20 August 2019 | Natur & Umwelt

Entrüstung über Mangantransport

NamPort gelobt Besserung, während beide TransNamib und TradePort schweigen

Der Transport von Manganerz in offenen und exponierten TransNamib-Containern bei teilweise starkem Wind am vergangenen Wochenende erzürnte die Lüderitzbuchter erneut, da die Regierung offenbar nicht gewillt ist, gegen offenkundige Verstöße gegen die Umweltunbedenklichkeits-bescheinigung vorzugehen.

Von Catherine Sasman und Frank Steffen, Windhoek

Am vergangenen Wochenende entrüsteten sich die Einwohner der Hafenstadt Lüderitzbucht im Süden Namibias, nachdem erneut Manganerz, diesmal in offenen Containern, von der staatlichen Bahngesellschaft TransNamib mitten durch die Stadt zum Hafengelände transportiert wurde.

TradePort Namibia, ein in Namibia registriertes südafrikanisches Logistikunternehmen, hat sich mit TransNamib geeinigt, das Manganerz ab August 2019 per Bahn vom Grenzort Ariamsvlei zum Hafen von Lüderitzbucht zu verfrachten. Laut Augenzeugen durchquerten am vergangenen Samstag etwa 100 mit Manganerz beladene, offene Container auf Eisenbahnwaggons die Stadt. Dies widerläuft deutlich den Bedingungen der vom Ministerium für Umwelt und Tourismus' (MET) ausgestellten Unbedenklichkeitsbescheinigung (ECC).

Unzählige Bilder zeugen von der düsteren Prozession durch die Stadt an das südliche Ende der NamPort-Anlage auf der Haifisch-Insel, wo die Container abgeladen und gestapelt wurden. Die ECC war im Februar ausgestellt worden, nachdem TradePort gleich zu Anfang des Jahres erstmals Manganerz ohne die erforderlichen Unterlagen eingeführt hatte. Weder zu jenem Zeitpunkt noch jetzt wurden direkte Maßnahmen gegen das Unternehmen ergriffen. Ein Verstoß gegen das Umweltgesetz von 2007 kann mit einer Geldstrafe von höchstens 500000 N$ oder einer Freiheitsstrafe von maximal 25 Jahren (oder beidem) geahndet werden.

Die Bedingungen der Genehmigung schreiben unter anderem vor, dass das Erz und alle weiteren zu transportierenden Materialien „in einem stabilen Zustand verpackt in abgedeckten Lkws transportiert und entsprechend behandelt werden, damit der Staub unterbunden wird“. Spezifisch wird vorgeschrieben, dass das Erz vorher in Südafrika gesiebt werden muss sowie „mit angemessenem Feuchtigkeitsgehalt versehen auf dem Weg zum Hafen immer bedeckt sein muss“. Nur vollständig versiegelte und containerisierte Materialien dürften gemäß den zusätzlichen Vorschriften der TransNamib als auch NamPort gelagert werden.

Der in Lüderitzbucht lebende Umweltaktivist Reginald Hercules beschwerte sich noch am Wochenende bei Umweltminister Pohamba Shifeta, der allerdings im Ausland weilt. „Diese illegale Aktivität löste natürlich eine starke Reaktion unter der Bevölkerung aus, da die Menschen über Umweltverschmutzung und Gesundheitsprobleme besorgt sind. Sie ärgern sich über die mangelnde Transparenz seitens TradePort sowie NamPort“, schrieb Hercules und kam erneut auf das Manganerz zu sprechen, dass am Anfang des Jahres ohne die erforderliche Genehmigung erst illegal am Rande der Stadt abgeladen und später ins Hafengelände gebracht worden war. Das besagte Erz habe große Mengen an gefährlichem Staub im städtischen Gebiet und bei den maritimen Aquakulturanlagen erzeugt.

