26 April 2021 | Meinung & Kommentare

Eine Stimme für alle Interessen

Während der Erklärung der Satzung des neuen Forums für Deutschsprachige Namibier (FDN), erinnerte Andreas Vaatz zurück an die Bemerkung des ehemaligen Staatspräsidenten Hifikepunye Pohamba, der die Deutschen in Namibia als „German Tribe“ bezeichnet hatte. Sie seien ein fester Bestandsteil der namibischen Volksvielfalt. Auch Präsident Hage Geingob habe wiederholt alle namibischen Volksgruppen im „Hause Namibia“ willkommen geheißen, wozu sich die deutschsprachigen Namibier zählen dürften.

Die Zielsetzungen des neugegründeten FDNs sind wichtig. Ein Forum, dass die „regelmäßige Begegnung, Kommunikation und Dialog innerhalb der deutschsprachigen Gemeinschaft, als auch mit anderen Sprach- und Kulturgruppen, mit dem Ziel gegenseitiger Akzeptanz, Verständnis und Vertrauen zueinander“ vorantreibt, kann dies zu einem wesentlichen Maße außerhalb des politischen Rahmens tun. Dies betrifft auch das „Engagement im Sinne gerechter und nachhaltiger Entwicklung“ sowie die Förderung Namibias als Wirtschaftsstandort. Auch die „Einforderung sowie Verteidigung vorurteilsfreier Gleichberechtigung aller Namibier“ ist ein rechtmäßiger Wunsch.

Wiederholte Versuche, alle deutschsprachigen Namibier unter rein politischen Grundsätzen unter einen Hut zu bekommen, dürften gezeigt haben, dass dies genauso wenig möglich ist, wie wenn man versuchen würde, alle Deutsche in Deutschland unter einer Partei zu vereinigen. Das ist durchaus verständlich und in Ordnung so.

Man darf allerdings auf eine vielfältige und breitgefächerte Vertretung der deutschsprachigen Namibier hoffen. Doch kann das Forum nur dann dem deutschsprachigen Teil der namibischen Gemeinschaft dienen, wenn Diskussionen und Austausch wirklich gefördert und dringend auch die Interessen der jüngeren Generationen angesprochen werden. Dazu gehört auch die Bereitschaft, den Austausch auf die von ihnen bevorzugten elektronischen Plattformen (bspw. Instagram) auszubreiten. Das FDN muss für alle da sein und sollte alle Generationen einbeziehen.

Frank Steffen

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