30 September 2020 | Lokales

Eisenbahnbau von Walvis Bay nach Swakopmund Ende Januar / Februar 1915

Ich habe einen Zusatzbericht zu Ihrem Artikel vom 14. September 2020, die Demontage der alten Eisenbahnlinie an der Swakop-Riviermündung, angehängt:

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs räumte die deutsche Schutztruppe Swakopmund und zog sich ins Landesinnere zurück und zerstörte dabei die Otavibahn und die alte Staatsbahntrasse in Richtung Karibib bis Rössing.

Die Briten setzten von der britischen Enklave Walvis Bay sofort nach und verlegten Ende Januar / Februar 1915 eine 37 Kilometer lange Eisenbahnbahnlinie in Kapspurbreite (1,067 m) von Walvis Bay nach Swakopmund am Strand entlang und über die Swakop-Riviermündung, um einen sicheren Nachschubweg für die südafrikanischen Truppen zu haben.

Die Journalistin Brenda Bravenboer schrieb dazu: „Ende Januar / Februar 1915 begann der Eisenbahnverkehr zwischen Walvis Bay und Swakopmnd mit dem Bau einer Verbindungslinie durch die Truppen der Südafrikanischen Union. Die Eisenbahnlinie wurde entlang des Strandes verlegt, um den mächtigen Sanddünen auszuweichen. Schon bald konnte ein Schienenbus (Draisine) eingesetzt werden, der einen beschleunigten Passagiertransport zwischen Walvis Bay und Swakopmund ermöglichte. Das Magistratsamt befand sich zu jener Zeit in Swakopmund. Wenn gerichtliche Vorladungen in Walvis Bay zugestellt werden mussten, fuhr der Gerichtsvollzieher in der Draisine dort hin. Der Fahrer, der den Gerichtsvollzieher kannte, hatte viele Freunde in Walvis Bay. An einer bestimmten Stelle in der Nähe der Stadt ließ er ein besonderes Hupsignal ertönen, und jeder, der einen Grund hatte zu verschwinden, hatte noch Zeit, dieses zu tun. In neun von zehn Fällen konnte der Gerichtsvollzieher seine Dokumente nicht zustellen und trat entrüstet die Rückreise an. Der Fahrer wurde zur Belohnung für seine umsichtige Handlungsweise den ganzen Abend freigehalten.“

Der erste Zug von Walvis Bay erreichte Swakopmund am 11. Februar 1915. Allerdings zerstörten die Fluten des abkommenden Swakopriviers vier Tage später am 15. Februar 244 m der neuen Eisenbahntrasse, die schon nach zwei Tagen am 17. Februar wieder in Betrieb genommen werden konnte.

Die über 100 Jahre alten Eisenbahngleise lagen unter der Hochwassermarke und etwa 50 m östlich von den Betonpfeilern der 1928/ 1929 gebauten Eisenbahnbrücke. Schon, nach etwa 2½ Jahren, zerstörte am 15. Januar 1931 eine große Flut des Swakopriviers die Brücke fast vollständig. Heute, 2020, stehen von den 21 Pfeilern der Brücke nur noch neun Pfeiler an der südlichen Seite und am nördlichen Ufer nur noch sechs Pfeiler, die zum Teil tief vom Flußbettsand bedeckt wurden.

Diese alten Eisenbahngleise wurden mitsamt der Holzschwellen Mitte des Jahres 2020 vom Meer freigespült, illegal abgebaut und weggetragen – Geschichte wurde gewissermaßen demontiert! Diese alten Eisenbahngleise wurden mitsamt der Holzschwellen Mitte des Jahres 2020 vom Meer freigespült, illegal abgebaut und weggetragen – Geschichte wurde gewissermaßen demontiert!

Dr. F.W. von Ludwiger

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