28 September 2018 | Polizei & Gericht

Entschädigungsklage ruht

Angehörige verunglückter Piloten fordern Schmerzensgeld

Die Angehörigen von zwei Piloten, die vor drei Jahren in der Nähe von Kapstadt tödlich verunglückt sind, können auf eine außergerichtliche Einigung mit den sechs von ihnen verklagten Antragsgegnern hoffen, von denen sie insgesamt 12,3 Millionen N$ Entschädigung fordern.

Von Marc Springer, Windhoek

Die Verhandlung der Klage wurde gestern am Obergericht zwecks weiterer Vorverhandlung auf den 25. Oktober vertagt und soll so lange ausgesetzt bleiben, bis das Schlichtungsverfahren abgeschlossen ist. Sollte bei der Vermittlung keine Einigung erreicht werden, würde der Disput vermutlich im kommenden Jahr die Justiz beschäftigen.

Die Klage geht von den Antragstellern Abraham Jacobus Espag, Elana Naudé sowie deren Tochter Rejancca aus und auf einen Flugzeugabsturz vom 16. August 2015 zurück. Bei dem Unglück wurde der Pilot Steven Naudé, seine Co-Pilotin Amore Espag und drei Passagiere getötet, zu denen der Patient Gabriel le Roux gehörte, der zuvor in Oranjemund abgeholt und in Begleitung seiner Tochter Charmaine Koortzen per Rettungsflug nach Kapstadt gebracht werden sollte.

Obwohl die Antragsteller einräumen, dass der Absturz zumindest teilweise durch Fehler der Piloten verursacht wurde, geben sie deren ehemaligen Arbeitgeber Westair dafür ebenso eine Mitschuld wie der zivilen Luftfahrtbehörde. Diese hätten versäumt dafür Sorge zu tragen, dass die Piloten durch entsprechende Ausbildung auf Notfälle wie jenen vorbereitet wurden, dem sie zum Opfer gefallen sind.

Weil es vor allem der Co-Pilotin an Erfahrung gefehlt habe, sei sie mit den schlechten Wetterbedingungen und teilweise auch der Handhabung von Instrumenten überfordert gewesen. Der Pilot Naudé sei „körperlich und emotional ermüdet“ gewesen, weil er zuvor besonders viele Flugstunden absolviert habe und wenige Tage vor dem fatalen Flug ein Familienmitglied von ihm gestorben sei. Deshalb habe er unter Schlafmangel und Erschöpfung gelitten und es ebenso wie die Co-Pilotin versäumt, den Absturz durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu verhindern.

Obwohl folglich vor allem die Piloten fahrlässig gehandelt hätten, machen die Kläger auch die Antragsgegner für die Folgen dieser Unachtsamkeit verantwortlich. Schließlich hätten es jene unterlassen, die Co-Piloten durch entsprechendes Training auf Anflugsmanöver in widrigen Wetterbedingungen vorzubereiten, oder zu verhindern, dass der übernächtigte Pilot überhaupt gestartet sei.

Demnach verlangt die Hauptklägerin eine Summe von 3,2 Millionen N$ für den Verlust der finanziellen Unterstützung ihres Mannes Sean Naudé, mit dem sie zwar in Scheidung aber dennoch zusammen gelebt habe. Ferner fordert sie 2,5 Millionen N$ Wiedergutmachung für den Verlust an Lebensqualität, den das Unglück aufgrund von posttraumatischem Stress, Depressionen und Angstzuständen bei ihr verursacht habe.

Der Anspruch von Rejancca Naudé stützt sich auf eine vergleichbare Begründung und summiert sich auf 4,1 Millionen N$. Der Vater der verstorbenen Co-Pilotin beruft sich ebenfalls auf psychologische Beeinträchtigungen wie Depression und verlangt Wiedergutmachung von 2,5 Millionen Namibia-Dollar.

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