10 Mai 2013 | Glosse

Einfall des Geschwaders bringt stief Einfälle

Jesslaik, je älter Du wirst, desto mehr wirst Du Dich selbst. Oder so hat es einmal (m)eine kluge Schwiegermutter gesagt. Oder hoe meer dae, hoe meer dinge. Overgezet synde: Man sollt´s nich glauben. Das Land der Bravourösen is mos schon über zwei Jahrzehnte mündig und wird mos immer mehr sich selbst. Check net moi. Unsere Schildbürger ham in der vergangenen Woche darrem für stief Sports gesorgt. Fliegen da ein Dutzend südafrikanische Piloten mit einem Geschwader von ebenso vielen kleinen einmotorigen Flugmaschinen von Südafrika nach Botswana, dann über Katima Mulilo im Caprivi-Zipfel über Rundu in der Region Kavango bis nach Ondangwa in der Region Oshana. Zwölf Piloten und acht Passagiere machen da eine Flugsafari, die irgendwie der Krebsbekämpfung zu dienen hat. Wie bekannt, werden die Piloten nach ihrer Landung in Ondangwa verhaftet, abgeführt, in den Knast gesteckt und die Flugzeuge bis Dienstag dieser Woche beschlagnahmt. Die hatten keinen Coup landen wollen wie der (damals) junge deutsche Hobby-Flieger, Mathias Rust, der am 25. Mai 1987 noch mitten im Kalten Krieg in Moskau sommer so mal am Roten Platz gelandet is. Aber die RSA-Piloten konnten wie Rust auch keinen erforderlichn Permit zum Fliegen im fremden Luftraum vorzeigen. Nachdem sie Katima Mulilo und Rundu leicht beschwingt angeflogen hatten, wurden sie in Ondangwa, der Geisterstadt von Oshana-Gouverneur Clemens Kashuupulwa, von der vollen Wucht unserer Opolifi und der Soldateska getroffen. Außerdem lag vor Ort gerade das jährliche Cassinga-Gedenken in der Luft, das den Toten des Luftangriffs auf das Flüchtlings- und Guerilla-Lager in Angola am 4. Mai 1978 gilt. So vermuteten etliche unserer ruhmreichen Ordnungskräfte, dass die Südafrikaner aus dem Lande Mandelas und Jacob Zumas nach 35 (nochall fünfunddreißig!) Jahren noch einmal einen Angriff – diesmal mit einmotorigen Freizeitmaschinen - nich auf Cassinga, sondern auf Namibia flögen! Jesslaik, die Flieger waren vor Ondangwa schon zweimal ungehindert auf namibischem Boden gelandet, nämlich in Katima Mulilo und dann in Rundu, und hatten damit mehr als 1000 (tausend!) Kilometer namibischen Luftraum durchquert, bis die namibische Feindesabwehr wakker-geskrickt is. Bliksem! Der Schrecken war muhrsch groß, der von den Brummern ausging. Gogga maak vir baba bang. Overgezet synde: (Jong, das is wüst schwer zu übersetzen.) Da müssen wir den Engländer bemühen: Storm in a tea cup, I dare say. Und auf Wellblechdeutsch:: Sturm im Wasserglas. Aber zur Erinnerung: der Sowjetbaas Gorbatschow hat nach Rusts Landung in Moskau seinen Verteidigungsminister Sokolow und den Baas der sowjetischen Luftabwehr, Alexander Koldunow, in den Ruhestand entlassen. Und was passiert bei uns, im Lande der Braven und Bravourösen? Die Sowjets ham toch viele Swapo´s ausgebildet. Wir fordern somit die Entlassung des Oministeli für Verteidigung, Nahas Angula, denn hier waren es zwölf Piloten, in Moskau war´s nur eener. Die Flieger hatten sich vor ihrem Trip über einen namibischen Mittler schriftlich an die zivile Luftfahrtbehörde gewandt, um eine völlig alltägliche Genehmigung zu erhalten. Die Antwort kam nich und dann war die Partie schon in der Luft. Während des ganzen Theaters mit der Invasion der Flieger hat die namibische Luftfahrtbehörde nich Buh oder Bah gesagt, hat die Medien nich an sich rangelassen, Auskunft blockiert. Was für ´nen Reim machste Dir daraus? Antwort: Namibia, das Land der Braven und Bravourösen is mos ´n fantastisches Land, bis Du´s mit der Behörde zu tun kriegst. Geisterstadt Ondangwa? Das stammt von Kritikern, die im Herzen der Aambo-Region Entwicklung vermissen und meinen Ondangwa verkomme zum Ort der Geister. Zitat: „Wenn Ondangwa eine Geisterstadt ist, will ich ein Geist sein.“ Clemens Kashuupulwa, Regionalgouveneur von Oshana. Ein Geschwader von zwölf einmotorigen Kleinflugzeugen war vor einer Woche am Himmel der Bravourösen unterwegs, um eine Kampagne gegen Krebs durchzuführen. In der Geisterstadt Ondangwa gerieten Piloten und ihre Flusies in Gefangenschaft. Sind aber wieder frei. Otjiperendero: Dokta Gene Travers

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