03 September 2020 | Leserpost

Entscheidungen gefallen ohne es zu verstehen

Betr.: Kritik nur teilweise verständlich (20.08)

Einem Leser will Ihr Vergleich von nächtlichen Ausgangssperren nicht einleuchten. Nun, es fällt mir nicht schwer, Ihre Mahnung nachzuvollziehen, weil mir ein Licht aufgeht, wohin das heutige Regime führt. Beide Regime bewegte beim Griff zu diesen Maßnahmen ein und dasselbe politische Motiv: Machterhalt. Die Behauptung, dass es sich um Schutz der Gesundheit vor DNS-Moleküle (sind chemische Maschinen) handelt, ist genauso zwielichtig, wie es die Vermeidung der Terrorattacken war. Von praktischer Demokratie kann, ihrem Sinn nach, in beiden Fällen keine Rede sein. Das puritanische Regime konnte noch die Abwehr von Unmoral vorgeben, aber nicht so das gleichmachende Regime heute.

Der Alkoholkonsum läuft weiter, wie auf Parties ohne Distanz und die Wilderei nimmt zu, weil Ungebildete ohne Arbeit dastehen. Früher bekam man von Dienststellen gewöhnlich Antwort. Heute

ist die Antwort: Die Person ist nicht zuständig, befindet sich im Kursus, wurde versetzt oder die Haushaltslage stellt Herausforderungen. Es wird nicht nur gewurschtelt, es werden (noch vorhandene) kompetente Kräfte systematisch ignoriert. Politiker - Lehrer und Juristen, nicht Wissenschaftler und Ingenieure – fällen Entscheidungen über etwas, das sie nicht verstehen. Wen wundert dann, dass es bei der Luftfahrtaufsicht oder Energieversorgung mangelt? Was sollen Politiker tun? Jedenfalls nicht das Volk in die Irre leiten nach der Parole: „Das Oberkommando der Wehmacht gibt bekannt...“ Jedes erzogene Kind ist seinem Vater gehorsam. Hören auf Gebildete fehlt. Einige sind gestorben und viele werden deswegen noch folgen. Wo Verstand und Rücksicht fehlen, schützt auch keine Maske. Die tägliche Politiker-Pressekonferenz mit einer Aura von Übersicht gibt nur erkannte Fälle bekannt und selbst diese sind willkürlich, weil die Verfügbarkeit von Gegenmaßnahmen schwankt. Die Zahlen sind manipulativ, wo andere Krankheiten ebenfalls Anteil am Tod nehmen.



Wir haben es erreicht. In ausgelegter Liste wird mit Kontaktadresse beim Staatsdiener nun eine Audienz beantragt. Vor dem NaTIS-Büro werden Gesuche in einem Pappkarton deponiert. Ein Wachmann versperrt die Eingangstür, unfähig einen Senioren zum Leiter für eine Erklärung zu führen. Er handle nach Anweisung und man habe auf einen Termin zu warten. Gruppenbildung ist nicht erlaubt und die Gesundheit geht vor, obwohl im Schalterraum 2 Personen stehen und draußen von einer Gruppe keine Spur ist. Das Beispiel zeigt, es geht nicht um physischen Abstand zum Virus oder Gesundheit, sondern um Angst, die Kontrolle über enge, unhygienische, wilde Wohnsiedlungen zu verlieren. Sie wurden zugelassen, wie andere unkontrolliert wuchernde Missstände auch. Die Pest fand gleiche Zustände vor. Sie wütete dort, wo Ordnung und Sauberkeit fehlten und entvölkerte über Handelswege ganze Landstriche. Pest und Hungertod entkam, wer auswanderte. Menschen waren damals noch arbeitsabhängiger. Hat sich daran etwas geändert? Nicht der Virus treibt heute in den sicheren Tod, sondern die verhängte Arbeits- und Bildungsnot, wie die Selbstmorde in Polizeiberichten zeigen. Nicht Erlasse bringen Gesundung, wo das Regime selbst ein unverantwortliches Vorbild gab. Die Macht stützt sich hier auf die Gewehre, nicht die Demokratie. Die Uniformierten werden vom dritthöchsten Haushaltsposten versorgt, trotz Schulden, aber in der Bildung stehen sie nicht obenan. Was heißt, wir dienen dem Gesetz? Was heißt „Lockdown“? Er ist ein Notstandsverordnungs-Erlass zur unumschränkten Machtbefugnis und Gelegenheit, die Uniformierten für den Ernstfall üben zu lassen. Das „Home Office“ ist eine Erfindung der Elite von Versorgungsempfängern, die arbeitsunabhängig sind und einen Notstand aussitzen können, während Arbeitsabhängige sich notfalls erhängen dürfen. So wird rassische Ungleichheit vertieft. Erst wenn auch die Mächtigen ihr Einkommen verlieren, würden sie erkennen, was sie dem Volk von Lohnempfängern antun.



Mit herzlichen Grüßen, Bernd Seefeldt

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