30 Oktober 2015 | Meinung

Eine junger Feigenbaum am Tintenpalast is nich feige

Die Welwitschia mirabilis gilt allgemein als die zäheste Pflanze im Lande der Braven und Bravourösen. Deshalb hat sie es mühelos ins Staatswappen geschafft, wo die wundersame Pflanze leider nur miserabel wie eine Handvoll Sauerkraut gestaltet wurde. Und sie prangt überlebensgroß an der Wand im Repräsentationssaal im Staatshaus als Kunstwerk nordkoreanischer Herkunft. Die Leut morschen öfter mit der Rechtschreibung der Welwitschia, weil ihnen dazu viel Hexerei einfällt, so dass sie das S auslassen. Die Hexerei und das Schamanentum sind mos weit verbreitet. Da brauchste bekanntlich nur die Kleinanzeigen einiger Wochenzeitungen aufzuschlagen. Die namibische Verfassung besagt, dass wir eine gemischte Wirtschaftsordnung haben, privat und staatlich. Mit rund 80 Staatsunternehmen stimmt das genau. Wir haben auch eine gemischte Heilkunst: die Schulmedizin, die Homöopathie und die medizinische Zauberei mit Quacksalberei. Nochall vielschichtig. Manch Politiker und braver Mann sucht bei Finanzschwierigkeiten, Hämorhoiden, sprich Mastdarmkrampfadern, und Liebeskummer eben lieber einen traditionellen Heiler und Schamanen denn einen Arzt oder Psychologen auf. Die Würgefeige hat einen ähnlichen Überlebenswillen wie die Welwitschia, aber eben viel aggressiver, wenn Du bemerkst, wo sie sich in Felswände und jüngst auch in das Gemäuer des Tintenpalasts bohrt, direkt unter dem Haupteingang. Sie sprießt hier als junger Baum in sattem Grün, obwohl sie an dieser Stelle gewiss von niemandem bewässert wird. Es fragt sich, aus welcher Motivierung die Pflanze sich in den Mörtel des Tintenpalasts bohrt. Um das Parlament zu unterminieren oder um einen Platz zu sichern, weil das Parlament in näherer Zukunft den Bau verlassen wird, um in einen pompösen Neubau zu ziehen, der am Hügelhang stehen soll? Inzwischen sprießt die Feige als grüner Räuber aus den Ritzen und man will sie fragen, welche Beziehungen sie zur hohen Politik hat, um ans Wasser zu kommen, das an dieser Stelle in der Mauer sowahr nich zu haben is. Die Pflanze hat aber das, was alle im Tintenpalast haben, sie ist Teil eines Geflechts von Beziehungen, die etwas einbringen.

Gleiche Nachricht

 

Tourismus mit Waffen bedrohen

vor 14 stunden | Meinung & Kommentare

Man kann sich darüber streiten, ob der botswanische „Schießbefehl“, laut dem die Sicherheitskräfte unseres Nachbarlandes grundsätzlich mit tödlicher Gewalt gegen Wilderer vorgehen dürfen, in Ordnung...

Vetternwirtschaft wird zu Norm

vor 2 tagen - 12 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Neulich verzweifelte eine Freischaffende, weil ihre Neffen einem Umfeld ausgesetzt seien, in dem Korruption und Vetternwirtschaft zur Norm würden. Diese Teenager würden derartige Vergehen als...

Vandalismus „made in France“

1 woche her - 06 Mai 2021 | Meinung & Kommentare

Namibia kann seine Museen an den Fingern abzählen und die meisten leiden an Geldmangel, sie sind von Spenden und Hilfe abhängig. Zweckgebundene Spenden dienen hauptsächlich...

Warnung fiel auf taube Ohren

vor 2 wochen - 28 April 2021 | Meinung & Kommentare

Seit Wochen machen Aufnahmen und Berichte von völlig abgemagerten Wüstenlöwen im Nordwesten Namibias Schlagzeile in den Medien. Das Umweltministerium und Experten sind sich einig: es...

Fluch des „Golden Handshakes“

vor 2 wochen - 27 April 2021 | Meinung & Kommentare

Arbeitgeber, die sich von unliebsamen Mitarbeitern trennen möchten, obwohl sich die betroffenen Personen nichts zuschulden haben kommen lassen (weshalb sie nicht im Rahmen des Arbeitsgesetzes...

Eine Stimme für alle Interessen

vor 2 wochen - 26 April 2021 | Meinung & Kommentare

Während der Erklärung der Satzung des neuen Forums für Deutschsprachige Namibier (FDN), erinnerte Andreas Vaatz zurück an die Bemerkung des ehemaligen Staatspräsidenten Hifikepunye Pohamba, der...

Verantwortung liegt bei allen

vor 3 wochen - 22 April 2021 | Meinung & Kommentare

Swakopmunder sind mehr als nur wütend, nachdem zwei Männer eine Pensionärin in ihrer Wohnung angegriffen und ermordet haben. Es war eine feige Attacke und die...

Landfrage oder „Landgierde“?

vor 1 monat - 13 April 2021 | Meinung & Kommentare

Die namibische Premierministerin fing nach ihrem Universitätsabschluss an, für das Präsidentenbüro zu arbeiten. Als Volkswirtin wurde sie im Alter von knapp 27 Jahren Generaldirektorin der...

Namensgebung geschieht zu früh

vor 1 monat - 12 April 2021 | Meinung & Kommentare

Der Mensch ist generell ein Wesen, das sich im Laufe der Zeit eher an positive Erlebnisse und Erfahrungen zurückerinnert als an die schlechten und nachteiligen...

Bloße Kündigung reicht nicht aus

vor 1 monat - 09 April 2021 | Meinung & Kommentare

Die Organisation Transparency International benotete im Jahr 2020 Neuseeland und Dänemark jeweils mit 88%, womit sie sich den ersten Platz als am wenigsten korrupte Länder...