11 Juni 2019 | Polizei & Gericht

Entführer entgehen Haftstrafe

Gericht ahndet Selbstjustiz von vier Angeklagten mit 13000 N$ Geldbuße

Der Marathonprozess gegen vier Walvis Bayer, die vor fünf Jahren drei minderjährigen Jungs entführt, mehrere Stunden lang in ihrer Gewalt gehalten und geschlagen haben, sind gestern zu einer Geldstrafe in Höhe von jeweils 13000 N$ und einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Walvis Bay

Tränen der Freude flossen gestern vor dem Swakopmunder Regionalgerichtssaal, nachdem Logan Pretorius (30) und seine Verlobte Sandra Riobo (22) sowie die beiden Mitangeklagten Ashley Andre January (25) und Curven Nathan Vries (26) mit einer Geldstrafe davonkommen sind. Die Strafe ist deutlich milder, als die fünf Jahre Gefängnis, die die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Das Entführer-Quartett wurde im August 2014 festgenommen. Alle vier Angeklagten und die drei Opfer hatten während der knapp fünf Jahre andauernden Verhandlung vor Gericht als Zeugen ausgesagt und dabei widersprüchliche Angaben über die genauen Ereignisse in diesem Fall gemacht.

Bei einem Aspekt waren sich jedoch alle Zeugen einig: Der Hauptverdächtige, Logan Pretorius, hat am 28. August 2014 seinen Pitbull-Terrier Miklo tot in seinem Hof in Walvis Bay aufgefunden. Pretorius, der sich selbst als Hundeliebhaber beschreibt, hatte die drei Jungen außerdem beim Klauen eines anderen Hundes aus seinem Hof erwischt. Dies hatte ihn offensichtlich in Rage versetzt, wonach er gemeinsam mit den drei Mitangeklagten die drei Jungs mit seinem Wagen verfolgt, eingefangen und letztlich mehrere Stunden lang in seiner Garage eingesperrt hatte. Dort wurden die Opfer geschlagen und getreten, Pretorius hatte sogar einen seiner Hunde auf sie gehetzt, da bei zwei Jungen Bisswunden am Oberschenkel nachgewiesen werden konnten. Das Vorgehen wurde von der Staatsanwaltschaft als Folter eingestuft, da den Opfern auch Salzwasser eingeflößt wurde, wonach sie sich ergeben haben.

Über die genaue Zeitspanne, die die Jungen in der Gewalt der Täter waren sowie exakte Angaben über die Schwere der Verletzungen, wurden vor Gericht von allen sieben Zeugen deutlich unterschiedliche Angaben gemacht. Richterin Gaynor Poulton kam dennoch zum Schluss, dass die Staatsanwaltschaft beweisen konnte, dass die Angeklagten in gemeinschaftlicher Absicht gehandelt und die Kinder gegen deren Willen in der Garage eingesperrt hatten. Im Mai verurteilte sie die Angeklagten wegen dreifacher Entführung sowie schwerer Köperverletzung in drei Fällen. Gestern verkündete sie das Strafmaß.

„Ihr Verhalten war inakzeptabel, egal welche Gründe sie dafür hatten. Hätten die Kinder tatsächlich einen Hund gestohlen, hätten sie dies der Polizei melden und nicht das Gesetz in eigene Hände nehmen sollen“, sagte Poulton. Sie fügte hinzu, dass das Leben eines Hundes zwar nicht mit einem Menschenleben vergleichbar sei, aber die Liebe einer Person zu einem Hund nicht unterschätzt missachtet werden sollte. „Ihre Handlung war grausam und unmenschlich und sie würden bestimmt nicht wollen, dass jemand dies ihren Kindern zufügt“, sagte Poulton an die Angeklagten Pretorius und Riobo, die zur Tatzeit 17 Jahre alt war, gemeinsam eine ein Jahr alte Tochter haben.

Poulton verhängte auf den Anklagepunkten der Entführung in drei Fällen eine Geldstrafe von jeweils 8000 N$ sowie eine Bewährungsstrafe von fünf Jahren. Wegen schwerer Köperverletzung verhängte sie eine zusätzliche Geldstrafe in Höhe von 5000 N$ und ebenfalls eine Bewährungsstrafe von fünf Jahren.

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