24 Juni 2019 | Energie

Erneuerbare Energie im Fokus

Das Hardap-Photovoltaik-Solarkraftwerk generiert 45MW

Die neue Solaranlage unweit Marientals wird in Betrieb genommen. Diese Anlage ist eine der größeren Photovoltaik-Solarkraftwerke in Namibia und beliefert genau wie die kleineren REFIT-Solaranlagen einzig und allein NamPower. Minister Alweendo veröffentlicht indessen eine zunehmende Stromabhängigkeit aufgrund der Dürre.

Von Frank Steffen, Windhoek

„Die Strategie von Alten Energías Renovables besteht darin, Photovoltaik-Solarkraftwerke zu entwickeln, zu finanzieren, zu betreiben und langfristig zu vermarkten“ erklärt die „Grupo Alten“ im Internet. Alten nahm im Mai 2016 an der Ausschreibung der NamPower (dem staatlichen Stromversorgungsunternehmen) teil, als diese die Entwicklung, den Bau und die Finanzierung eines 45,45-MW-Photovoltaikkraftwerks ausschrieb.

Alten bekam den Zuschlag und nun wurde die Solaranlage in der vergangenen Woche in Betrieb genommen. Das Werk befindet sich in der Hardap-Region unweit der Ortschaft Mariental im Süden des Landes und beschlägt eine Fläche von etwa 100 Hektar. Kristalline Siliziumplatten und einachsige Solarnachführungen wurden eingesetzt - ein Solar-Tracker pro 45 Module. Neun Transformatoren sollen jeweils 5 Megavoltampere (MVA) generieren. Alten war eines von 13 Unternehmen, die ein Angebot für diesen Vertrag abgegeben hatten - ursprünglich war die Fertigstellung für September 2018 geplant mit einer Versorgungsdauer von 25 Jahren.

Die Vizeministerin für Bergbau und Energie, Kornelia Shilunga, verlas im Namen des Bergbauministers Tom Alweendo eine Grußbotschaft anlässlich der Inbetriebnahme, welcher Würdenträger wie die Hardap-Gouverneurin Esme Isaack und der Bürgermeister Marientals, Willem Mensah, beiwohnten. Der Hauptgeschäftsführer von Alten-Afrika, Juan Laso war ebenfalls angereist. Shilunga freute sich über die Projekt-Beteiligung ehemals benachteiligter Namibier, bei Namen First Place Investments, Mangrove und Talyeni Investments, aber auch Heinrich Simon, der dem Projekt das Land zur Verfügung gestellt hatte.

Das Hardap-Photovoltaik-Solarkraftwerk sei ein weiterer, wichtiger Schritt zur Selbstversorgung, las Shilunga vor. Namibia verfolge nach wie vor das Ziel weniger fossile Brennstoffe einzusetzen und durch den Einsatz erneuerbarer Energie die Abhängigkeit von eingeführtem Strom zu verringern.

Laut der Botschaft von Alweendo hat Namibia im Vorjahr 73 Prozent seines Stromverbrauchs importiert. Das sei die höchste Zahl seit der Unabhängigkeit und sei hauptsächlich auf die Trockenheit zurückzuführen. Das Ruacana-Hydrokraftwerk sei nicht zu seinem vollen Einsatz gekommen, denn die Importe hätten in den Jahren 1990 bis 2009 durchschnittlich 48% betragen und in den Jahren 2010 bis 2017 sogar nur 38%. Namibia müsse unbedingt Gegenmaßnahmen ergreifen.

Das Ministerium habe darum einen integrierten Ressourcen-Plan (National Integrated Resource Plan, NIRP) erstellt, laut dem Namibias Stromzufuhr für die kommenden 20 Jahre (2016 bis 2035) geplant und geregelt werden sollen. NamPower sei Teil dieser Planung und verfolge diese Gesamtstrategie eine sich ständig vermindernde Unabhängigkeit von Stromimporten. Dadurch sei das Einzel-Einkaufsmodel (Modified Single Buyer Model, MSB) sowie der Grundsatz des unabhängigen Stromproduzenten (Independent Power Producer, IPP) geboren und zum Einsatz gekommen.

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