23 Dezember 2009 | Natur & Umwelt

Etoscha: Verbrannte Erde

Etoscha/Windhoek - Die letzten Feuer, vermutlich durch Blitzschlag entstanden, wüteten dem Hauptnaturschutzbeamten des Etoscha-Nationalparks, Michael Sibalatani zufolge in der vergangenen Woche in der Nähe der Wasserstelle Goas bei Halali und in der Andoni-Fläche in der Nähe des King-Nehale-Eingangstors nördlich von Namutoni. Im Oktober berichtete die AZ, dass zu dem Zeitpunkt bereits ein Drittel der Weide des Parks abgebrannt war. "Große Teile im Westen des Parks brannten Ende Oktober ab. Wahrscheinlich entstanden diese Brände ebenfalls durch Blitzschlag", sagte Sibalatani. Der Hauptnaturschutzbeamte vermutet, dass inzwischen etwa 70 Prozent der Weide des Nationalparks den Flammen zum Opfer gefallen ist. In manchen Gebieten fiel ein wenig Regen und zeigt sich frisches Grün an der Basis der verkohlten Mopanebüsche. Dagegen ist fast kein neuer grüner Grashalm zu sehen. Experten sind besorgt, denn wenn die derzeitige Regensaison wie voraus gesagt unter dem Durchschnitt ausfallen sollte, könnte es zu Problemen in Namibias bekanntestem Park kommen. "Wir hatten eine ähnliche Situation im Jahre 2006, obwohl damals weitaus weniger Fläche abgebrannt war. Die Regensaison war sehr schwach und auf den abgebrannten Stellen spross hauptsächlich Unkraut. In der darauffolgenden Saison hatte sich das Gras jedoch wieder erholt", sagte Sibalatani.
Neun Feuer zerstörten zwischen August und Oktober dieses Jahres bereits mehr als 7650 Quadratkilometer nutzbare Weide in dem 22879 km" großen Nationalpark. Die Etoscha-Pfanne und 14 weitere kleine Pfannen umfassen eine Fläche von 5506 km" im Park.
"Die meisten Tiere in der Halali-Gegend sind wegen fehlender Weide in die Namutoni-Gegend oder die restlichen noch vorhandenen Weidegebiete in der Okaukuejo-Gegend gezogen", sagte der Naturschutzbeamte. Die Verantwortlichen des Ministeriums für Umwelt und Tourismus im Etoscha-Nationalpark hoffen auf baldige und gute Niederschläge, damit sich die abgebrannten Gebiete wieder erholen und die Tierherden ausreichend Futter erhalten. Ein Beamter meinte gegenüber der AZ, dass bei ausbleibenden Regen die Behörde nichts unternehmen könne, da niemand weiß, ob nicht ein weiteres Trockenjahr folgt. "Ich bin der Meinung, dass Etoscha eher unterstockt als überstockt ist und die Situation nicht ganz so drastisch sein wird wie einige vermuten", sagte Sibalatani. In den noch nicht von Feuern heimgesuchten Gegenden ist jedoch nicht immer Wasser vorhanden, außer wenn es dort zu guten Niederschlägen kommt und sich kleinere Pfannen und Senken mit Wasser füllen.
Zahlreiche Feuer auf benachbarten Farmen an der Südgrenze des Parks bereiteten den Naturschutzbeamten in den vergangenen Wochen weitere Probleme, da mit Hilfe von Gegenbränden vermieden werden musste, dass die Veldfeuer in den Park gelangen. Einige der Brände seien durch die Holzkohleherstellung auf diesen Farmen entstanden. Ob weitere Tiere bei den Feuern seit Oktober in den Flammen umkamen, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Zuvor waren zwei Elefanten erschossen worden, nachdem sie schwere Verbrennungen erlitten hatten.

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