17 Juli 2017 | Meinung & Kommentare

Eine willkommene Ausnahme

Beim (Kinder-)Karneval in Otjiwarongo gab es die erste farbige Prinzessin - eine Premiere nach über 60 Jahren Karnevalstradition in Namibia! Menschen haben darüber gestaunt, sich gefreut oder auch die Nase gerümpft. Ist es richtig, dass beim deutschen Karneval eine farbige Prinzessin auf der Bühne steht? Die Antwort lautet: Ja. Denn sie hat die Kultur verinnerlicht.

Seit Jahrzehnten bemühen sich die Karnevalsvereine um anderssprachiges Publikum. Obgleich einst der primäre Grund der Selbsterhaltungstrieb (mehr Besucher = mehr Einnahmen) war, so hat sich der Brauch schrittweise geöffnet: Aus einer importierten Tradition ist ein namibischer Karneval geworden, der nichts von seiner Attraktivität eingebüßt hat. Im Gegenteil: Der Karneval findet immer mehr Freunde. Heute gibt es Prinzen, Prinzessinnen, Elferratsmitglieder, Büttenredner und Gardetänzerinnen, die nicht deutschsprachig sind. Deutschsprachig ist übrigens die farbige Kinderprinzessin in Otjiwarongo. Damit nicht genug: Sie hat bereits in der Kleinen Garde getanzt und ist über ihre Schule in Karnevalsaktivitäten involviert. Und genau deshalb passt sie als Prinzessin, weil sie sie Kultur und Tradition freiwillig annimmt. Niemand will einen Aktiven auf der Bühne, der nur als Alibi dient.

Die erste farbige Karevalsprinzessin in Namibia ist etwas Besonderes. Aber sie wird eine Ausnahme bleiben; nicht weil sich die Vereine dagegen sperren, sondern weil nur ganz wenige andersfarbige Menschen sich dieser Tradition öffnen – und das bleibt die Voraussetzung. Wenn das aber wie aktuell der Fall ist, haben wir allen Grund, diese Ausnahme als richtig zu bezeichnen und willkommen zu heißen.

Stefan Fischer

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