12 September 2016 | Afrika

Elfenbeinhandel verbannt

Weltnaturschutzkonferenz beschließt Verbot für Ein- und Verkauf

Naturschutz in Zeiten des Klimawandels - wie geht das? Am besten global und gemeinsam. Auf der Weltnaturschutzkonferenz auf Hawaii suchten über 8000 Teilnehmer nach konkreten Wegen.

Von Andrea Barthélémy, dpa
Honolulu
Das Thema Elfenbein war ein Krimi bis zum Schluss. Tagelang diskutierten sich die 1300 stimmberechtigten Mitglieder der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) auf ihrer Weltkonferenz in Honolulu (USA) die Köpfe heiß. Trotz Gegenwinds aus Namibia, Südafrika, Japan und Kanada ging die Resolution für ein Verbot des nationalen Elfenbeinhandels aber in der Nacht zu Sonntag (MESZ) über den Tisch. „Das ist ein guter Tag für Elefanten“, twitterte eine erleichterte Kongressteilnehmerin.
Zehn Tage lang hatten auf Hawaii mehr als 10000 Teilnehmer darüber verhandelt, welche Anforderungen der Klimawandel an den Naturschutz der Zukunft stellt. Mit den „Hawaii Vereinbarungen“ steht nun der Marschplan bis zur nächsten Konferenz in vier Jahren fest. NABU-Beobachterin und Artenschutzexpertin Barbara Maas bilanziert: „Das ist ein erfolgreicher Lackmustest für alle Reden über Nachhaltigkeit.“ Ein Überblick über wichtige Empfehlungen, die der IUCN zum Abschluss am Samstag aussprach.
- ELFENBEIN: Der erste fast Afrika-weite Elefanten-Zensus zeigt, dass statt der geschätzten 400000 bis 600000 Tiere nur noch gut 350000 Afrikanische Elefanten in 18 Staaten des Kontinents leben. Grund für den dramatischen Rückgang - allein zwischen 2007 und 2014 um fast ein Drittel - ist vor allem Wilderei. Die Konferenz spricht sich nach hitziger Diskussion für ein striktes Handelsverbot für Elfenbein auch auf Binnenmärkten aus.
- LÖWEN: Löwenjagd für Touristen ist ebenfalls ein heißes Eisen. In Südafrika werden dabei auch Tiere gejagt, die zuvor eigens für Löwen-Streichelzoos gezüchtet und dadurch gezähmt wurden. Erwachsene Tiere werden schließlich in winzigen Gehegen ausgesetzt und zahlungskräftigen Jägern als leichte Beute präsentiert. Die IUCN-Mitglieder fordern nun ein Ende der sogenannten „Gatterjagd“.
- SCHUPPENTIERE & CO: Die wie Tannenzapfen aussehenden Schuppentiere vermehren sich extrem langsam und sind durch illegalen Handel vom Aussterben bedroht. Deshalb sollen sie durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) besser geschützt werden, fordern die IUCN-Mitglieder. Gleiches gilt für Seiden- und Fuchshaie sowie Mobularochen.
- ROTE LISTE: Sie wurde erweitert und umfasst nun fast 93 000 Arten, von denen 24 000 vom Aussterben bedroht sind. Mit der Hochstufung des Östlichen Gorillas sind nunmehr vier der sechs großen Menschenaffen-Arten nur noch einen Schritt vom Auslöschen entfernt. Der Riesen-Panda hingegen hat sich erholt und wurde heruntergestuft - seine Bestände wachsen wieder.
- INDIGENE VÖLKER & KLIMASCHUTZ: Gleich mehrere Anträge betonten die wichtige Rolle, die indigenen Völkern beim Naturschutz zukommt - etwa beim Kampf gegen illegalen Wildtierhandel. Gemeinsam mit Einheimischen vor Ort sollten zudem mehr natur-basierte Lösungen für Probleme durch den Klimawandel gesucht werden. Problematisch sei etwa das Thema Palmöl-Produktion, der riesige, für Klima- und Artenschutz wichtige Regenwaldflächen zum Opfer fallen, betonte der Kongress und mahnte Waldschutzmaßnahmen an.

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