21 November 2018 | Tourismus

Es muss gehandelt werden

Die wilden Pferde der Namib haben fünf harte Jahre hinter sich, die von einer schweren Dürre und der Bedrohung durch Hyänen geprägt waren. Der Pferdebestand ist dramatisch zurückgegangen, von 300 auf nicht einmal 80 Pferde.

Nach Aussage von Dr. Telané Greyling, die die Pferde seit mehr als 20 Jahren erforscht und eng mit der Namibia Wild Horses Foundation zusammenarbeitet, hat seit 2012 kein einziges Fohlen überlebt, das jüngste Pferd ist sechs Jahre alt ist. „Allein im Jahr 2013 fingen und töteten die Hyänen etwa hundert Pferde“, sagt die Biologin, „fünfzig davon Fohlen“.


Nach langersehnten Regenfällen konnte die Namibia Wild Horses Foundation die Fütterung der wilden Pferde Mitte dieses Jahres nach 27 Monaten einstellen. Die Öffentlichkeit hatte mit großzügigen Spenden zum Überleben der Namibs beigetragen. Endlich wuchs wieder Gras in den Ebenen um Garub, die wilden Pferde erholten sich, einige Stuten wurden trächtig. Vorsichtiger Optimismus machte sich breit, zumal die Hyänen in benachbartes Farmland weitergezogen waren. Das erste Fohlen erblickte im September das Licht der Welt.


Doch der Funken der Hoffnung erlosch schnell. Die Hyänen kehrten zurück und töteten drei der vier Fohlen, die bisher geboren wurden.

Vom Aussterben bedroht
Die Namibia Wild Horses Foundation ist der festen Überzeugung, dass die mehr als ein Jahrhundert alte Population der wilden Pferde vom Aussterben bedroht ist. Selbst mit den letzten guten Regenfällen haben Fohlen keine Überlebenschance, solange die Hyänen in der Gegend sind. Die Raubtiere haben ihre Beutezüge auf die erwachsenen Pferde wieder aufgenommen. Die Population ist derartig dezimiert, dass nur noch 33 Stuten übrig sind und der Genpool dieser einzigartigen Pferde gefährdet ist. Mannfred Goldbeck, der Vorsitzende der Namibia Wild Horses Foundation, sagt: „ Schon seit Monaten bemühen wir uns unermüdlich, vom Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) die Treuhänderschaft für die wilden Pferde zu erhalten, um ihre Zukunft zu sichern. Erfolglos. Wir bitten das Ministerium inständig, mit uns eine Lösung zu finden und die verbleibenden Pferde zu retten.“

Seit 2015 steht die Wild Horses Foundation mit dem MET im Dialog. Das Ministerium hat bisher keine Maßnahmen in Bezug auf die Hyänen ergriffen, da es Richtlinien für Nationalparks gibt, die Eingriffe in die Tierwelt untersagen. Das Ministerium befürwortet den Verbleib der wilden Pferde im Namib Naukluft Park, wo ihr Überleben jedoch ohne Intervention bedroht ist. Das Ministeirum ist nicht bereit, der Wild Horses Foundation die Treuhänderschaft für die Pferde zu übertragen. Diese würde es der Stiftung ermöglichen, geeignetes Land zu finden und die Pferde umzusiedeln, um ihr Überleben zu sichern. Die mangelnde Bereitschaft, sich mit der Situation der wilden Pferde zu befassen bzw. die Verantwortung dafür weiterzugeben, bedeutet den sicheren Tod der Pferdepopulation. Ohne sofortige Maßnahmen werden die einmaligen wilden Pferde der Namib schon bald der Vergangenheit angehören.

Die Wild Horses Foundation will den Pferden unbedingt helfen. Ihr sind jedoch die Hände gebunden, es sei denn, MET gewährt ihnen die Treuhänderschaft.


Ende einer Touristenattraktion?
Im Laufe der Jahre haben die wilden Pferde der Namib die Herzen von Menschen auf der ganzen Welt erobert. Millionen von Dollar wurden in den letzten drei Jahrzehnten von Tausenden von Menschen gespendet, um die Pferde zu füttern, damit sie Dürreperioden überstehen. Die Stiftung hat die Spenden verwaltet, die Lieferung des Futters organisiert und gewährleistet, dass die Pferde die schweren Zeiten überstehen. Angesichts der Untätigkeit des Ministeriums für Umwelt und Tourismus in der derzeitigen Situation sieht es jedoch so aus, als ob alle Bemühungen umsonst waren. Das Ministerium hat eine Verantwortung gegenüber den Pferden, den vielen Spendern, Namibia und seinen Menschen.

Die wilden Pferde der Namib gehören zu den Top 10-Touristenattraktionen in Namibia. Sie verkörpern den namibischen Geist der Freiheit, sind Thema zahlreicher Dokumentarfilme und haben dazu beigetragen, Namibia als beliebtes Reiseziel zu fördern. Sie sind Teil der Geschichte und des Erbes Namibias. Ihr Verlust würde dem Ansehen Namibias schaden. Die Namibia Wild Horses Foundation bereit wäre, Maßnahmen zu ihrer Rettung zu ergreifen.


Appell an das MET
MET, die Zukunft der wilden Pferde liegt in Ihren Händen! Und die Zeit läuft schnell ab.

Wir laufen Gefahr, unsere wilden Pferde zu verlieren. Die Uhr tickt unerbittlich, wir müssen jetzt handeln. Am Wochenende wurden Spuren gefunden, die belegen, dass auch das letzte Fohlen von Hyänen erbeutet wurde. Die nächsten Opfer werden die Stuten sein, bis keine mehr übrig ist.

Die Situation ist kritisch. Wir appellieren an das Ministerium, dringend eine Lösung zu finden, bevor die Population der wilden Pferde ausstirbt. Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite: www.wild-horses-namibia.com/foundation oder www.facebook.com/NamibiaWildHorses.


Inke Stoldt

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