17 April 2019 | Wirtschaft

Erholung gerät ins Stocken

Zentralbank senkt Wachstumsprognose – Nicht genug Diamanten

Gegenwind im Bergbau und die anhaltende Dürre trüben den Optimismus der namibischen Notenbank, die im laufenden Jahr mit weitaus weniger Wachstum rechnet als vor vier Monaten. Allerdings sind sich die Ökonomen weiterhin sicher, dass sich Namibia auf einem Erholungskurs befindet.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Während die Zentralbank (Bank of Namibia, BoN) im Dezember vergangenen Jahres noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent für 2019 gerechnet hatte, erwarten die Währungshüter nun nur noch ein Plus von 0,3 Prozent.

Diese äußerst nüchterne Prognose sei auf „zusätzliche Marktinformationen“, und „klarere Wachstumsschätzungen“ im Bergbau zurückzuführen, die alle niedriger ausgefallen seien als erwartet. Zudem lauern Risiken wie die Dürre und schwache Uranpreise, heißt es in dem am Montag veröffentlichten BoN-Konjunkturausblick. Für 2020 rechnen die Ökonomen mit 1,9 Prozent Wirtschaftswachstum.

Einbruch bei Diamanten

Nach geschätzten 12,9 Prozent Wachstum 2018 wird im primären Sektor mit einem enormen Rückgang von 2,8 Prozent im laufenden Jahr gerechnet – erst 2020 soll es wieder aufwärts gehen (+3,4%). Dafür sei vor allem die eingebrochene Förderung von Diamanten verantwortlich, wie die Notenbank erklärt: Da der Abbau an Land ausgeschöpft sei, könne das Wachstum des vergangenen Jahres (+13,7%) nicht aufrechterhalten werden, weswegen die Zentralbank im laufenden Jahr mit einem Minus in Höhe von 12,5 Prozent rechne.

Auch das Urangeschäft erwarte einen Abschwung, nachdem die Husab-Mine den Betrieb hochgefahren hat: Statt 64,8 Prozent Wachstum wie im vergangenen Jahr sei in diesem Gewerbe 2019 nur mit 8,2 Prozent zu rechnen. Ferner gehen die Währungshüter davon aus, dass bei der Zinkgewinnung Personalunruhen und erschöpfte Reserven, sowie Sparmaßnahmen bei den Goldförderern das Wachstum in der Produktion von Metallen und Erzen beeinträchtigen werden.

Zuversicht trocknet aus

Wegen der anhaltenden Trockenheit in Namibia sagt die Zentralbank auch für 2019 in der Landwirtschaft einen Rückgang voraus, der mit minus 0,1 allerdings deutlich niedriger ausfallen soll als im Vorjahr (2018: -2,2%). „Aufgrund der sporadischen Niederschläge haben die Ackerbauern ihre Anbaugebiete deutlich verkleinert“, heißt es in dem Bericht. „Doch die Dürre wird sich auch erheblich auf den Viehmarkt auswirken, da viele Tiere bereits am verenden und Farmer gezwungen sind, mehr Vieh zu verkaufen.“ Die Erholung soll im Jahr danach kommen: Für 2020 gehen die BoN-Ökonomen von zwei Prozent Wachstum in Landwirtschaft aus.

Derweil wird in der Industrie mit etwas Aufschwung gerechnet: Nach drei aufeinanderfolgenden Jahresrückgängen erwarten die Währungshüter in dem Sekundärsektor 1,4 Prozent für 2019 und im Jahr danach 2,1 Prozent Wachstum. Das herstellende Gewerbe könne sein mageres Wachstum des Vorjahres (0,2%) auf 1,6 Prozent im laufenden Jahr steigern und um weitere 0,4 Prozentpunkte im Jahr danach. Zudem gehe die Notenbank auch von einer wesentlichen Genesung im Baugewerbe aus: Während die Branche 2018 um 18,3 Prozent geschrumpft sei, könne man im laufenden Jahr mit 1,3 Prozent und 2020 mit 1,5 Prozent Wachstum rechnen.

Plus bei Dienstleistungen

Zwar haben die BoN-Ökonomen ihre Prognose im Dienstleistungssektor um einen Prozentpunkt reduziert, dennoch rechnen sie im laufenden Jahr mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Eine Erholung, die schwer wiegt, zumal der sogenannte tertiäre Sektor laut der Notenbank „rund 60 Prozent“ des namibischen Bruttoinlandprodukts (BIP) ausmacht.

Der Rückgang im Groß- und Einzelhandel soll im laufenden Jahr geringer ausfallen (-0,2%) als im Vorjahr (-7,2%), bevor 2020 das Wachstum einkehre (+1,2%). Indes geht die Zentralbank von mehr Touristen aus, was das Gastgewerbe beflügeln soll: Bei Hotels und Restaurants sei im laufenden Jahr ein Wachstum von 3,7 Prozent zu erwarten und 2020 ein Plus von 1,6 Prozent. Und so wie die Wirtschaft langsam an Fahrt gewinne, sei auch im Finanzdienstleistungssektor mit einem Aufschwung zu rechnen: Das kleine Plus von 2018 (+1%) könne im laufenden Jahr auf 3,2 Prozent und im 2020 auf 3,7 Prozent ausgebaut werden.

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