30 Dezember 2019 | Landwirtschaft

Ernährung in Namibia stets gefährdet

Nach frischen Niederschlägen bleibt der Weg zur erfolgreichen Ernte noch weit

Für die Kleine Regenzeit hatten Meteorologen mehr vorausgesagt, als was der Regenmesser generell angezeigt hat. In den Ackerbauregionen des Nordens haben die Bauern und Subsistenzfarmer allerdings im Dezember angefangen das Feld zu bestellen, obwohl die Saat in normalen Jahreszeiten einen Monat früher ausgestreut wird.

Von Eberhard Hofmann

Windhoek - Das Landwirtschaftsministerium hat zum Jahreswechsel mit Hilfe mehrerer verwandter Instanzen, darunter die Wetterbüros von Namibia und der Staatengemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC), im Rahmen des Frühwarnsystems zur Nahrungssicherheit sowie der Produktionslage im Landbau seine periodische Übersicht herausgegeben, Stand Dezember 2019. Vorige Prognosen der Meteorologen, dass die Kleine Regenzeit durchschnittlich bis überdurchschnittlich ausfallen würde, haben sich nur stellenweise annähernd bewahrheitet. In den Monaten Januar, Februar, März 2020 erwarten sie - abweichend von ihrer Prognose zur Kleinen Regenzeit - durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Niederschläge, wobei den Regionen Hardap und /Karas die geringsten Niederschläge in Aussicht gestellt werden, wo ohnehin die größten Flächen an ausgemergelten Boden anzutreffen sind. Ebenso gelten die Anrainerareale entlang der nördlichen Grenzflüsse als total abgegrast.

Extreme Hitze und Dürre bis in den November und teils in den Dezember hinein haben die Statistik der Viehverluste noch weiter in die Höhe getrieben. Für den Zeitraum Oktober 2018 bis September 2019, als die Regenzeit so gut wie ganz ausgefallen war - die aktuelle Statistik bis Ende November 2019 fehlt noch - errechnet das Warnungssystem für Nahrungsmittelsicherheit Viehverluste in Höhe von 88 219 Stück Vieh. Davon entfallen 56%, bzw. 49 235 auf Rinderverluste sowie 27 101 auf Ziegen- und 10 845 auf Schafverluste. Die Zahl verreckter Esel und Pferde gibt das Ministerium mit 715 bzw. 323 an. Die schlimmsten Viehverluste wurden aus den Regionen Erongo, /Karas, Kunene, Ohangwena und Otjozondjupa gemeldet. Die Veterinäre berichten zudem, dass bei dürregeschwächten Tieren in diesem Jahr in vielen Regionen mehr Tierkrankheiten und Befall von Parasiten zu behandeln sind als in anderen Jahren.

Infolge der Viehverluste sowie des Ernteausfalls, hauptsächlich Mahangu und Mais, nach der extrem unterdurchschnittlichen „Regenzeit“ 2018/2019 ist die Zahl an Hilfsbedürftigen, die Lebensmittelunterstützung brauchen, laut Mitteilung aus dem Kabinett auf rund 700 000 Menschen gestiegen. In der Ziffer sind bereits 290 000 Menschen erfasst, die laut dem Beobachtungskomitee für sozial schwache Bürger (NAMVAC 2019: Namibian Vulnerability Assessment Committee ) ohnehin schon Nahrungsmittelbeistand erhalten.

Extreme Hitze und Dürre haben zu gesteigertem Bedarf in der Wasserversorgung geführt, die vor allem in südlichen und westlichen Regionen aus ständig mehr versiegenden Bohrlöchern nicht mehr abgedeckt werden kann. Besonders stark betroffen sind die Kommunalgebiete Berseba und Bethanien sowie Otjombinde und Otjinene. „Der Grundwasserspiegel ist unter die Pumpgrenze gefallen.“

Auf den im Dezember teils einsetzenden Regen hin empfehlen die Autoren des Frühwarnsystems gezielte Düngemittelunterstützung für die Ackerbaugebiete sowie Hilfe zur Wasserversorgung.

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Land- und Wassserwirtschaft,

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