03 Mai 2019 | Energie

Energieimporte sind „zu hoch“

Namibia musste 2018/19 so viel Elektrizität kaufen wie noch nie

Namibia musste im vergangenen Jahr so viel Elektrizität aus dem benachbarten Ausland importieren wie noch nie zuvor. Doch das zuständige Ministerium ist sich sicher, diese Abhängigkeit in den kommenden Jahren erfolgreich reduzieren zu können - und setzt dabei auch auf Privatinvestitionen.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Im aktuellen Haushaltsentwurf 2019/20 soll das Ressort Bergbau und Energie insgesamt 286,2 Millionen Namibia-Dollar erhalten. Von diesem Mitteln erhält die Elektrizitätsversorgung mit knapp 81,3 Millionen Namibia-Dollar den Löwenanteil. Davon sollen allein 54 Mio. N$ aufgebracht werden, um Schulen und andere Regierungseinrichtungen an das nationale Stromnetz anzuschließen, sagte Vizeministerin Kornelia Shilunga, als sie kürzlich namens Minister Tom Alweendo im Parlament die für das Ministerium veranschlagten Gelder verteidigte.

In der von Shilunga verlesenen Rede betonte der Ressortleiter, dass Namibia im vergangenen Jahr 73 Prozent seines Energiebedarfs aus dem Ausland bezogen habe. „Das sind die höchsten Importzahlen für Elektrizität seit der Unabhängigkeit“, erklärte Alweendo. Ihm zufolge stammte zwischen den Jahren 1990 und 2009 im Schnitt 48 Prozent des hierzulande benötigten Stroms aus Nachbarländern und während der Jahre 2010 bis 2017 waren es lediglich 38 Prozent. „Damit sind wir auch zunehmend auf die Verfügbarkeit und die Zuverlässigkeit ausländischer Kraftwerke angewiesen“, bemängelt Namibias Energieminister in der Rede.

Allerdings hat sich die hiesige Regierung zum Ziel gesetzt, die Abhängigkeit von Energie aus dem benachbarten Ausland „bis 2025 auf 20 Prozent zu reduzieren“. Dabei soll vor allem das optimierte Alleinabnehmermodell (Modified Single Buyer Model, MSB) behilflich sein. „Das MSB-Marktmodell wird privaten Energieerzeugern (Independent Power Producers, IPPs) ermöglichen, Elektrizität auch direkt an regionale Stromanbieter (REDs), an Großabnehmer wie Industrie und Bergbaufirmen oder an Stadtverwaltungen und Lokalbehörden zu verkaufen“, so Shilunda, die sich daraus einen Anreiz für mehr private Investitionen im Energiesektor verspricht. Zuvor sei es den sogenannten IPPs nur möglich gewesen, den staatlichen Stromversorger NamPower als Alleinabnehmer zu mit Elektrizität zu beliefern.

Ferner gebe es auf Front der erneuerbaren Energie Fortschritte zu melden: „Im Rahmen des REFIT-Programmes (Renewable Energy Feed-In Tarif) wurden weitere zehn Megawatt (MW) in Form von zwei Solarkraftwerken ermöglicht“, teilte Shilunda mit, laut der kleine erneuerbare Energieprojekte das nationale Stromnetz bereits mit einer Gesamtkapazität von 67 MW unterstützen. „Der Bau der verbliebenen drei Photovoltaik-Solaranlagen mit jeweils fünf MW befindet sich im Endspurt“, so die Vizeministerin. Indes schreite auch die Planung des Baynes-Wasserkraftwerks voran, das seit Mitte der 1990er Jahren im Gespräch ist. „Die bilaterale Kommission für dieses angolanisch-namibische Gemeinschaftsprojekt ist dabei, die Umwelt- und technischen Studien zum Abschluss zu bringen“, erklärte Shilunga im Namen des Energieministers Alweendo.

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