05 Juli 2013 | Natur & Umwelt

Erindi leased 100 Elefanten

Ich habe die Erlaubnis auf eigene Kosten 200 Elefanten im ehemaligen Buschmannland und im Khaudom-Naturschutzgebiet zu fangen und auf Erindi auszusetzen. Die San haben sich zu recht darüber aufgeregt, weil sie nichts bekommen. Ich muss die Elefanten nicht nur selbst fangen sondern auch für zehn Jahre leasen“, sagte gestern Gert Joubert im Gespräch mit der AZ. In diesem Monat soll mit dem Fang von 100 Elefanten im Khaudom-Naturschutzpark begonnen werden. Joubert wolle zuerst feststellen wie die Fangaktion verlaufe und wie sich die Tiere auf dem 79000 Hektar großen privaten Naturschutzpark Erindi einleben. „Ich hatte angeboten den Buschleuten zwei Millionen Namibia-Dollar für die Elefanten zu zahlen, da diese sich Sorgen machten. Ursprünglich war das Angebot des Ministeriums 20000 N$ pro Elefant und diese selbst fangen. Plötzlich wurde dieses zugesagte Angebot zurückgezogen und nun kann ich die Tiere nur leasen“, sagte Joubert, der nicht sagte was er pro Jahr pro Tier zahlen müsse. Nach zehn Jahren müsse er alle Elefanten und deren Nachwuchs auf eigene Kosten wieder zurückbringen. „Ich denke aber, dass wir in der Zwischenzeit eine Lösung finden werden“, sagte der Eigentümer Erindis. Es sei eine völlig absurde Situation, so Joubert. Allein die Ausrüstung um die Dickhäuter zu fangen habe bereits zwei Millionen Namibia-Dollar ver­schlungen. Das Gelände im Khaudom sei schwierig, da dort nur dicker weicher Sand sei und deshalb 6x6 Lastwagen angeschafft werden mussten. Es werde die größte Anzahl an Elefanten sein die je in Namibia gefangen und umgesiedelt wurden. Die Fangaktion muss bis spätestens September abgehandelt sein, da es ansonsten zu heiß sein werde. Schriftliche Nachfragen der AZ am Anfang dieser Woche beim Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt und Tourismus in Bezug auf die Elefanten die Erindi fangen darf, blieben bisher unbeantwortet. Die AZ wollte vom Umweltministerium wissen, wie viele Elefanten sich im ehemaligen Buschmannland, dem östlichen Teil der Otjozondjupa-Region befinden und was deren Geschlechter- und Altersverhältnis ist. Dieselbe Frage galt für das Khaudom-Naturschutzgebiet im südöstlichen Teil der Kavango-Region, wo allem Anschein nach nun die grauen Riesen gefangen werden. Es ist nicht bekannt wann die letzte Zählung stattgefunden und wer diese durchgeführt hat. Unbeantwortet bleibt auch die Frage warum keine Elefanten aus einem anderen Park oder Gebiet angeboten wurden. In diesem Jahr werden Elefanten und einige weitere Tiere im Etoscha-Nationalpark gefangen, die nach Kuba als Teil einer millionenteuren Schenkung geflogen werden. Von Dirk Heinrich Windhoek

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