09 März 2017 | Meinung & Kommentare

Ein kollektives Verschulden

Patienten müssen beim Arzt oder in der Apotheke in Vorkasse gehen, um untersucht und behandelt zu werden oder Medikamente zu erhalten. Derweil gehen Arztpraxen, Apotheken und Pharmazie-Großhändler finanziell in die Knie, weil die Krankenkasse für Staatsangestellte (PSEMAS) ihrer Zahlungspflicht nicht nachkommt. Die Situation ist verfahren, und dennoch ist klar, dass eine Kollektivschuld zu diesem Dilemma geführt hat.

Viel zu lange haben manche Patienten und Ärzte die scheinbar grenzenlosen Leistungen und ständige Zahlungsbereitschaft von PSEMAS ausgenutzt. So wurden überflüssige Leistungen in Anspruch genommen und abgerechnet, was am Ende den Etat von PSEMAS so sehr strapaziert hat, dass deren Jahresbudget bereits Ende Januar, also nach zehn Monaten, aufgebraucht war. Nun war das Geschrei groß, alle Zahlungen wurden gestoppt und eine Untersuchung eingeleitet.

Wer hat Schuld? Die Patienten und Dienstleister, die gedanken- und gewissenlos Leistungen beansprucht und abgerechnet haben. Aber auch die Finanzbehörde, deren Kontrollmechanismen versagt haben. Oder gibt es gar keine? Die Misere hat sich laut Branchenkennern schon seit 2015 aufgebaut, als hohe Abrechnungen und verspätete Zahlungen zur Normalität wurden. Ist das niemandem aufgefallen?

Die Finanzbehörde muss die Untersuchung schnell zuende führen und parallel die Dienstleister zumindest teilweise zahlen, bevor diese bankrott gehen. Und dann muss das PSEMAS-Modell reformiert werden. Dass der Beitrag des Versicherten nur 5% und der des Arbeitgebers (sprich des Steuerzahlers) 95% beträgt, ist weder zeitgemäß noch verantwortungsvoll - und das fördert den Missbrauch.

Stefan Fischer

Gleiche Nachricht

 

Unverbindliche Bauaufträge

vor 1 tag - 08 März 2017 | Meinung & Kommentare

Man stelle sich vor, eine Regierung müsse ein Großprojekt verwirklichen, für das weder Geld veranschlagt wurde, noch vorhanden ist, weil das dafür vorgesehene Bauunternehmen auf...

Ein geschenkter Gaul?

vor 2 tagen - 07 März 2017 | Meinung & Kommentare

Die Einwohner Namibias sowie die Regierung haben sich mit dem Naturschutz und unserer Umwelt auseinandergesetzt, denn der Tourismus ist nach dem Bergbau, Namibias zweitgrößte Einkommensquelle....

Bahndamm-Schlendrian

vor 3 tagen - 06 März 2017 | Meinung & Kommentare

Schade, wenn Transnamib an einem Tag stolz die Inbetriebnahme von sechs neuen Lokomotiven und 90 speziell-angefertigten Güterwaggons, sowie zweier Gabelstapler (Kostenpunkt 526 Millionen N$) ankündigt...

Einschleichende Planwirtschaft

1 woche her - 02 März 2017 | Meinung & Kommentare

Die Marktwirtschaft ist ein wichtiges Werkszeug für einen unabhängigen Landwirtschaftssektor. Der Staat darf - wie allgemein üblich - einen Einfluss auf die Regulierung dieses wichtigen...

Für Sponsoren nicht attraktiv

1 woche her - 02 März 2017 | Meinung & Kommentare

Wie die Namiba Breweries (NBL) in einer Medien-Präsentation bekannt gaben, will die Tochter der Ohlthaver & List Gruppe (O&L) eine finanzielle Partnerschaft mit dem Griquas-Rugby-Team...

Ein längst überfälliger Anfang

1 woche her - 01 März 2017 | Meinung & Kommentare

Windhoek macht jetzt in Sachen Energieversorgung einen großen Schritt nach vorn: Die Zulassung der Einspeisung von Solarstrom durch Privatpersonen und Firmen ins Netz ist ein...

Realistischer Wasserverbrauch

1 woche her - 28 Februar 2017 | Meinung & Kommentare

Wann unterlassen es die Obrigkeiten endlich, ihre Einwohner für dumm zu verkaufen? In jeder Firma und Organisation gibt es irgendwann Engpässe, die vom Management und...

AllzweckwaffeAbschreckung

1 woche her - 27 Februar 2017 | Meinung & Kommentare

Wer glaubt, durch Strafverschärfung eine besonders virulente Form des Verbrechens mittels Abschreckung gezielt bekämpfen zu können, erliegt einem weit verbreiteten Irrtum: Dass Kriminelle eine rationale...

Mehr Licht, mehr Chancen

1 woche her - 24 Februar 2017 | Meinung & Kommentare

Der Anfang vom Ende der Winterzeit ist eingeläutet: 24 Jahren nach deren Einführung soll sie nun wieder verschwinden. Das sorgt hauptsächlich für Erleichterung, vereinzelt auch...

Verhängnisvolle Versuchung

vor 2 wochen - 22 Februar 2017 | Meinung & Kommentare

Am Ende ist es eine Erleichterung, dass alles aufgeflogen ist. Dass das Versteckspiel vorbei, der Ballast der Geheimhaltung abgefallen und das schlechte Gewissen bereinigt ist....