land der Regierung, das diese zurückgekauft habe. „Es ist faktisch falsch zu behaupten, dass die Premierministerin zu irgendeinem Zeitpunkt umgesiedelt wurde oder eine ‚Umsiedlungs-Farm‘ beantragt hat“, so der Landwirtschaftsminister.

Die Farmen mussten laut geltendem Gesetz zuerst dem Staat zum Kauf angeboten werden, was am 20. Januar 2020 geschehen sei. Das Ministerium bewertete die Farmen und befand sie als geeignet für ihr Umsiedlungsprogramm. „Die Farmen wurden abgeschätzt und der Firma ein Gegenangebot gemacht“, hieß es ferner. Nach Preisverhandlungen wurde für Farm Duwib ein Hektarpreis von 1713 N$ festgelegt und für den Teil Agenab auf der Farm Goab eine Summe von 2100 N$ pro Hektar ausgehandelt. Die Farmen wurden laut Erklärung am 18. Dezember 2020 an den Staat überschrieben, nachdem für Farm Duwib eine Summe von circa 8,6 Mio. N$ und für den Farmteil Agenab knapp 5,8 Mio. N$ berechnet worden war, woraus die Summe von 14436748 N$ für beide Ländereien entstand.

„Die Farmbesitzer (Seize the Moment Investment Fifty Six CC) wurden bei dem Kauf nicht bevorzugt behandelt, wie es in den Anschuldigungen heißt“, so Schlettwein. Der Marktwert der Farmen sei durch den Vergleich anderer verkaufter Objekte (Sales Comparison Approach) bestimmt worden. Aus 13 Farmen, die zur selben Zeit verkauft wurden, habe man insgesamt fünf Vergleichsobjekte ausgesucht, die sich in direkter Nähe der zu verkaufenden Farmen befinden. Diese seien im Falle von Duwib für einen Hektarpreis von 1746 N$ und 1600 N$ verkauft worden. Bei Farmteil Agenab lagen die Vergleichsfarmen bei einem Hektarpreis von 2292 N$, 2000 N$ und 2700 N$. Laut Dokumenten des Ministeriums erstand dieses im Zeitraum 20/21 insgesamt zehn Farmen. Farm Duwib erzielte in diesem Vergleich den niedrigsten Hektarpreis, der Farmteil Agenab den vierthöchsten.

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