29 Oktober 2015 | Wirtschaft

Es brodelt in der Fischerei

Von Clemens von Alten Windhoek Es seien die allgemeinen Arbeitsumstände in der namibischen Fischerei, die sich ändern müssten, erklärte gestern der Arbeitnehmerlobbyist und Präsident der noch jungen Gewerkschaft NANLO (Namibian National Labour Organisation), Evilastus Kaaronda, im AZ-Gespräch: „Einerseits dreht es sich um unbezahlte Überstunden, Arbeit an Wochenenden und Feiertagen sowie Nachschichten – andererseits um Angestellte, die ohne eine vernünftige Krankenkasse auf See geschickt werden oder mehr als die erlaubten drei Überstunden pro Tag arbeiten.“ Kaaronda erklärte, dass den Arbeitgebern und der Regierung ein Ultimatum gestellt wurde, dass innerhalb weniger Tage diese und andere Missstände angegangen werden – sonst sei ein Arbeitskampf nicht mehr aufzuhalten. Die Presseagentur Nampa berichtete, dass in den vergangenen Tagen knapp 200 Fischer in den Streik getreten seien. „Ich halte nicht viel von all diesen rechtlichen Einzelheiten“, sagte der Gewerkschafter auf AZ-Nachfrage und erklärt, dass es eine Frage von richtig oder falsch sei: „Wir sind alle Menschen – man kann nicht verlangen, dass jemand bspw. länger als drei Monate auf hoher See ist. Das ist einfach nicht richtig.“ In der schriftlichen Stellungnahme des Arbeitgeberdachverbandes, der Confederation of Namibian Fishing Associations, erklärt Vorstandsvorsitzende Matti Tushishi Amukwa, dass „die Betreiber der Fischereiindustrie keinem Fischer eine Lohnnachzahlung schulden“ würden. Doch Kaaronda sieht sich klar im Recht: „Oktober 2014 hat das Arbeitsministerium die Lohnstruktur in der Fischerei untersucht und vier oder fünf Verstöße gegen das Arbeitsgesetz identifiziert.“ Ihm zufolge sollte ein Unternehmen bei Regelverstößen den Betrieb einstellen. „Aber den Firmen wird erlaubt, weiter zu machen und weiter gegen Gesetze zu verstoßen – eine Regierung sollte das nicht zulassen“, so Kaaronda. Auch die Arbeitgeber gehen in ihrer Stellungnahme auf die Untersuchung der Gehaltsstruktur ein: „Das (Arbeits-)Ministerium hat beanstandet, dass in der Tat gewisse Berechnungen verkehrt sind.“ Gleichzeitig sei allerdings auch bemerkt worden, dass die Entlohnung zudem eine Gewinnbeteiligung als Vergünstigung enthalten werde. „Die Vertreter des Arbeitsministeriums haben ihre eigenen Berechnungen gemacht und darauf hingewiesen, dass die Gehaltsstruktur mit Kommission mehr Vorteile für die Arbeitgeber hat.“ Die Arbeitgeber sind damit der Ansicht, dass die derzeitige Gehaltsstruktur Überstunden, Nachtschicht sowie Arbeit an Fest- sowie Feiertagen und teilweise auch an Sonntagen angemessen berücksichtigt. „Ebenso haben wir den Gewerkschaftsvertretern deutlich gemacht, dass die Arbeitgeber bereit sind, die Gehaltstruktur zu ändern, solange nicht zusätzliche Kosten anfallen“, heißt es in der Erklärung des Dachverbands. In dem Schreiben beklagen die Fischereifirmen, dass eine „nicht anerkannte“ Gewerkschaft derzeit versuche, bei ihnen Mitglieder anzuwerben und als Teil dieser Aktion einen Streik anzuzetteln; die Arbeitgeber mahnen: „Einen solchen Arbeitskampf würden wir als illegalen Streik betrachten und entsprechend des Arbeitsgesetzes und den Disziplinarvorschriften damit umgehen.“

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