13 Dezember 2018 | Natur & Umwelt

"Farmer tragen die Schuld"

Forstamt sieht sich nicht verantwortlich für Kavango-Misswirtschaft

Hinsichtlich des landesweit verurteilten Baumschlags in den Kavango-Regionen weist der Minister für Landwirtschaft, Wasserbau und Forstwirtschaft gemeinsam mit seinen Abteilungsleitern jegliche Schuld von sich. Unter bestehender Gesetzesgrundlage liege es am Farmer die verlangte Umweltstudie vorzunehmen.

Von Frank Steffen, Windhoek

Der Minister für Landwirtschaft, Wasserbau und Forstwirtschaft (MAWF), Alpheus !Naruseb, erkennt kein Fehlverhalten seitens des Forstamts und hält gemeinsam mit seinem Staatssekretär, Percy Misika, fest an der Meinung, dass die Farmer dazu berechtigt gewesen seien, Holzfäller-Anträge beim MAWF einzureichen sowie diese zu bekommen. „Es liegt am Farmer auch die restlichen Gesetze zu beachten und somit der umweltgesetzlichen Anforderung einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu entsprechen“, erklärte der Minister wiederholt.

Der MAWF-Minister hatte gestern zu einer Pressekonferenz eingeladen, bei der er Erklärungen zu einer allmählichen Verschiebung des Veterinärzauns an die Nordgrenze Namibias, sowie die zunehmende, landesweite Wasserkrise und über die umstrittene Rolle des Forstamts bei der Vergabe von Holzfäller-Genehmigungen in den Kavango-Regionen abgab. Erwartungsgemäß verblassten die beiden erstgenannten Themen schnell, wogegen sich der Minister, sowie seine Vizeministerin Anna Shiweda, Staatssekretär Misika und der Direktor des Forstamts, Joseph Hailwa, zunehmend in Erklärungsnot fanden, was das unkontrollierte Holzfällen anbetrifft (AZ berichtete). Argumente seitens der Medien, dass Holzfäller-Genehmigungen nur aufgrund einer bestehenden Unbedenklichkeitsbescheinigung, die wiederum auf einer Umweltverträglichkeitsprüfung beruht, ausgestellt werden dürften, ließ !Naruseb nicht gelten.

Farmer tragen Verantwortung

„Das MAWF hat sich an die bestehende Gesetzgebung gehalten. Immer wieder wird von einem angeblich unrechtmäßigen Kahlschlag berichtet, dabei haben die Farmer eine Bestandsaufnahme des bestehenden Forsts eingereicht und dementsprechend Genehmigungen erhalten. Dabei stehen solche Farmer in der Pflicht, sich auch nach den restlichen Gesetzen zu richten“, meinte Misika und sah sich von seinem Chef bestätigt als !Naruseb hinzufügte: „Farmer dürfen sich nicht hinter einer Unkenntnis des geltenden Umweltgesetzes verstecken. Es lag an ihnen sich eine gültige Unbedenklichkeitsbescheinigung zu besorgen!“

Beide Entscheidungsträger wiesen auf die „bestehende Forst-Nachhaltigkeitsstrategie“ hin, laut der die Bestandsaufnahmen der Farmer als Grundlage gedient hätten, bevor eine bestimmte Anzahl Bäume zur Fällung freigegeben wurden. Direktor Hailwa erklärte ferner, dass keine Bäume neu gepflanzt würden: „Wir verlassen uns in dieser Hinsicht seit Jahr und Tag auf eine natürliche Regenerierung des Baumbestands - das hat immer geklappt.“

130 Permits werden zu 500

Misika hatte zu einer vorigen Gelegenheit von etwa 130 Genehmigungen gesprochen (AZ berichtete) und wollte sich diesmal nicht über die Anzahl der bestehenden Permits auslassen. Allerdings weiß Forstamtleiter Hailwa von „mindestens 500 Genehmigungen“, die momentan suspendiert wurden und bleiben, bis die betroffenen Farmer eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegen können.

Laut !Naruseb sei es an der Zeit, dass die Medien in ihrer Berichterstattung nicht von „illegalen Permits“ sprächen, sondern müsse der Fokus schlicht und einfach auf das „illegale Holzfällen“ verschoben werden. Diese Form des Verbrechens werde momentan vom MAWF in Zusammenarbeit mit der namibischen Polizei bekämpft. Laut Hailwa werde sämtliches dadurch konfiszierte Holz in den kommenden Tagen versteigert.

Misika erkennt indessen keinen Grund warum das MAWF einen Einfluss auf den Verkaufsentschluss der Farmer nehmen sollte. Es stehe dem Eigentümer des Holzes frei, sein Produkt an eine chinesische oder sonstige Firma seiner Wahl zu verkaufen; dies sei ein normaler Geschäftsentschluss. Letztendlich lenkte er doch noch ein, und lamentierte die Tatsache, dass die Ausfuhr eines Rohprodukts nicht der Regierungsstrategie des „Growth at home“ (Lokale Wertschöpfung) entspreche.

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