TradePort hat zwar mittlerweile einen Schuppen errichtet, in dem sein Manganerz gelagert werden soll, aber laut Herkules ist dieser noch nicht in Gebrauch. Nun verspricht NamPort: „Wir wurden darüber informiert, dass die Regeln nicht eingehalten wurden, das wird nicht wieder vorkommen. Planen und Deckel sind für alle Container erforderlich.“ Allerdings sei NamPort nicht für die Einhaltung der Vorschriften zum Transport des Manganerzes verantwortlich, sondern nur für die Lagerung. TransNamib gab indessen bekannt, dass es zu einem späteren Zeitpunkt einen Kommentar zu dieser Angelegenheit abgeben werde. Eine Kontaktaufnahme mit TradePort war unmöglich, da weder MET noch NamPort oder TransNamib eine Telefonnummer zwecks entsprechender Nachfragen zur Verfügung stellen konnten oder wollten.

Gleiche Nachricht

 

Namibias Vogelwelt

vor 11 stunden | Natur & Umwelt

Haben Sie sich je gefragt, wie lange der Maskenweber braucht um ein Nest zu bauen oder was ein Strauß frisst? Oder wie viel ein Honigsauger...

Finanzhilfe gegen Klimawandel

vor 1 tag - 05 September 2019 | Natur & Umwelt

Von Frank Steffen, Windhoek Der namibische Minister für Umwelt und Tourismus (MET), Pohamba Shifeta, kündigte gestern die Unterzeichnung einer Abmachung an, laut der ein...

MET kümmert sich von nun an mehr um die...

vor 1 tag - 05 September 2019 | Natur & Umwelt

Das Ministerium für Umwelt und Tourismus (MET) hat einen Planentwurf für die zukünftige Verwaltung der Garub-Pferde an Interessensgruppen weitergegeben. Die Namibia Wild Horses Fundation (NWHF)...

Ministerium plant Wildtier-Erhebung

vor 2 tagen - 04 September 2019 | Natur & Umwelt

Divundu (thl) • Das Ministerium für Umwelt und Tourismus werde eine Zählung der Wildtiere in der Sambesi- und Ost-Kavango-Region – einschließlich des Bwabwata- und des...

Wahnsinn und Täuschung

vor 3 tagen - 03 September 2019 | Natur & Umwelt

Nach der Genfer Konferenz über Artenschutz (CITES: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora), abgehalten vom 17. bis 28. August...

Dürrehilfe: Zehn Millionen Euro für Ost-Kavango-Region

vor 4 tagen - 02 September 2019 | Natur & Umwelt

Bei der Eröffnung der Buffalo-Parkstation am Samstag im Bwabwata Nationalpark lobte der deutsche Minister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller (3.v.r.), Namibias Engagement...

Namibia überdenkt CITES

1 woche her - 30 August 2019 | Natur & Umwelt

Von Frank SteffenWindhoek Umweltminister Pohamba Shifeta konnte bei dem 18. Gipfel von CITES (Cop18) in Genf in der Schweiz mit beeindruckenden Zahlen aufwarten, scheiterte aber...

Verwaltungen ringen mit Auflagen zur Müllentsorgung

1 woche her - 29 August 2019 | Natur & Umwelt

Windhoek (NMH/jcf) • Namibische Lokalverwaltungen sind weiter damit beschäftigt, ihre Mülldeponien gemäß der Vorschriften des Umweltministeriums anzupassen. Nach Angaben des Umweltministeriums haben sich derzeit allerdings...

Buckelwal-Kadaver in Swakopmund an Strand gespült

1 woche her - 29 August 2019 | Natur & Umwelt

Der Kadaver des Buckelwals, der zuvor gestrandet war und am Samstag erlöst werden musste, ist am Dienstagabend wieder bei Meile 4 vor Swakopmund angespült –...

Brennofen nicht ganz ausgelastet

1 woche her - 27 August 2019 | Natur & Umwelt

Von Claudia ReiterWindhoekFast täglich steigen dunkle Rauchwolken des alten Verbrennungsofens neben dem Katutura-Staatskrankenhaus auf – obwohl seit November vergangenen Jahres die „modernste Anlage im südlichen...