27 Oktober 2020 | Polizei & Gericht

Erneute Vergewaltigungen

Stärkere Strafverfolgung angekündigt - bisherige Abwicklung der Fälle niedrig

Die Zahl der Vergewaltigungen im Land reißt nicht ab. Auf Drängen zahlreicher Jungaktivisten kündigt die Regierung eine drastischere Strafverfolgung für SGBV-Fälle an. Die Statistiken der namibischen Polizei weisen unterdessen bisher nur geringe abgeschlossene Fälle auf.

Von Steffi Balzar, Windhoek

Die namibische Polizei verzeichnet laut Polizeibericht in nur wenigen Tagen zahlreiche Vergewaltigungsfälle. So soll ein 26-Jähriger am vergangenen Mittwoch in Omatjete in der Erongo-Region in ein Haus eingebrochen, ein 17-jähriges Mädchen mit einem Messer bedroht und anschließend im Busch vergewaltigt haben. Das Opfer habe mit seiner Großmutter und jüngeren Schwester in dem besagten Haus gewohnt. „Die Großmutter hat die Nachbarn verständigt und diese wiederum die Polizei”, so die Erklärung. Der Verdächtige wurde verhaftet.

Ein Verdächtiger soll zudem am Donnerstag in Rundu eine 13-Jährige vergewaltigt haben. „Der mutmaßliche Täter hat das Opfer mit einem Messer bedroht und gezwungen in sein Zimmer zu gehen. Dort soll er dann die Tat begangen haben“, so die Polizei. Der Verdächtige konnte laut Polizei fliehen und soll erst kürzlich aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden sein. Er wurde bisher nicht verhaftet. Ebenfalls am Donnerstag soll es in Arandis zu einer Entführung mit anschließender Vergewaltigung gekommen sein. „Der Verdächtige (40) soll das Opfer (37) Zuhause aufgesucht und die Frau zu sich nach Hause verschleppt und missbraucht haben“, heißt es im Polizeibericht. Der mutmaßliche Täter wurde verhaftet.

Im Dorf Omatelekelo in der Omusati-Region wurde am Freitag die Vergewaltigung einer 22-Jährigen gemeldet. „Der Verdächtige (33) hat seine Freundin zum Geschlechtsverkehr gezwungen“, so der Bericht. Der mutmaßliche Täter befindet sich in Polizeigewahrsam. Ein 39-Jähriger soll zudem am Samstag in Kalkrand einer 22-Jährigen gefolgt sein und sie dann mit einem Messer bedroht haben. Laut Polizei habe er das Mädchen zu seiner Hütte gebracht und sie dort sexuell missbraucht. Der Verdächtige wurde in Polizei Gewahrsam genommen.

Gruppenvergewaltigung

Eine 19-Jährige soll laut Polizeibericht am Samstag in Oshakati einer Gruppenvergewaltigung zum Opfer gefallen sein. Das Mädchen habe im Zimmer des Freundes geschlafen, der zu diesem Zeitpunkt nicht Zuhause war, als die drei Verdächtigen (21, 22, 30) sich nacheinander hineinschlichen. „Die mutmaßlichen Täter sollen ihr ein Kissen auf das Gesicht gedrückt und das Mädchen nacheinander vergewaltigt haben“, so der Bericht. Bei zwei der Verdächtigen soll es sich um die Cousins des Freundes handeln. Die mutmaßlichen Täter wurden festgenommen.

Des Weiteren meldet die Polizei die Vergewaltigung einer 15-Jährigen von fünf Männern über einen Zeitraum von Juni 2019 bis Oktober dieses Jahres in Ongwediva. „Die Verdächtigen sollen das Opfer wiederholt mit zu sich nach Hause genommen haben und Geschlechtsverkehr mit ihr gehabt haben“, so die Polizei. Das Opfer wird laut Bericht von einer Sozialarbeiterin betreut.

Strafverfolgung

Indessen wurde ein 20-Jähriger der mehrfachen Vergewaltigung einer 60-Jährigen schuldig gesprochen und zu 38 Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte das Opfer, eine chinesische Geschäftsfrau, im Januar 2019 in Omaruru in ihrem Geschäft überfallen und drei Mal vergewaltigt. Der zuständige Richter, Gaynor Poulton beschrieb die Taten als „bösartig“ und verurteilte den 20-Jährigen zu 15 Jahren Haft je Vergewaltigung (zwei davon laufen parallel) sowie zu acht Jahren wegen Einbruchs.

Premierministerin Saara Kuugongelwa-Amadhila hatte indessen vor zirka zwei Wochen angekündigt, dass die Forderung der #ShutItAllDown- Demonstranten, relevante Gesetze zu überprüfen und Strafen zu erhöhen, nun umgesetzt würden (AZ berichtete). Laut der Premierministerin soll zudem eine Datenbank aller aktiven SGG-Fälle in den Gerichtsakten erstellt werden und Fälle zügiger abgeschlossen werden.

Die Leiterin der zuständigen NamPol-Abteilung, Vizekommissarin Johanna Situde gab am Wochenende bekannt, dass die namibische Polizei im Zeitraum von September 2019 bis September dieses Jahres 869 Vergewaltigungsfälle verzeichnet hat. 25 davon seien wieder zurückgezogen worden. „Es gab 604 Verhaftungen und 594 Gerichtsfälle“, so Situde. Davon wurden laut eigenen Angaben vier zum Abschluss gebracht. Die Zahlen scheinen mit drei Verurteilungen und neun Freisprüchen jedoch nicht ganz aufzugehen.

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