31 Juli 2003 | Kommentar

Ein Bürgerkrieg und die Folgen

Wenige Monate nach dem Beginn der Repatriierung der angolanischen Bürgerkriegsflüchtlinge droht diese bereits im Chaos zu versinken.

UN-Organisationen in Angola rufen zu sofortigen Spenden auf, da die Flüchtlinge, die seit Ende des Krieges in ihr Heimatland zurückgekehrt sind, auf "verbrannter Erde" kein Auskommen finden. Gleichzeitig gerät die Versorgung der Flüchtlingslager in den Nachbarländern Angolas ins Stocken. In Osire revoltieren die Flüchtlinge gegen Unterversorgung und rationierte Lebensmittel. Sämtliche Planungen laufen aus dem Ruder: Statt der errechneten 1000 Flüchtlinge pro Monat erklären sich weniger als die Hälfte dazu bereit, jetzt schon nach Angola zurückzukehren. So nehmen die Spannungen jeden Tag zu. Und es verwundert kaum noch, wenn es in der Folge zu Schießereien und Ausschreitungen kommt.


Es wäre müßig, darüber zu diskutieren, wer für die aktuellen Entwicklungen zur Verantwortung zu ziehen ist. Denn jeder wusste doch, dass nach insgesamt 25 Jahren Bürgerkrieg keine "Normalisierung der Lage" in ein paar Monaten zu erreichen ist. Hier waren die beteiligten Politiker und die UNO viel zu blauäugig um ein schnelles Ende der Flüchtlingssituation rund um Angola bemüht. Und es zeigt sich einmal mehr, wie gierig und leichtfertig die Vokabeln von "Frieden und Stabilität" auf dem afrikanischen Kontinent in den Raum geworfen werden. Und wie wenig über das viel benutzte Wort "Nachhaltigkeit" tatsächlich nachgedacht wird.

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