29 November 2011 | Kommentar

Eine Gratwanderung

Die Umweltschäden von über 100 Jahren Bergbau mit einem fast so langen Hüttenbetrieb sind in Tsumeb allzu deutlich. Obwohl die aufeinanderfolgenden deutschen, amerikanischen, südafrikanischen, britischen und zuletzt kanadischen Bergbau- und Hüttenbetriebe die Bodenschätze nicht nur abgebaut, sondern zur Arbeitsbeschaffung und bei dem einen oder anderen Management gar zur Verschönerung der Ortschaft beigetragen haben, ist der Betrieb über Jahrzehnte mit einem Minimum oder mit gar keiner Umweltverträglichkeit gelaufen, einfach weil soviel anderer Platz vorhanden war, auf den man ausweichen konnte, wenn ein voriges Areal vergiftet war. Oder man hat die Verseuchung des Bodens wie beim früheren Gemüseanbau im ehemaligen Forstgarten achselzuckend hingenommen.

Solch unbekümmerte Zeiten sind vorüber und ein jedes Bergbauunternehmen, das etwas auf sich hält, ist gefordert sowohl den Einwohnern als auch der Nation Rechenschaft abzulegen, welches Umweltprogramm es verfolgt, um die unausweichlichen Schäden, die mit jeder Industrieanlage drohen und auch entstehen, auf das Mindestmaß einzudämmen. Die Tsumeber Kupferschmelze hat diesen Weg eingeschlagen, und die Öffentlichkeit sollte das Management dabei weiter kritisch begleiten, denn ein jeder ist heute der nächsten Generation verpflichtet.

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