29 Juli 2020 | Lokales

Ein etwas anderer Bildband

„Stadtwahrnehmung in Text und Bild“, so lautete der Name des deutsch-namibischen Studierendenprojekts, welches – gefördert durch den DAAD – im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft zwischen der University of Namibia und der Universität Duisburg-Essen vom 6. bis 11. September 2018 in Windhoek und dann noch einmal vom 26. Juni bis 2. Juli 2019 in Essen stattfand. Das Ergebnis dieses binationalen Studierendenprojekts wurde nun in einem gleichnamigen Bildband festgehalten, welcher von Prof. Julia Augart (University of Namibia) und Prof. Rolf Parr (Universität Duisburg-Essen) herausgegeben wurde.

Kreuzungen, Schulen, Landschaften, Schilder, Friedhöfe und Picknickplätze – verschiedener könnten die Motive in diesem Bildband kaum sein und doch eint sie alle die geografische Verortung in Windhoek bzw. Essen sowie die unterschiedlichen Perspektiven der Stadtwahrnehmung. Anhand diverser Fotoserien und illustriert durch verschiedene essayistische Texte der Studierenden zeigt der Bildband, wie diese die Städte Windhoek und Essen aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven und zu verschiedenen Themen wahrnehmen.

In Windhoek konzentrierten sich die einzelnen Gruppen auf folgende Themen: Eine zentrale Straßenkreuzung im Zentrum wurde zu unterschiedlichen Tageszeiten und aus verschiedenen Perspektiven abgebildet. Eine andere Gruppe suchte nach Imbissständen in den verschiedenen Stadtteilen Windhoeks. Mit dem Thema „Weite“ beschäftigte sich eine andere Gruppe, die sich in ihrer Fotoserie mit der Sicht von der Stadt in die sie umgebende Weite auseinandersetzte. Ein weiteres Thema stellten Schulen dar – diese wurden mit Blick auf das Eingangstor sowie den jeweils gegenüberliegenden Arealen abgelichtet, um die verschiedenen Bildungseinrichtungen in ihren jeweiligen geografischen und sozialen Umgebungen zu situieren. Und schließlich wurden auch Friedhöfe und ihre spezifischen Grabausrichtungen in bestimmte Himmelsrichtungen in Bildern und Texten thematisiert. Für den zweiten Teil des Projekts, der während des deutschen Jahrhundertsommers 2019 in Essen durchgeführt wurde, wählten die Gruppen dann etwas andere Themen, zu denen sie die Stadt im Ruhrgebiet betrachten wollten – vielleicht auch inspiriert durch die anhaltende Hitzewelle: Wasser wurde dabei zum Leitthema, es ermöglichte auch eine interessante Bezugnahme zu Namibia. In eine ähnliche Kategorie passt auch das Thema „Oasen in der Stadt“, bei dem eine sehr breite Definition von Oase zum Ausgangspunkt für die Fotostrecke genommen wurde. Und zuletzt setzte sich das Thema „Schilderwald“ visuell wie auch textlich mit den vielen, oftmals verwirrenden, redundanten und auch lustigen Schildern in Deutschland auseinander.

Das Besondere an diesem Bildband stellen gerade auch die verschiedenen Texte dar, die die Fotoserien begleiten: konkrete Poesie, ein Gedicht, in dem ein Hotdog als lyrisches Ich spricht, oder reflektierende Beschreibungen – die Studierenden steuerten zu diesem Band ein äußerst kreatives und vielfältiges Spektrum an Texten bei, die neben ästhetischer Fotografie auch abwechslungsreiches Lesevergnügen bieten.

Ziel dieses Studierendenprojekts war es zunächst die unterschiedlich konstruierenden Blicke für andere aufzuzeigen und dabei außerdem ein binationales Projekt in einem hochschuldidaktischen Rahmen zu erproben und Studierende zusammenzubringen. Aber letztlich entstand aus diesem Projekt ein äußerst interessanter und unterhaltsamer Bildband, der sowohl für Windhoeker und Essener wie auch für Touristen alternative und unbekannte Perspektiven auf die beiden Städte aufzeigt.

Barbara Liebel, University of Namibia

Gleiche Nachricht

 

Deutsche Bundesregierung fördert Frauenrechte in Namibia

vor 2 tagen - 31 Juli 2020 | Lokales

Windhoek (sb) • Die deutsche Bundesregierung stellt der Frauenrechtsorganisation Sister Namibia rund 702700 Namibia-Dollar für das Projekt „Women on the Front Line“ zur Verfügung. Die...

Umsiedlung erfolgt bald

vor 2 tagen - 31 Juli 2020 | Lokales

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Walvis BaySchon ab Mitte August sollen die Opfer des Twaloloka-Großbrandes in den ausgesuchten Gebieten einziehen dürfen. Das kündigte Erongo-Gouverneur Neville Andre diese...

Georg-Ludwig-Kindergarten: Botschaft hilft Familien aus

vor 3 tagen - 30 Juli 2020 | Lokales

Die Deutsche Botschaft greift dem Georg-Ludwig-Kindergarten in Swakopmund mit 4700 Euro unter die Arme. Mit dem Geld, umgerechnet rund 91000 Namibia-Dollar, sollen 16 Kindergartenplätze finanziert...

Feuer in Twaloloka: Brauerei spendet Zelte für Opfer

vor 3 tagen - 30 Juli 2020 | Lokales

Die zur Firmengruppe Ohlthaver und List (O&L) gehörende Brauerei (NBL) hat den Opfern des verehrenden Feuers in dem informellen Stadtteil Twaloloka in Walvis Bay insgesamt...

Nach Twaloloka-Inferno demonstrieren Swakopmunder

vor 4 tagen - 29 Juli 2020 | Lokales

Die Polizei geht davon aus, dass bei dem Großbrand in der informellen Siedlung Twaloloka in Walvis Bay zwischen 150 und 200 Hütten zerstört wurden. Auf...

Bessere Lebensbedingungen gefordert

vor 4 tagen - 29 Juli 2020 | Lokales

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Walvis BayHunderte Einwohner aus der Swakopmunder informellen Siedlung DRC wurden am Montagabend von der Polizei aufgehalten, nachdem sie leerstehende Billigwohnungen besetzen wollten....

Ein etwas anderer Bildband

vor 4 tagen - 29 Juli 2020 | Lokales

„Stadtwahrnehmung in Text und Bild“, so lautete der Name des deutsch-namibischen Studierendenprojekts, welches – gefördert durch den DAAD – im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft zwischen...

Toter Buckelwal bei Langstrand

vor 5 tagen - 28 Juli 2020 | Lokales

Swakopmund/Walvis Bay (er) - Ein junger Buckelwal ist vor wenigen Tagen bei Langstrand zwischen Swakopmund und Walvis Bay tot an Land gespült. Es soll sich...

Kampf um das beste Kapana beginnt

vor 5 tagen - 28 Juli 2020 | Lokales

Der diesjährige „Kapana Cook Off“ der Nedbank wurde am Freitag in Windhoek offiziell eingeläutet. Bei der Eröffnungsveranstaltung traten verschiedene Medienvertreter im Kampf um das beste...

Fine Art Gallery: Werke geprägt von Fantasie und Realismus

vor 5 tagen - 28 Juli 2020 | Lokales

Heinz Pulon (1938 – 1994) gilt als einer der führenden Grafiker des Landes, ein äußerst vielseitiger Künstler, der Fantasie und Realismus durchqueren konnte. Die Kraft...