25 November 2019 | Polizei & Gericht

Esau wehrt sich im Gericht

Außergewöhnliches Gerichtsschauspiel bis in den späten Sonntagnachmittag

Der ehemalige Fischereiminister Bernhardt Esau sowie der zurückgetretene Investec-Manager Ricardo Gustavo werden am Samstag verhaftet und ihre Immobilien beschlagnahmt. Esau zieht vor Gericht woraufhin sich den gesamten Sonntag eine außergewöhnliche Anhörung im Gericht abspielt, die in der Entlassung Esaus gipfelt.

Von F. Steffen und R. Rademeyer

Windhoek

Am vergangenen Samstag wurden der ehemalige Fischereiminister Bernhardt Esau und der unlängst zurückgetretene Investec-Immobilienmanager Ricardo Gustavo in ihren jeweiligen Wohnungen in Hochlandpark und im Anwesen der Finkenstein-Siedlung verhaftet. Dem folgte die sofortige Beschlagnahme ihrer angeblich unrechtmäßig erworbenen Immobilien, doch keine 24 Stunden später befand sich Esau wieder auf freiem Fuß, nachdem der Haftbefehl von der Richterin des Windhoeker Obergerichts, Hannelie Prinsloo, als ungültig befunden worden war.

Richterin Prinsloo hatte noch am Sonntagmittag den Antrag des ehemaligen Fischereiministers abgewiesen. Esaus Advokatenteam Tinashe Chibwana und Eliaser Nekwaya sowie sein Anwalt Apollos Shimakeleni hatten den Haftbefehl gegen ihren Mandanten, der auf dem Vorwurf angeblich empfangener Bestechungsgelder beruhte, angefochten. Die Verhaftung sowie die Beschlagnahmung der Immobilien seien illegal erfolgt und darum ungültig. Prinsloo vertagte den Fall anfangs auf Dienstag, und Esau sollte bis dahin in Gewahrsam bleiben. Dem Staatankläger Slysken Makando wollte sie Zeit einräumen, die zutreffenden Klagen und Argumente zu formulieren.

Allerdings fanden sich die Rechtsanwälte nachmittags um 15.30 Uhr erneut im Gericht ein und diesmal gab der Staatsankläger den Antragstellern Recht – somit erklärte Prinsloo den Haftbefehl als ungültig. Der namibische Polizeichef, General-Leutnant Sebastian Ndeitunga, versicherte der Öffentlichkeit, dass es ihm leid tue, dass die Verhaftung an einem technischen Fehler gescheitert sei: „Ich habe bereits ein Team zusammengestellt, das den gesamten Fall untersuchen wird. Jede Person, die sich an Namibias natürlichen Ressourcen bereichert hat, wird sich verantworten müssen.“

Ein Skandal um die Vergabe von Fischfangrechten in namibischen Gewässern hatte vor knapp einer Woche zum Rücktritt zweier der Mittäterschaft beschuldigten Minister geführt. Am vergangenen Samstag waren die namibische Polizei und die Anti-Korruptionskommission (ACC) gegen Esau und Gustavo vorgegangen. Esau hatte noch Samstagnacht vergeblich versucht, seinen Kautionsantrag vom Obergericht anhören zu lassen.

Esau und Sakeus Shanghala (ehemaliger Justizminister) hatten aufgrund der durch die Medien erhobenen Vorwürfe von Bestechungsansprüchen ihre Ämter niedergelegt. Ihnen wird vorgeworfen, im Tausch für Bestechungsgelder Fischfanggenehmigungen an das isländische Fischereiunternehmen Samherji vergeben zu haben. Der Geschäftsführer von Investec, James Hatuikulipi, trat zwei Tage nach den Ministern zurück – ihm wird vorgeworfen, das Vorhaben angeführt zu haben. Laut Paulus Noa, dem Generaldirektor der ACC, wurden auch Haftbefehle gegen Shanghala und Hatuikulipi ausgestellt – in der Tat gegen alle Beamte und Geschäftsleute, die in den Bestechungsskandal verwickelt sind.

Dies schließt auch den Cousin von James Hatuikulipi ein: Tamson (Fitty) Hatuikulipi ist mit der Tochter Esaus, Ndapandula, verheiratet. Indessen sollen sich Shanghala und James Hatuikulipi außer Landes befinden. Gustavo hatte keinen Kautionsantrag gestellt und bleibt in Haft.

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