01 Juni 2018 | Meinung & Kommentare

Eine mysteriöse Freundschaft

Bei einem Besuch des Franco-Namibischen-Kulturzentrums (FNCC) drängt sich eine einfache Frage: Worauf basiert die französisch-namibische Freundschaft, die dazu führte, dass es überhaupt ein französisches Kulturzentrum in Namibia gibt? Eine Frage, die wohl noch nicht viele Journalisten gestellt haben und eine Frage, mit der sich der FNCC selbst anscheinend nicht befasst hat. Die französisch-namibische Verbindung ist ein Mysterium.

Denn die Frage danach wird stirnrunzelnd wahrgenommen und als nicht erklärungsbedürftig empfunden - es folgt eine lange Pause und das große Rätseln geht los. Der Kommunikationsmanager des FNCC verweist auf den Direktor. Der erzählt eine Geschichte von einer Freundschaft zwischen dem ehemaligen französischen Staatspräsident François Mitterrand und Namibias Gründungsvater Sam Nujoma. Eine so innige Freundschaft, dass Mitterrand nach der Unabhängigkeit Namibias sofort beschloss dem jungen Land ein Kulturzentrum zu schenken. Eine Geschichte, die mit viel Schulterzucken, mit „vermutlich“ und „soweit ich weiß“ erzählt wird - und, über die nirgends Nachweise zu finden sind.

Auch in der französischen Botschaft ist man überfragt, Informationen zu einer historischen Verbindung hat man auf Anhieb nicht. Tage später gibt es eine Antwort und eine neue Geschichte. Demnach wäre Jacques Chirac mit Sam Nujoma befreundet gewesen und dies sei der Grund für die französische Präsenz in Namibia.

In einem Nebensatz wird dann noch erwähnt, einer der beiden ehemaligen französischen Präsidenten, die Frage welcher es dein sei, sorgt für nur noch mehr Verwirrung, sei eng mit der SWAPO verbunden gewesen. Der Kommentar der SWAPO auf die Nachfrage hin lautet lediglich: „Wir haben keine Informationen und wir geben keine Informationen.“

Weitere Nachfragen in der französischen Gemeinschaft, Nachhaken beim FNCC und der französischen Botschaft zeigen nur eins: Wieso man eigentlich in Namibia ist und zum Beispiel für den FNCC arbeitet oder warum es diese Organisation überhaupt gibt, das hat sich noch niemand gefragt.

Von Astrid Probst

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