31 August 2009 | Wirtschaft

Farmer drängen auf Abschluss

Windhoek - "Wir möchten das Ministerium für Handel und Industrie ermutigen, das IEPA erfolgreich abzuschließen - zum Vorteil der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette in Namibia", heißt es als Schlussfolgerung in einer gemeinsamen Erklärung der Verbände NNFU (für kommunale Farmer), NLU (für kommerzielle Farmer) und NECFU (für so genannte kommerzielle Emerging-Farmer) vom vergangenen Freitag.

In der Erklärung wird die Verhandlungsposition der namibischen Regierung vor dem Hintergrund gewürdigt, dass ein Handelsabkommen mit der EU-Kommission den Wegfall der Einnahmen aus der Zollunion SACU für Namibia (derzeit acht bis neun Mrd. N$ pro Jahr) bedeuten würde. Andererseits wird darauf hingewiesen, wie wichtig der zoll- und mengenfreie Export von hiesigen Produkten in den EU-Markt sei, der Namibia seit 1.1.2008 eingeräumt wurde.

Allein im vergangenen Jahr sei Rindfleisch im Wert von 434 Mio. N$ in die EU exportiert worden. Würde die EU-Zollfreiheit im schlimmsten Fall durch ein Scheitern des Handelsabkommens wegfallen, müssten durchschnittlich 98 Prozent Zölle auf in die EU ausgeführtes Rindfleisch gezahlt werden. Dies hätte eine "zerstörerische Wirkung auf den gesamten Landwirtschaftssektor", zumal die Erschließung von alternativen Absatzmärkten einen Preisverfall von Rindfleisch in Namibia um 20 Prozent bedeuten würde.

Ähnlich verhalte es sich mit dem Export von namibischen Tafeltrauben, von denen derzeit über 50 Prozent der Gesamtproduktion in die EU-Länder ausgeführt würden. Die Preise dafür seien durch die Weltwirtschaftskrise bereits um 40 Prozent gefallen. Die Aufhebung der Zollfreiheit würde eine achtprozentige Besteuerung und unter den jetzigen Bedingungen eine "ökonomische Zerstörung" dieser Branche bedeuten. Im Jahr 2006 - also noch vor dem Wegfall der Zölle - hat Namibia 22500 Tonnen Tafeltraubern mit einem Warenwert von 400 Mio. N$ in die EU exportiert. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

In der Erklärung wird ebenso darauf hingewiesen, dass eine von der Regierung angestrebte Verschiebung der Veterinärgrenze (Rote Linie) nach Norden "keinen direkten Zusammenhang" mit den IEPA-Verhandlungen habe. Davor hatte vor kurzem Calle Schlettwein, Staatssekretär im Finanzministerium, gewarnt (AZ berichtete). Indes sollten Regierung und Lebendvieh-Industrie weiter daran arbeiten, die Gefahr von Maul- und Klauenseuche in dem Gebiet nördlich des Veterinärzaunes dauerhaft auszuschalten, heißt es.

Der Lebendvieh-Sektor sei sich den Folgen eines potenziellen Verlusts des bevorzugten Zugangs zum EU-Markt sowie der notwendigen Diversifizierung des Absatzmarktes bewusst, wird zu dieser Thematik zusammengefasst. Wenn die Vorteile zum Export in die EU nicht mehr existierten, würden die Farmer nördlich und südlich der Veterinärgrenze verlieren.

Im Dezember 2007 hatten Namibia und die EU-Kommission ein Interims-Handelsabkommen paraphiert, das aber noch nicht unterschrieben und deshalb noch nicht in Kraft getreten ist. Dieses IEPA ist die Vorstufe zu einem endgültigen EPA-Vertrag.

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