21 Dezember 2006 | Kommentar

Es geht an die Substanz

Mit der massiven Kritik der Transportgewerkschaft NATAU (Namibia Transport and Allied Workers Union) am Managementstil der staatlichen TransNamib-Transportgesellschaft demonstrieren die Gewerkschafter ein Maß an Zivilcourage, das man ansonsten in ihren Reihen vermisst. Die acht Gewerkschaften, die dem mit der regierenden SWAPO liierten Dachverband NUNW angehören, greifen in der Regel kaum einen Betrieb an, der von der Regierungspartei - zumindest durch die Besetzung der Managementposten und daher durch die Parteihörigkeit der Amtsinhaber - gesteuert wird.

Bei dem Sturmlauf der NATAU auf TransNamib ist es anders. In der ersten Schusslinie steht der Exekutivdirektor (Chief Executive Officer) John Shaetonhodi, selbst ein erfahrener Alt-Gewerkschafter, aber nun Angeklagter der Arbeiterschaft, dass er in "abgekarteter Kollaboration" mit dem fünfköpfigen Vorstand die Transportgesellschaft in den Ruin führe.

Wichtig bei diesem Disput ist, dass hier kein Rassenressentiment mitschwingt, das leider zu oft bei anderen Arbeitgeber-, Arbeitnehmerkontroversen das Bild verzerrt. Wichtig ist, dass die Gewerkschaft die Verschwendung an Produktionsmitteln - stehende Lokomotiven sind totes Kapital, auch wenn sie aus China stammen - anprangert und den Vorstand sowie den Geschäftsführer unter Druck setzt, sich endlich öffentlich zu den Lokomotiven, aber auch zur Frage der Transparenz der Auslagerung der Güterdienste von TransNamib zu einem Privatunternehmen (Barloworld) zu äußern, das von einem früheren TransNamib-Geschäftsführer geleitet wird.

Bis zu seinem vorzeitigen Tode im März 2005 hatte der Ingenieur und frühere Vizeverkehrsminister Dr. Klaus Dierks zuletzt als TransNamib-Vorsitzender (immer für die Medien zugänglich) - übrigens mit dem Geschäftsführer Shaetonhodi - noch deutliche Erfolge in der Sanierung der staatlichen Transportgesellschaft erzielt. Jetzt scheint die Gesellschaft aus dem Ruder geraten zu sein.

Die Symptome zeigen sich am nüchternen Alltag. Die neue Vorstandsvorsitzende Foibe Namene hat es trotz mehrfacher Anfragen über zwei Tage, wie sie zu der Rücktrittsforderung steht, die NATAU an den Vorstand richtet, nicht geschafft wenigstens eine vorläufige telefonische Stellungnahme zu bieten.

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